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Donnerstag, 16. Mai 2013

Was? Schon wieder?

Ja, tatsächlich! Ich habe doch eben erst die Candygewinne für das einjährige Jubiläum meines Blogs abgeschickt und jetzt steht schon sein zweiter Geburtstag vor der Tür. Und da soll man nicht alt werden, wenn die Jahre so dahinrasen. Es ist in diesem Jahr aber auch so viel passiert und, was mich betrifft, vor allem viel Gutes und Schönes und Aufregendes. Und für Seifen habe ich auch schon wieder einen ganzen Sack voll Ideen (Und alles gar nicht deins, la, la, la. Das ist alles nur geklaut). Und wenn ich mir etwas wünschen soll, dann Zeit, um alle Seifenideen auch umzusetzen, die meinigen und die abgeschauten.

Dieses selbstgemalte Bildchen begleitet mein Blog von Anfang an

Jedenfalls ist mein Blog jetzt schon zwei Jahre lang auf Sendung, und wie kann man das feiern? Natürlich mit einer neuen Geburtstagsverlosung. Und wie auf der Welt üblich, gibt es nichts umsonst. Ich möchte von euch ein Elfchen. Haaa? (Bairisch für "Wie bitte?"). "Elfchen" klingt klein und zierlich und ist es auch, obwohl sich der Begriff von der Zahl "Elf" und nicht von "Elfe"ableitet. Es handelt sich nämlich um ein Gedicht, bestehend aus elf Worten in fünf Zeilen, nach folgendem Schema:

1. Zeile, ein Wort - Zur Wahl steht jedes Wort, das sich mit Seife in Verbindung bringen lässt, wie: Seifenleim, Klaus, Grießbrei, Rumpelstilzchenanfall, Scherben, Notfallambulanz, Glaserei, Banküberweisung - Ihr seht sicher, was ich meine. Und wenn euch gar nichts einfallen sollte, fangt einfach das erste Wort ein, das gerade durch eueren Kopf spaziert.
2. Zeile, zwei Worte - Was tut dieses erste Wort?
3. Zeile, drei Worte - Welcher Art oder wo ist das erste Wort?
4. Zeile, vier Worte - Was denkt ihr darüber?
5. Zeile, ein Wort - Das Ergebnis des Ganzen? Wieder kurz und knapp in einem Wort

Summa summarum elf Worte, die vielleicht unser aller Lieblingssujet liebevoll umschmeicheln. Und wenn ihr schön übt, dürft ihr euch nächstes Jahr an einem Limerick oder auch an etwas ganz anderem versuchen. Der Möglichkeiten sind viele.
Damit ihr seht, dass der Verbrauch einer kleinen Menge eueres Dichtergenies sich durchaus lohnen könnte, hier die Preise, die euch hoffentlich zur Teilnahme verlocken:

Erster Preis: Ein Nunofilzschal
Zweiter Preis: Gestrickfilzte Puschen
Dritter Preis: Selbstgestrickte Socken

Euere Elfchen könnt ihr als Kommentar zu diesem Post hinterlassen, bis einschließlich zum 30. Mai, diesen Jahres natürlich. Ihr könnt auch das Bildchen aus der Sidebar mitnehmen oder mein Blog verlinken oder euch als Leser eintragen. Aber das müsst ihr alles nicht. Ein Elfchen genügt. Am letzten Maitag wird dann ausgelost.
Selbstverständlich werden die Gewinne nicht so ganz alleine zu den glücklichen Dichtern reisen müssen, ich werde noch die eine oder andere Kleinigkeit dazulegen.
Ich gehe mal mit gutem Beispiel voran, aber mit den Elfchen stehe ich ein bisserl auf Kriegsfuss, die sind nicht so lustig wie z.B. Knittelverse, die bei mir eher flutschen. Doch ich will mich trotzdem daran versuchen (Aber lieber ist es mir natürlich schon, wenn ihr euch damit abmüht, hähä):

