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Montag, 29. August 2016

Schnee von gestern - Winterseife 2015 (Seife Nr. 101)

Überall im Seifenforum geht schon die Rede von ersten Winter- und Weihnachtsseifen. Wahh! Aber es ist schon so: Wenn die Seife schön fertig sein soll für Weihnachtspakete und Gabentische, dann muss man jetzt ran. Muss ich auch? Lust zum Seifesieden hätte ich schon, aber weniger Lust auf das winterliche Thema. Mal sehen. Bis ich mich entschieden habe, kann ich euch ja zeigen, was ich letztes Jahr als Winterseife geseift habe und zwar, eigentlich für Weihnachten schon fast zu spät, am 31.Oktober.

Die Seife besteht aus:
225g Mandelöl
200g Kokosfett
200g Distelöl (ölsäurereich)
100g Sheabutter
Dazu gekaufte Glycerinseife für den "Eis- und Schnee-Effekt", an dem ich mich versucht habe, und natürlich Farbe (VvW). Beduftet ist sie auch, aber womit? Keine Ahnung, wie üblich. Riecht aber gut.


Ich hatte auch noch Seifenleim genug für ein paar ganz weihnachtliche Seifen und ein paar freche Grinser.



Ich muss zugeben, dass ich gar kein Fan von Halloween bin. Es ist ganz nett für Kinder, doch mich persönlich nervt das ganze Getue mit Hexenhüten und Kürbissen. Aber ich weiß nicht, ich weiß nicht, so irgendwie muss mich ganz hinterrücks ein bisschen etwas vom Geist des Halloweenfests gestreift haben, etwas Morbides: Ich habe zwei meiner Finger in Seife verwandelt. Das ging recht einfach - Eine Klopapierrolle unten zugeklebt, Silikonpampe hineingegossen und den Finger reingehalten, 20 Minuten, ganz still. Dann wie eine Blöde nach dem Cutter gesucht - natürlich um die Form auf- und nicht um die Finger abzuschneiden -, weil ich eher mein Gelenk ausgekugelt als den Finger wieder aus der Form bekommen hätte. Danach den Rest der weißen Weihnachtsseife eingefüllt, et voila!


Sieht schon ein bisschen gruselig aus. Ich muss auch sagen, dass ich mich nicht überwinden kann, sie zu verwaschen. Ich mag sie auch nicht einpacken. So liegen sie denn, befleckt mit dem mittlerweile braunen Seifenblut, eingewickelt in Küchenkrepp, in meiner Seifenschachtel und warten ...
Hoffentlich machen sie sich zu Halloween nicht selbständig wie weiland das Eiskalte Händchen der Addams Family, brr.
And now for somthing completely different ...
Lärchen sind keine auf dem Bild zu sehen, aber das Gegenprogramm zu den gräuslichen Fingern oben, nämlich eines meiner absoluten Lieblingsmotive: Unsere Aussicht Richtung Süden. Ich könnte ein eigenes Fotobuch mit solchen Fotos bestücken. Diese Aufnahme hier stammt von Anfang November letzten Jahres. Ich liebe es, wie die Nebel über der Amper, hm ja, wallen.
 

Für das Bild unten habe ich im Spätherbst letzten Jahres extra auf meinem Weg zur Arbeit angehalten und bin auf die Amperbrücke zurückgelaufen. Ist das nicht schön? Zarter goldener Dunst, die Bäume, die sich im Wasser spiegeln. Jedes Mal, wenn ich das Bild ansehe, freue ich mich.


Gefreut habe ich mich auch, als ich diese klappbare Weihnachtskarte fertiggestellt hatte. Sie wanderte mit meinem Adventskalender-Wichtelpaket zu Elfenblume aus dem Seifenforum. Eine Anleitung für so eine Karte, aber mit einem völlig anderen Motiv, hatte ich irgendwo auf Youtube gesehen. Das Prinzip ist einfach, aber der Effekt um so größer. Dieses Panorama passt zusammengeklappt sogar in einen ganz normalen Briefumschlag.




Und natürlich habe ich mich auch wieder an Schachteln versucht. Hier welche mit Klappdeckel aus ganz einfachem Tonkarton. Schön werden sie erst durch die Banderolen aus Transparentpapier. Aber damit gefallen sie mir ausnehmend gut.



