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Sonntag, 2. Juni 2013

Es regnet in Regensburg

Tut mir leid, aber diesen quietschenden Kalauer konnte ich mir nicht verkneifen. Nicht, nachdem wir uns am Freitag den ganzen Nachmittag in Regensburg von Pfütze zu Pfütze und von Laden zu Laden hüpfend bewegen mussten. Wir fühlten uns wie die Frösche. Dabei hat es mittags noch ganz passabel ausgesehen, als wir losmarschiert sind. Die Wolken hingen zwar schon tief und und die Donau strömte schon hoch in ihrem Bett, aber zwischen beiden war es noch trocken. Trocken, aber trübe.
Bei so einem Wetter lassen sich wunderbar auch die nicht so auf Hochglanz getrimmten Ecken der Stadt fotografieren. Das ist oft viel malerischer, als das touristenrummelig Glattgebügelte.



Obwohl es die Regensburger natürlich nicht an Bemühungen fehlen lassen, wie dieses witzige Schild an einem Haus in der Werftstraße verkündet:



Ja, dem Verfall muss man kräftig und mit allem Einsatz entgegenwirken.
Und auch wenn am Donaumarkt schon die Arbeiten für das neue Museum der Bayerischen Geschichte begonnen haben - hier werden noch die Grundmauern des mittelalterlichen Viertels untersucht, das in den 60er Jahren einer nicht verwirklichten Brücke weichen musste - ...



... gibt es doch noch eine ganze Reihe von renovierungsbedürftigen Ecken in Regensburg. So wie dieses Haus im Posthorngässchen. Aber auch nach der schönsten Renovierung wird in das linke Fenster niemals ein Sonnenstrahl dringen.




Zwei Gesichter mit geschlossenen Augen, schlafende Fenster:



Überhaupt strebt alles in Regensburg nach oben. An einem regnerischen Tag kann man dann die engen Gassen kaum ohne Blitz fotografieren. Und so sieht die schluchtartige Gasse sehr viel heller und freundlicher aus, als sie in Wirklichkeit ist. Allerdings auch weniger beeindruckend.



Und weil ich schon beim Morbidisieren bin, hier ein Kamerad, der dazu passt. Hat wahrscheinlich seine Zeche im Wirtshaus nicht bezahlt oder sein Liebchen hat ihm das Fenster nicht geöffnet:



Aber ich bringe ja den gesamten Ablauf unseres Spazierganges durcheinander. Wir waren natürlich zuerst an der Donau und haben in der Alten Wurstkuchl Bratwurstsemmelchen gegessen. Das musste sein. Und der bereits recht wilden Donau mussten wir ein bisserl beim Schäumen zusehen. Die Fundamente der Steinernen Brücke sind schon vom Wasser bedeckt. Beim üblichen Wasserstand ragen sie ein gutes Stück aus dem Fluss.





Wieviele Füße wohl schon über dieses alte Pflaster unter der Brücke gegangen sind?



Auch dieses Mal habe ich die dicken Balken im Alten Salzstadel bestaunt. Ich glaube, ich habe noch nirgendwo dickere gesehen. Was müssen das für Bäume gewesen sein!



Sie lassen sich tatsächlich besser bestaunen als fotografieren.
Und dann hat es angefangen zu nieseln, dann zu regnen, dann zu schütten. Aber ein echtes Weltkulturerbe wird auch im Regen besichtigt. Die Zeiten, als ich auch mal ganz oder fast alleine auf der Steinernen Brücke stehen konnte, sind offenbar endgültig vorbei.



Und in den Gassen herrscht trotz des Regens reger Betrieb.




Den Kaffee, das Weizenbier und ein Schwätzchen lassen sich Regensburger und Touristen von so ein bisschen Sintflut schon gar nicht vermiesen.



Man beachte, wie der Regen auf dem Pflaster spritzt. Aber was soll's, die 
Regensburger Türme sind auch im Regen schön, z. B. der Baumburger Turm ...



... oder der Goldene Turm, immerhin stattliche 50m hoch und damit der höchste Geschlechterturm nördlich der Alpen. Höhere gibt es erst wieder in der Toskana.