Seife
Duftet sehr
In meinem Schrank
Davon will ich mehr
Immer

Löwenzahn
Gelbe Sonne
Überall blüht er
Ich denke mit Wonne
Seife

Elfchen
Elf Worte
In fünf Zeilen
Knittelverse wären mir lieber
Dichterfrust

Ihr seht, alles ganz einfach zu konstruieren. Nix muss sich reimen, außer der Zufall will es. Nun müsst ihr nur noch Pegasus satteln und ihm die Sporen geben, dem alten Hinkebein. Ich bin ja schon so auf euere Strophen gespannt.
Und dazu bekommt ihr noch eine kleine, ganz unelfchenhafte Reimerei mit auf den Weg:

Am Dichterhimmel wäre ich gern
Ein leuchtender Stern
Doch bin ich realistisch und ahne
Es reicht nur zur Leuchtreklame

In diesem Sinne: Schwingt euch auf's Dichterross, ich warte.

miscellanea

Samstag, 11. Mai 2013

Löwenzahn im Mai (Seife Nr. 68)

So, alle Maibäume sind angekommen und aufgestellt.


Und alle Walpurgisfahrzeuge wieder zuhause und eingeparkt.


Ein Besuch im Woid und im Wald war auch angesagt. Dieses Maigrün allein ist schon eine Wonne.


Die Motive sind zwar immer wieder die gleichen.


Aber ich liebe eben die seit der Kindheit vertrauten Orte zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter.


Auf diesen Felsen sind wir oft herumgeklettert.



Sieht der linke Felsen unten im Bild nicht aus, wie ein alter Indianer im Profil? Diese beiden Felswände sind vielleicht vier Meter hoch. Im Winkel zwischen ihnen zu stehen, ist nicht nur für Kinder beeindruckend.


Heute weiß ich zudem, wie uralt diese Felsen sind, und schaue mit Ehrfurcht auf sie.


Dieses Gestein ist entstanden, als ein Meer verschwand und zwei Kontinente aneinander geschweißt wurden, zu einer Zeit, als es noch kein Leben an Land und noch keine gegen Feinde gepanzerten Tiere gab. Es wurde gefaltet, gepresst und mehrmals zu einem Gebirge getürmt, wieder eingeebnet und verwittert jetzt, nur gestört von Spaziergängern und vorwitzigen Kindern. Man steht davor und fühlt sich sehr jung.
So hat der Mai sehr geschäftig begonnen. Und nicht nur Mutter Natur treibt und wächst, sondern auch die Seifensiedelust. Und weil ich vor originellen Ideen nur so sprühe, habe ich mir eine Seife ausgesucht, die überhaupt noch nie niemand nirgendwo nicht gesiedet hat - eine Löwenzahnseife. Natürlich haben auch nur die ungewöhnlichsten und seltensten Öle und Fette ihren Weg in den Seifenleim gefunden und dazu die Blüten und Wurzeln von einigen besonders fetten Löwenzähnen, einer - wie jeder weiß - sehr seltenen Pflanze:

250g Olivenöl (Auszug von Löwenzahnblüten und -wurzeln)
250g Kokosfett
100g Rapsöl
200g Jojobaöl
Aloe vera für die Lauge
Für die Farbe pürierte Löwenzahnblüten und ein bisschen Blütenorange
Olivenkern-Mandelstein-Granulat
Überfettung 7-8%
Duften tut das Ganze nach den ätherischen Ölen Orange, Bergamotte-Minze, Lavendel, Lavandin und Rosmarin.

Die Seife ist zwar schon am Sonntag entstanden, aber noch so weich, dass ich erst heute schneiden konnte. Na, sie wird mit der Zeit fester werden. Ein bisschen habe ich schon herumgehübscht an ihr, aber den letzten Schliff bekommt sie nach einer angemessenen Reifezeit.


