Aber während ihr die Bilder schaut, kommt hier eine kleine Geschichte, die sich während der letzten vier Wochen - ungefähr - zugetragen hat. Und das hat rein gar nichts mit Handarbeiten zu tun, nur mit Spinnen.
Der Leseknochen viele ... |
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... auch welche mit besonders geschmackvollen Mustern ... |
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... sind mir vom Nähtisch gefallen. Nun schaut nicht so betreten, ihr Eulen! Tut lieber eure Pflicht als Nackenstütze! Ich hätte auch einen Türstopper aus euch nähen können. |
Vielleicht habe ich es schon das eine oder andere Mal erwähnt: Ich mag keine Spinnen. Sie haben einfach zu viele Augen, zu viele Beine und meistens viel zu fette Hintern (da redet die Richtige).
Ein kleiner Rest Ikeastoff, dazu 70er-Jahre-Knöpfe aus dem Fundus meiner Oma. Jetzt haben die auch endlich eine Heimat gefunden. |
Trotzdem sind sie ganz bemerkenswerte Tiere, effiziente Beutegreifer, die es bisher schon über 350 Millionen Jahre auf dieser Erde aushalten. Wenn wir sie betrachten, erscheinen uns ihre Gesichter fremd und unheimlich - starre Augen, Giftklauen. Aber im Prinzip sind wir im Vergleich zu ihnen die eigenartigen Neuankömmlinge auf diesem Planeten.
Das einzige Paar Socken, das 2015 fertig geworden ist. Gearbeitet habe ich daran fast drei Jahre. Diese Noppi-Flusi-Wolle ließ sich gar nicht schön stricken. |
Nun, wie dem auch sei. Vor ein paar Wochen habe ich am Seitenspiegel meines Autos morgens ein Spinnennetz gefunden, zufällig, weil es an der Ampel in der Sonne ein bisschen glitzerte. Bei uns in der Garage gehen eine Menge Spinnen auf Insektenfang. Unterwegs auf einem staufreien Teilstück meines Arbeitsweges dann, sehe ich ein kleines Spinnderl an einem der Fäden im Fahrtwind vibrieren. Ich war sehr beeindruckt, dass ihr Faden die flotte Geschwindigkeit ausgehalten hat.
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Gehäkelt habe ich den Korb nicht. Gefilzt hat ihn die Waschmaschine. Aber ich habe ihn zurechtgezogen, behenkelt, gefüttert und mit Standfüßchen versehen. Darum hat er hier seinen Platz. |
So ging es weiter. Ab da war das Spinnennetz jeden Morgen vor meinem Spiegel und die Spinne hat eisern durchgehalten und ist jeden Tag mit mir zur Arbeit gefahren. Sie ist auch gewachsen, aber trotzdem ist der Spinnfaden, auf dem sie dem Fahrtwind getrotzt hat, nie gerissen.
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Ach, diese Dingerchen mag ich gern ... |
... vor allem, weil sie so schnell fertig sind. |
Ist das nicht beeindruckend? Für sie war mein fahrendes Auto nur etwas stürmisches Wetter. Und ich habe es tatsächlich nicht übers Herz gebracht, mein Auto durch die Waschanlage zu fahren. Ich bin ein sentimentales Huhn.
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Riesennoppen mit ein bisschen Fransen ... |
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... erfreulich schnell fertig und so kuschelig! |
Vor ein paar Tagen dann - kein Spinnennetz mehr. Am Vortag sind wir noch gemeinsam zur Arbeit gesegelt ...
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Blütenblätter aus Stoffresten und Teile eines alten, geflochtenen Mobiles als Blütenmitte |
Hier bilden nicht überzogene Knopfrohlinge aus einer ehemaligen Schneiderei die Blütenmitte |
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Ton in Ton und aus Seide - Das war mir fast ein bisschen zu überkandidelt - Trotzdem: So an einem winterkahlen, etwas rauen Ast machen sie sich gut. |
... aber offensichtlich ist die autoverrückte Spinne nicht mehr mit mir nach Hause gefahren. Jedenfalls hoffe ich, dass sie bei mir in der Arbeit ausgestiegen ist. Das ist nämlich ein ausgedehntes, parkähnliches Gelände mit Büschen und schönen alten Bäumen.
Meine Lavendelvögelchen! |
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Haben sie nicht Beine wie die Tiller-Girls? |
Natürlich könnte sie auch von einem der vielen Vögel dort von meinem Auto gepflückt worden sein. Aber diesen Gedanken möchte ich nicht weiterverfolgen.
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Lavendel lässt sich auch prima in Stoffherzen füllen |
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Hübsch prall, mit Spitzenresten und alten Knöpfen |
Irgendwie mochte ich nämlich dieses Viech. Das hatte echt Schneid.
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Gänzlich spinnenloser Spiegel - Aber die Umgebung könnte doch so ein Spinnentier locken |
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Hallo, Alien! |
Ich hoffe, dass sie das bekommt, was eine Spinne sich so vom Leben erhofft: Fette, proteinreiche Insekten, ein Männchen, das sie zum Fressen gern hat, und einen Kokon voller Eier - Hoffnung auf weitere 350 Millionen Jahre auf unserer Erde.
Und ich mag trotzdem keine Spinnen!
miscellanea
Na, Deine Lavendelvögelchen sind aber geil, ich liebe Eulen...
AntwortenLöschenIst aber ein nettes Sammeln entstanden. Spinnen mag ich auch nicht :-)
Oh, die Leseknochen sind wirklich toll geworden! Schön bunt, so mag ichs. Und die Stoffblüten sehen sehr edel aus, gar nicht überkanditelt ;).
AntwortenLöschenFreu mich schon aufs Treffen! <3
Heee,hollaheee Du lustige liebe Petra,
AntwortenLöschenich hab so geschmunzelt beim Lesen ... das Spinnennetz am Autospiegel hab ich auch gelegentlich, das lasse ich immer...
die Lesenackenknochen sind genial!! ich hab oft oder fast immer Nackenprobleme, alle zwei Jahre brauch ich da fachliche Hilfe von Physiotherapeuten. Hab mehrere kleinere Kissen die ich passend zurechtgeknautscht in den Nacken schiebe, die üblichen Nackenkissen liegen bei mir eher ungenutzt herum, passen nicht wirklich z
u meinem ständig nörgelnden Nackenbereich.
Ach so schöne Beiträge hier bei Dir... freufreu, Dank dafür..
ich grüße Dich von der
Ostseeküste, bin Rügen kurz vor KapArkona, wo ich grad eine Woche bin und bald gleich wieder zu Hause...
lese grad im Buch von Hagender vom geister der bäume,
die Rabenvögelfamilie hier ( speziell Nebelkrähe) ist auch neckisch und hochinteressant , die besucht mich morgens und abends und hofft auch Naschereien...
Gestern wollt ich eine Art Steinzeitseminar mitmachen, (Feuer machen, Feuersteinmesser usw.) doch leider aus Mangel an Teilnehmern ausgefallen.
Das war schade... so ist es
so allerherzlichst winke ich Dir zu
Brigitte aus der Strandzonenmitte ;)
ja die lieben Spinnen, ich dulde sie weil sie die Stechmücken essen die mich sonst essen würden - grins
AntwortenLöschenDeine Lavendelvögelchen gefallen mir zu gut
LG Andrea