Alprinceton aus dem Forum hat die Idee für diese Weihnachtssterne, die zusammengefaltet wie ein kleines Buch aussehen, mit uns geteilt. Ich bin sofort in Produktion gegangen. Sie sind auch zu nett.



In meinem Adventskalenderwichtelpaket von Punktekiste aus dem Seifenforum habe ich ein tolles Stempelchen gefunden, wie gemacht für meine Seife. Sieht sie nicht todschick aus mit den kleinen goldenen Bäumen?

 
 
Was ist denn das für ein Post heute? Mäandert durch lauter Weihnachtsbilder vom Vorjahr und Fotos vom spätherbstlichen Fluss. Dabei hatte es gestern hier noch flockige 31°C, mindestens. Heute ist es zwar kühler, aber immer noch sommerlich. Hm, vielleicht lässt mich mein Seifengen wissen, dass ich doch langsam mit der Produktion meiner Winterseifen starten sollte. In vier Monaten und zwei Tagen ist immerhin schon Silvester. Du meine Güte, mach hinne. 
 
miscellanea

Freitag, 26. August 2016

Schildkröten und Tempel

Anfang August habe ich mich wieder mit alten Freunden zum Croquetspielen und Schafkopfen getroffen und was einem eben sonst noch so einfällt, wenn man sich selten sieht. Schon letztes Jahr haben wir den Ort unseres Treffens verlegt, von Mittelfranken in die Oberpfalz, beides hübsch. Im großen Garten unseres neuen Treffpunkts lässt sich trefflich der Holzschläger schwingen, im kleinen, warmen Garten am Berg hinter dem Haus wohnt die Uralte Morla, eher ein etwas angejahrtes Morlalein. Aber die Schildkröte ist immerhin schon über 50 und lebt völlig autark in ihrem Garten, den sie heftig gegen Eindringlinge verteidigt, auch wenn diese Leckerbissen wie Erdbeeren, entsteinte Kirschen oder Salat mitbringen. Aber wenigstens ist sie dann abgelenkt und geht nicht auf die Jagd nach nackten Zehen. Sie soll ganz schön zwicken können! Sie heißt natürlich auch nicht "Morla", sondern "Trulla" und sie ist schwer zu fotografieren. 

Mythische Weltenträgerin

Irgendwie ist sie mit ihrem Graubraunolive richtig gut getarnt. Ich habe es trotzdem versucht, ich finde sie einfach beeindruckend.

video

Weniger beeindruckend war meine diesjährige Leistung (und die vorjährige? - Pfft) beim Croquetturnier. Ich habe es gerade noch so auf den letzten Platz geschafft, aber nur, weil es einen hinterletzten nicht gab. 

Müde Recken

Es gibt eine Reihe von Entschuldigungen, die ich mir zur Aufpolsterung meines geschundenen Selbstbewusstseins immer wieder vorsagen kann: Du warst krank und fiebrig, du brauchst eine neue Brille, die Sonne war zu hell, es hat zu stark geregnet, das Erdmagnetfeld hat die Holzkugeln abgelenkt etc. Doch die Tatsache bleibt. Schistimatucci. Aber wenigstens ist der "Antipreis" hübsch, diese nette Stoffeule. Trotzdem wäre es mir lieb, sie würde nächstes Jahr zu einem anderen Teilnehmer weiterfliegen (da wachsen dir wohl eher selbst Flügel, hähä).

Wende deine mitleidigen Augen
ab von mir, o Kummerpreis!

Aber schön ist es natürlich doch wieder gewesen. Und beim Schafkopfen habe ich deutlich weniger verloren als letztes Jahr, eigentlich fast nichts. Vielleicht lerne ich es doch noch, irgendwann!
Wenn ich auf einem Treffen war, versuche ich immer auf dem Heimweg noch ein bisschen am Wegesrand nach Sehenswürdigkeiten zu grasen (Unersättlich!). Dieses Jahr war ich nach dem Croquettreffen zu marode. Da bin ich gleich nach Hause gefahren. Aber letztes Jahr habe ich an einem wunderbar entrückten Ort Zwischenhalt gemacht, beim Nepal-Himalaya-Pavillon von der Weltausstellung 2000 in Hannover, der nach dem Ende der Expo an den waldigen Südabhang der Waldbuckelberge bei Wiesent versetzt worden ist.