Diese netten Kerle und Kerlinnen sind noch etwas feucht hinter den Ohren. Ich habe sie eben tiefgefroren aus ihren Formen geklopft. Sie sind nur mit pürierten Löwenzahnblüten gefärbt. Ein schönes sattes Gelb.
Zugegeben, die Eulen schauen etwas grimmig (Was musst du sie auch tagsüber wecken!).



Aber den Burschen unten scheint nichts die Laune verderben zu können.


Ich werde mir mal ein Beispiel an den Grinsern nehmen und das Beste aus einem verregneten Wochenende machen. Ich könnte ja vielleicht, hmmm, Seifeln?

miscellanea

Mittwoch, 1. Mai 2013

Der Mai ist gekommen ...

... die Bäume schlagen aus. Ich bin trotzdem in den Wald gegangen und prompt dem Frühling in die Arme gelaufen. Endlich, aber zuerst kommt er Wochen zu spät zur Arbeit, dann hat er das blaue Band vergessen, überall nur Grün und Weiß und Gelb. 
Im Buschwindröschenmeer:




Propere Himmelsschlüssel:



Horste von Sauerklee:



Schlehen und Kirschen im bräutlich weißen Blütenschleier:





Nur ab und zu ein blauer Tupfer - das Lungenkraut mit seinen hübschen zweifarbigen Blüten ... 



... und Veilchen:


Und natürlich das unentwegte Scharbockskraut. Aber das ist schon wieder gelb:



Alles streckt sich, alles schreit: "Hier bin ich!" Man möchte springen wie die Geißen, sich im Gras wälzen und den Vögeln zuhören, die alle das selbe Lied schmettern: "Nimm mich! Ich bin der dickste und der schönste. Hör nicht auf den Idioten nebenan. Und der bessere Liebhaber bin ich auch." Irgendwie ist der Text immer derselbe, egal wer ihn singt, ins Ohr flüstert oder schreibt. Ähm ja, ich bin ganz offensichtlich etwas vom Thema abgekommen. Wo war ich stehengeblieben? Ah, bei den Blümchen im Wald. Aber da ist es auch schon ohne ausschlagende Bäume gefährlich. Die Schnecken haben nämlich, beflügelt vom Frühling, ein Mordstempo drauf. Dieser fette Häuselschnegg hat doch glatt eine Nacktschnecke vom Stengel gefahren. 




Da unter dem trockenen Blatt liegt die Arme, und als der Dicke endlich abgedampft war, hat sie sich, etwas derangiert, auch vom Acker gemacht.
Doch eigentlich wollte ich ja nicht von dem Schluri mit dem blauen Band schreiben, aber er macht mich ganz schwurbelig im Kopf, sondern von meiner ersten Haarseife (Seife Nr. 67). Sie ist gestern nach folgendem Rezept entstanden:
150g Kokosfett
100g Olivenöl
40g Rizinusöl
40g Cameliaöl
20g Jojobaöl (kaltgepresst)
10ml Brennesselsamenöl
Rosa und Grüne Tonerde
PÖ: Fresh Tea
Dieses PÖ riecht so, so, sooo gut. Aber mir scheint, es dickt an und macht der Seife ordentlich Feuer unter dem Hintern. Oder kam das nur, weil ich im frühlingshaften Überschwang gleich die halbe 50ml-Flasche in den Leim gekippt habe. Ich weiß es nicht. Die Seife jedenfalls ist aufgegangen wie ein Kuchen im Backofen und in der Mitte ist der Seifenleim mit leisem Ploppen nach oben gequollen. Ganz offensichtlich sind auch ihm die Säfte gestiegen.



Danach ist etwas Öl ausgetreten. Aber heute ist das meiste davon schon wieder eingezogen. 