Auch die Bilder auf dem Goliathhaus stört der Regen nicht. Ich habe mich schon immer gefragt, warum es nicht Davidhaus heißt, schließlich hat der kleine Große den Riesen doch besiegt. Nun, wahrscheinlich haben sich die Leute bei der Namensgebung einfach von der schieren Größe beeindrucken lassen. Wie so oft eben. Oder der Name hat tatsächlich eine ganz andere Bedeutung und leitet sich von "Goliarden", wandernden Klerikern, her.



Nach einem Päuschen im Orphée und nachdem wir genügend Regenwasser in den Geschäften verteilt hatten, paddelten wir zum Auto zurück. Das ging ganz einfach, da uns inzwischen Schwimmhäute gewachsen waren. Am Donauufer wurden bereits die Hochwassersperren aufgestellt und Paletten mit Sandsäcken angeliefert. Und die Donau wirkte auch schon viel grimmiger als ein paar Stunden zuvor.



Und sie stand auch nochmals viel höher als am Mittag.


Und dass man um sieben Uhr abends in der hellen Jahreszeit nur mit Blitz fotografieren kann, den Fall hatte ich noch nie.



Doch so ist das Warnschild jetzt drrramatisch beleuchtet.
Wir konnten aber trotzdem mit dem Auto nach Hause fahren und mussten nicht heimrudern. 
Das hätte auch viel zu lange gedauert, denn ich wollte ja noch die glücklichen Gewinnerinnen meines Candies zum Bloggeburtstag ziehen. Bei nur sechs Teilnehmerinnen war das angenehm schnell erledigt.



Und man möchte es nicht glauben, aber Brycha aus dem Seifenforum erhält auch dieses Jahr den zweiten Preis, genau wie letztes Jahr, nur diesmal sind es nicht die Socken, sondern die gestrickfilzten Hausschuhe. Der Schal geht an Luna und die Socken an Doro, die gute Perlenfee. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen und vielen lieben Dank auch an die anderen, die ihr mir so schöne Elfchen geschickt habt! Ihr seid meine Heldinnen der Verskunst! 
Ach ja, wir haben natürlich am Freitag auch ein bisschen was aus Regensburg nach Hause geschleppt. Diese beiden Widder dürfen bei uns im Garten weiden, wenn es einmal wieder zu regnen aufgehört haben wird ... sollte es jemals wieder aufhören, irgendwann einmal.



Bis dahin müssen wir uns mit einem Blumengruß im Topf behelfen. 



Als wir am Freitag nach Hause gekommen sind, standen unsere Lilien in voller Blüte.
Was für ein schöner Empfang. Wir haben Glück. Wir leben nicht in einer Hochwasserzone. Ich hoffe, für die Leute in den Flutgebieten wird es nicht so schlimm, wie die Meteorologen befürchten.

miscellanea

Kommentare:

  1. Liebe Petra.
    Ich habe deine Fotos aus Regensburg genossen, auch wenn das Wetter so schlecht war. Das ist ja ganz schlimm was momentan los ist. Ich hoffe auch sehr für die betroffenen Gegend, dass es nicht so schlimm wird wie angesagt.
    Wunderschöne Lillien hast du im Garten.
    Sei ganz herzlich gegrüsst,
    Anne-Mette

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  2. Liebe Petra, Du glaubst gar nicht wie sehr ich mich gerade freue! Hab ganz lieben Dank...ich meld mich per Mail.

    Liebes Grüßle
    Luna

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  3. Hallo Petra, leider ist es ja so, dass gerade der REgen das schönste Fotolicht macht, oder?

    Deine Fotos sind wunderbar und wie ich im Post vorher sehe magst Du auch gerne Deine Blüten fotografieren.

    LG Andrea

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  4. Huhu, ich freue mich auch sehr. Bin gerade im Urlaub und nutze meine kostbaren-raren Internet-Minuten, um die Auflösung der Auslosung nachzuschauen. Und GEWONNEN. Juhuuuuuuu!

    Liebe Grüße und Danke!
    Brycha
    PS: wie bei den Socken letztes Jahr: Größe 38 :-)

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  5. Meine Filzpuschen sind da... yippiehyeahhh - und so schöne! Richtige Lieblingsstücke werden das werden!

    Danke schön, liebe Petra!

    Deine Brycha

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Ich freue mich über euere Kommentare. Danke, dass ihr euch die Zeit dafür nehmt :-)))

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