Handreichung als Türöffner
am Eingang: Tritt ein 

Der Pavillon liegt in einem schönen, mittlerweile gut eingewachsenen Garten ganz versteckt im Wald.

Ausblick in den Himalaya Niederbayerns

Lauschige Wege, Blumen ...

... und Wasser - Zentrale Elemente
eines erholsamen Gartens

Gäbe es kein Hinweisschild würde man wahrscheinlich am Eingang vorbeifahren. Aber ein Besuch lohnt sich, sehr sogar. Ich war den ganzen Nachmittag unterwegs.

Lass deine Augen weiden ...

... deinen Leib rasten ...

... deinen Geist schweifen ...

... deine Seele sich öffnen.

Und immer wieder meine Lieblinge: Drachen

Der Garten ist ausgedehnt, aber nicht riesig, mit Statuen, Tempelchen, Sitzbänken. Die Gebäude sind um ein zentrales Wasserbecken gruppiert, und es gibt bequeme hölzerne Liegestühle.

Stupa - Umschreiten bringt gutes Karma


Trotz vieler Besucher birgt der Ort große Ruhe

Begegnungen

Traute Zweisamkeit

Und der Pavillon selbst ist ein Wunderwerk der Schnitzkunst. 

Wuselndes Holz

Aufstrebend ...

... in der Horizontale ...

... und diagonal. Aber immer
detailreich und faszinierend.

Ich habe Stunden hier zugebracht, Informationen gelesen, Kaffee getrunken, den Shop geplündert, die Schnitzereien studiert - natürlich gemütlich von einer der Holzliegen aus - und meinen Geist auf Wanderschaft geschickt, so weit der faule Kerl sich eben von der Liege wegbequemen wollte. Und natürlich habe ich - wie ihr soeben leidvoll erfahren habt - eine unzählige Menge Fotos mitgebracht. Seid froh, dass ich dieses Jahr zu krank war, um nochmals hinzufahren, sonst müsstet ihr euren Jahresurlaub nehmen, um diesen Post zu lesen. Bin ich nicht gut zu euch? Und wie viele Einheiten gutes Karma bringt mir das jetzt? Hm ...

miscellanea

Freitag, 12. August 2016

Es sommert noch ein bisschen - Nicht-Upflamör 2016

Das Wetter hat noch ein bisschen Sommer übrig, den es so hin und wieder zwischen Tage mit schon spätherbstlichen Temperaturen streut. Zeit für mich, meine zweite Seife aus dem Upflamör-Workshop vom März 2016 im Sonnenschein zu fotografieren, eine Laceseife nach dem Rezept von Sannyas, aus Kokosfett, Stearinsäure und Olivenöl für die eigentliche Seife. Für die "Seifenspitze" gab es einen gemeinsamen Seifenleim, der zusätzlich noch Palmfett enthielt, von dem jede sich eine Portion nehmen und nach eigenem Gusto einfärben konnte. Ich habe mich für Schwarz entschieden. Und wie üblich, habe ich mir wieder nicht notiert, womit die Seife beduftet ist. 


Schwarze Spitze - sündig, sündig!

Für das Muster haben wir uns ...

... eine Silikonmatte von einem Spitzendeckchen aus
Plastik abgeformt

Für das "Familienfoto" aller Seifenstücke, das ich heute noch gemacht habe, brauchte ich schon wieder den Blitz. Es wurde den ganzen Tag nicht richtig hell.
Und obwohl das Rezept nicht von mir selbst ist, bekommt die Laceseife - wie alle meine Upflamörseifen - eine Nummer. Sie ist meine Nr. 99.

Geblitzte Schnipselspitze

Auf dem Märztreffen hatten wir noch eine andere Seife im Programm, eine mit Hafermehl und Eselsmilch, mit Palmfett, Kokosfett und Rapsöl - meine 100. Seife, wow!
Aufgrund eines Missverständnisses bezüglich der Menge an NaOH für die Lauge musste ich die Seife zu Hause nochmals einschmelzen und nachverseifen. Das ist aber ganz gut gelungen. Die Farbe passt zwar zur heutigen trüb-dunklen Herbststimmung, aber das Seifchen verwäscht sich außerordentlich angenehm mit einem sehr cremigen Schaum.