Ein paar Hitzebläschen an den Seiten gibt's auch. Das sind aber alles Schönheitsfehler. Eigentlich finde ich sie ganz hübsch und mit Rosa und Grün auch einigermaßen frühlingshaft. 
Mir ergeht es heute morgen wie Ringelnatz. Mag er sein Gedicht auch "Morgenstund hat Gold im Mund" genannt haben, ich erkenne Frühlingsgefühle, wenn ich sie sehe:

Ich bin so knallvergnügt erwacht. 
Ich klatsche meine Hüften. 
Das Wasser lockt. Die Seife lacht. 
Es dürstet mich nach Lüften. 
...
Aus meiner tiefsten Seele zieht 
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.

JA! Seife, Lüfte, Leben, Appetit und Frühstück. Der Mann wusste definitiv, wovon er sprach. Und deshalb werde ich mir jetzt ein bisschen von allem genehmigen, auf die eine oder andere Art.

miscellanea

Donnerstag, 25. April 2013

Rasierseife (Seife Nr. 66)

Rasierseife wollte ich schon lange einmal sieden (dann kannst du vielleicht endlich die Haare von deinen Zähnen rasieren). Ich habe mir aber nicht zugetraut, auf Anhieb ein gutes Rezept zu entwickeln, also musste das erprobte aus Claudia Kaspers Seifenbuch herhalten. Ich brauche die Seife nämlich schnell. Sie soll ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater werden.
Folgendes steckt in der Seife:
300g Palmfett
250g Kokosfett
150g Olivenöl
120g Rapsöl
50g Rizinusöl
40g Mandelöl
Keine Farbe, nur einen Esslöffel Weißer Tonerde habe ich noch in den Leim gerührt und auch den Stempel ein bisschen damit eingestäubt. Ich liebe diesen Stempel; denn er passt zu fast jeder Seife. Aber eigentlich ist mir das schnurzpiep. Ich nehme ihn sowieso, auch wenn er nicht passt.


Nur beim Duft habe ich mich gar nicht an die Vorgabe aus dem Buch gehalten, sondern ein eigenes lavendelig-frisches Düftchen zusammengemischt, aus den ÄÖ Lavendel, Lavandin, Zitronengras, Sandelholz und Lorbeerblatt. Ich finde, die Seife duftet sehr lecker. Hoffentlich empfinden das die als Abnehmer anvisierten Herren einschließlich meines Herrn Papa auch so. Na wenn nicht, werde ich mir selbst die geschundenen Pfötchen damit waschen. Man gönnt sich ja sonst nichts Gutes.
Und wie man sehen kann, erfüllt die Seife schon nach drei Tagen die heiligste Pflicht einer wahren Rasierseife. Sie schäumt:



Die Seifenschalen sind ursprünglich Glasbehälter von gekauften Nachspeisen. Im Eifer des Gefechts habe ich sie aber viel zu voll gegossen. Es hätte zum einfacheren Aufschäumen oben ein Rand frei bleiben sollen. Aber die meisten Männer sind ja Meister im Schaumschlagen. Und falls eine Frau sich damit rasieren will, wird sie das Problemchen sicher mit leichter Hand meistern.



Wenn auch das Tiramisu daraus nicht mit hausgemachtem mithalten kann, so gefallen mir die Schälchen doch sehr gut. Zellophanblätter als Deckel, eine hübsche Schnur und ein netter Anhänger. Ich denke, das wird gut aussehen.



Beim Einräumen meiner Habseligkeiten ist mir noch dieses kleine Containerchen in die Finger gefallen. Auch das wurde flugs befüllt.



Und einen neuen Versuch mit den Kudosformen habe ich ebenfalls gewagt. Dieses Mal sind die Motive fast perfekt aus den Formen geflutscht. 





Wie es aussieht, bin ich tatsächlich lernfähig. Aber ich muss weiterüben (Merke: Gute Begründung, um immer neue Seifen zu sieden).
Ich bin ja mal gespannt, wie die Seife ankommt. Die da jedenfalls haben schon angekündigt, dass sie sich nicht damit rasieren werden. Die finden den Wuschellook schick.




Die sind so was von cool, Mann.

miscellanea

Donnerstag, 18. April 2013

Tatsächlich Seife!

Aber leider keine von mir fabrizierte. Diese wunderschönen Seifen sind alles pöse, pöse Todsünden und wurden mir von meinen Mitsiederinnen aus dem Seifenforum verehrt, die ihrerseits noch (noch!!!) geduldig auf meine ausstehende Todsünde, den Hochmut warten (gulp!). Der Geiz ist schon vor einiger Zeit bei mir eingetrudelt, getrampt, wenn ich mich recht erinnere.
Und was für schöne und originelle Seifen das sind, allesamt eine Sünde wert. Zuerst Acedia, die Faulheit. Ach, ich war glatt zu faul, um für das Foto ein bisschen zu dekorieren, aber die Seife wirkt auch für sich allein:


Sie war im eigenen Schlafkörbchen unterwegs, damit die Reise nicht so anstrengend wird, einer Seifenschale mit dem sinnigen Bild eines Faultiers, von den gar nicht faulen Fingern von Brycha flink bemalt. Und was für eine Fitzelarbeit, so eine Seifenuhr herzustellen! Ich weiß, ich weiß, für den Hochmut ist es schon fünf nach zwölf (eher zwanzig vor Eins), aber ich beeile mich ja schon.
Dann ist noch Ira, der Zorn über mich hereingebrochen, den mama-niki mir geschickt hat. Als ich den Umschlag öffnen wollte, hörte ich ein Knurren und schnapp - hatte sich die Seife in meinen Finger verbissen. Ich musste sie mithilfe von etwas roher Leber beruhigen, um sie näher bewundern zu können und vor allem die Reste meines Zeigefingers zu retten.


Ich wollte noch ein paar Dekos für das Foto in die Nähe der Seife schieben, habe mich aber nicht mehr so recht getraut. Ihr müsst zugeben, dass diese wutverzerrte Fratze schon erschreckend ist. Ich bin ja mal gespannt, wie der Zorn sich so wäscht. Wahrscheinlich wird er im Wasser ganz sanft und mild. Hoffentlich; denn es duscht sich nicht so gut mit Seife in einer und roher Hühnerleber in der anderen Hand. Gar nicht mild hingegen ist das Harissa, das den Zorn begleitet hat. Man könnte glatt Wunden ausbrennen damit. Da heißt es aufpassen beim Kochen, aber ich freue mich schon drauf (har, har, Harissa).
Und dann kam die Wollust, also nicht die Woll-Lust, die habe ich ohnehin schon ausreichend, sondern Luxuria, und sie reiste von Sunshine zu mir natürlich mit allem Luxus.



Ein dicker, gefütterter, samtiger Pompadour in sündigem Rot und Schwarz, prall gefüllt mit ...


... nicht nur einer ...


... sondern gleich zwei Seifen und ...


... einem Tiegel mit Sesam-Seifenpaste. Da musste gleich die Serviette mit dem großen Monogramm als Unterlage herhalten. Darunter war gar nichts zu machen - Seifenluxus pur, der die verschiedenen Aspekte der Wollust ganz wunderbar illustriert, das Spannungsfeld Mann und Frau und die Freude an den genussvollen Seiten des Lebens.
Den Reigen beschließt Gula, die Völlerei, das Zuviel des Guten, das Übermaß. Allein beim Lesen der Seifenzutaten fühlte ich mich schon satt. Und nach der ausgiebigen Betrachtung, die ich der Seifensünde von Schaumzwerg habe angedeihen lassen, musste ich ein Magenpülverchen nehmen. Waschen kann ich mich damit nur, wenn ich vorher ein paar Tage lang faste.



Und weil der Üppigkeit, dem Luxus und den schönen Dingen im Leben noch die Krone aufgesetzt werden muss - diese wundervolle Kaffeemaschine von Jura haben wir zum Einzug geschenkt bekommen.