Nachbearbeitet in Würfelform ...

... und aus der Blockform, mit Spiralknopfstempel ...

... und goldfarbenem Glitzer ...

... auf dem struppigen Scheitel

Im März hat meine Nichte mich zum Workshop begleitet. Es hat ihr offensichtlich ganz gut gefallen, vor allem das "Après-Soaping" mit Stempeln und Perlendrehen. Doro hat sie unter ihre Fittiche genommen und ihr nicht nur das Perlendrehen gezeigt, sondern die entstandenen Werke auch gleich auf eine Kette aufgezogen. 


Nichtenerstlingsperlen

Im Juli haben wir uns wieder im "Schlössle" getroffen. Dieses Mal konnten wir bei schönem Wetter auch wieder draußen Tabletts bemalen, mit Papier beziehen und bestempeln.


Vögelchen und Schnörkel

Motive von einem Kimono - Der
Wind hat einige Segel aus dem
Papier geweht 

Sogar an den Seiten segelt und
schnörkelt es - Dekowahn!

Für die Segel, die ich zusätzlich auf das Tablett mit den Kimonomotiven gestempelt habe, durfte ich einen von Doros Radiergummis zerschnitzeln. Ich hatte selbst überhaupt nichts dabei, aus dem sich Stempel hätten fertigen lassen, und ich musste einfach diese Idee umsetzen, sonst hätte ich ein Ei gelegt. Wenn's mich packt, bin ich unmöglich!
Mit der geplanten Seife hatten wir auch dieses Mal wieder kein Glück. Ein Tippfehler hat uns eine mit 0% überfettete Seife beschert. So habe ich sie zuhause gleich zu Putzseife ausgesalzen. Glück für euch: Keine Fotos (Uff).
Gut gelungen ist hingegen die Handwaschpaste aus Kokosfett, Rapsöl und Olivenöl mit KOH. Rezept von Sannyas, Töpfchen von Andrea Seifenzwerg, Etiketten von Doro. Nach Angelikas Rezept ist noch ein Salzschrubbel entstanden.


Hübsch eingedost, in Gold und
Silber bedeckelt ...

... und dekorativ etikettiert

Und obwohl der Perlenbrenner dieses Mal leider, leider zu Hause bleiben musste, hat sich an der Perlenfront doch etwas getan. Doro hat mir meine türkisfarbenen Perlen zu einer Kette zusammengestellt, mit Rocailles, Viereckperlen aus Bergkristall und einem hübschen silbernen Fisch. Vielleicht lege ich die Kette der schnöden Prahlerei wegen in unsere Vitrine.


Meine Perlenlieblinge ...

... auf rosafarbener Seide.
So gehört sich das

Auf dem Nachhauseweg bin ich noch ein wenig vom Weg abgekommen und habe im Freilichtmuseum Illerbeuren vorbeigeschaut. Der Tag war blutig heiß, und ich musste mich von Haus zu Haus retten, um mir nicht einen Sonnenbrand zu holen. Aber interessant war's doch. Ich mag diese Erinnerungen an frühere Lebenswelten. Hier einige altschwäbische Impressionen:


Handarbeitskorb, angestaubt, aber extravagant

Fachwerk dominiert

Wettergegerbt und zerfurcht wacht das Auge Gottes
an der Türe noch immer über Kommen und Gehen

Messer und Gabel als Intarsien
auf einem Tisch, damit man auch
sicher weiß, wofür er gedacht ist


Lauschiger Winkel

Gärtchen, Häuschen, Krämerlädchen

Zu heiß für's Hausbanksitzen

Neugier:
Wozu ein Griff am Fensterbrett?

Aha! Versenkbarer Fensterladen -
Raffitückisch

Ein Schattenplatz - Endlich!

Zuhause ange- und meiner Autosauna entkommen, habe ich erst einmal ausgiebig kalt geduscht. So kalt und trüb, wie das Wetter heute ist, mag ich gar nicht daran denken. Heute konnte mir das Wasser gar nicht heiß genug sein. Was für ein närrischer Sommer!

miscellanea

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