Dazu natürlich Brot und Salz und viele gute Dinge und Wünsche. Die letzteren sind zwar nicht mit Händen zu greifen, aber nichtsdestoweniger sehr wirklich.





Und ich werde jetzt einen dicken, sündigen Milchkaffee bei unserer Maschine bestellen und dann dem Hochmut und seinen Problemen zu Leibe rücken.

miscellanea

Sonntag, 14. April 2013

Von den Schrecken des Alltags - Der Garten

Es ist nun einmal so. Ich muss euch schon wieder mit Haus- oder besser Gartengeschichten langweilen. Wie ihr vielleicht in diesem Post gelesen habt, sollte unsere Birke im neuen Garten einen schönen Platz bekommen, Schatten spenden, mit außenrum ein bisschen Gras und ein paar hübschen Steinen. Da das Wetter bisher nicht danach war, konnten wir erst am Mittwoch daran gehen, sie einzupflanzen. Also Pflanzplatz bestimmt, Spaten her, eingestochen, mit Schmackes draufgetreten - Donk. Ah, ein größerer Stein. Also daneben eingestochen, draufgetreten - Donk. Es ist nicht zu fassen! Unter dem Blumenbeet mit schöner, fetter Gartenerde befindet sich eine alte Betonterrasse! 



Nun, ein Unglück ist das nicht. Es nimmt uns an dieser Stelle die Sorge, ob der Hang noch genug befestigt ist und nicht über kurz oder lang zu Besuch kommt. Wir werden diese Terrasse - unsere dritte - freilegen, putzen und Blumen aufstellen. Sie hat Abendsonne, und ich sehe mich schon im Liegestuhl dort faulenzen. Aber die Birke mussten wir vorübergehend wieder in einen - zu kleinen - Topf verfrachten, bis wir ihr ein anderes Plätzchen ausgesucht haben.



Hm, ich habe das Gefühl, sie schmollt, weil wir unser Versprechen nicht halten. Und mein schlechtes Gewissen sagt mir, dass sie recht hat. Der alte Miesepeterfrosch neben ihr hat natürlich sowieso schon immer gewusst, dass das nichts wird, und hüllt sich auf seinem Stein in vorwurfsvolles Schweigen.
Ach ja, wir hatten Indiana Jones zu Besuch. Er war auf der Jagd nach dem verlorenen (defekten) Sprechanlagenkabel. Nach diversen, sehr tiefen Sondierungsgrabungen und nachdem wir die aus den Löchern hüpfenden Kängurus in ihre Heimat zurückgescheucht hatten, mussten wir uns eingestehen, dass nicht einmal Indy dieses Kabel finden würde. Wir gaben uns mit einem Lichtbrunnenkabel zufrieden, das nutzlos durch den Garten mäanderte, da der dazugehörige Brunnen nicht mehr existiert. Es auszugraben, hat dem einzigen ebenen Teil unseres Gartens, in dem schon die Krokusse blühten, den Rest gegeben.




Es wird viel Arbeit sein, bis diese Ausgrabungsstätte wieder wie ein Garten aussieht. Aber wenigstens ist die Erde schon einmal schön aufgelockert.
Das auf dem Bild unten haben wir nicht aus den Tiefen des Gartens gegraben, obwohl es fast so aussieht. 



Meine armen Hände wieder instand zu setzen, gestaltete sich etwas schwierig (Ein Arbeiter der Faust hätte auch Verstand genug gehabt, Handschuhe anzuziehen, aber die Frau am Schreibtisch hat so weit nicht gedacht). Nun, wenigstens heute werden sie geschont und dürfen mit mir ausgehen, bei den heutigen Arbeiten werde ich nicht gebraucht. Ich bin von der Leine gelassen und nutze die Gelegenheit und fahre zur Creativmesse nach München, während die anderen malochen. Hoffentlich finden sie nicht noch eine Terrasse! Das wäre zu viel des Guten.

miscellanea
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