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Freitag, 26. August 2016

Schildkröten und Tempel

Anfang August habe ich mich wieder mit alten Freunden zum Croquetspielen und Schafkopfen getroffen und was einem eben sonst noch so einfällt, wenn man sich selten sieht. Schon letztes Jahr haben wir den Ort unseres Treffens verlegt, von Mittelfranken in die Oberpfalz, beides hübsch. Im großen Garten unseres neuen Treffpunkts lässt sich trefflich der Holzschläger schwingen, im kleinen, warmen Garten am Berg hinter dem Haus wohnt die Uralte Morla, eher ein etwas angejahrtes Morlalein. Aber die Schildkröte ist immerhin schon über 50 und lebt völlig autark in ihrem Garten, den sie heftig gegen Eindringlinge verteidigt, auch wenn diese Leckerbissen wie Erdbeeren, entsteinte Kirschen oder Salat mitbringen. Aber wenigstens ist sie dann abgelenkt und geht nicht auf die Jagd nach nackten Zehen. Sie soll ganz schön zwicken können! Sie heißt natürlich auch nicht "Morla", sondern "Trulla" und sie ist schwer zu fotografieren. 

Mythische Weltenträgerin

Irgendwie ist sie mit ihrem Graubraunolive richtig gut getarnt. Ich habe es trotzdem versucht, ich finde sie einfach beeindruckend.

video

Weniger beeindruckend war meine diesjährige Leistung (und die vorjährige? - Pfft) beim Croquetturnier. Ich habe es gerade noch so auf den letzten Platz geschafft, aber nur, weil es einen hinterletzten nicht gab. 

Müde Recken

Es gibt eine Reihe von Entschuldigungen, die ich mir zur Aufpolsterung meines geschundenen Selbstbewusstseins immer wieder vorsagen kann: Du warst krank und fiebrig, du brauchst eine neue Brille, die Sonne war zu hell, es hat zu stark geregnet, das Erdmagnetfeld hat die Holzkugeln abgelenkt etc. Doch die Tatsache bleibt. Schistimatucci. Aber wenigstens ist der "Antipreis" hübsch, diese nette Stoffeule. Trotzdem wäre es mir lieb, sie würde nächstes Jahr zu einem anderen Teilnehmer weiterfliegen (da wachsen dir wohl eher selbst Flügel, hähä).

Wende deine mitleidigen Augen
ab von mir, o Kummerpreis!

Aber schön ist es natürlich doch wieder gewesen. Und beim Schafkopfen habe ich deutlich weniger verloren als letztes Jahr, eigentlich fast nichts. Vielleicht lerne ich es doch noch, irgendwann!
Wenn ich auf einem Treffen war, versuche ich immer auf dem Heimweg noch ein bisschen am Wegesrand nach Sehenswürdigkeiten zu grasen (Unersättlich!). Dieses Jahr war ich nach dem Croquettreffen zu marode. Da bin ich gleich nach Hause gefahren. Aber letztes Jahr habe ich an einem wunderbar entrückten Ort Zwischenhalt gemacht, beim Nepal-Himalaya-Pavillon von der Weltausstellung 2000 in Hannover, der nach dem Ende der Expo an den waldigen Südabhang der Waldbuckelberge bei Wiesent versetzt worden ist.

Handreichung als Türöffner
am Eingang: Tritt ein 

Der Pavillon liegt in einem schönen, mittlerweile gut eingewachsenen Garten ganz versteckt im Wald.

Ausblick in den Himalaya Niederbayerns

Lauschige Wege, Blumen ...

... und Wasser - Zentrale Elemente
eines erholsamen Gartens

Gäbe es kein Hinweisschild würde man wahrscheinlich am Eingang vorbeifahren. Aber ein Besuch lohnt sich, sehr sogar. Ich war den ganzen Nachmittag unterwegs.

Lass deine Augen weiden ...

... deinen Leib rasten ...

... deinen Geist schweifen ...

... deine Seele sich öffnen.

Und immer wieder meine Lieblinge: Drachen

Der Garten ist ausgedehnt, aber nicht riesig, mit Statuen, Tempelchen, Sitzbänken. Die Gebäude sind um ein zentrales Wasserbecken gruppiert, und es gibt bequeme hölzerne Liegestühle.

Stupa - Umschreiten bringt gutes Karma


Trotz vieler Besucher birgt der Ort große Ruhe

Begegnungen

Traute Zweisamkeit

Und der Pavillon selbst ist ein Wunderwerk der Schnitzkunst. 

Wuselndes Holz

Aufstrebend ...

... in der Horizontale ...

... und diagonal. Aber immer
detailreich und faszinierend.

Ich habe Stunden hier zugebracht, Informationen gelesen, Kaffee getrunken, den Shop geplündert, die Schnitzereien studiert - natürlich gemütlich von einer der Holzliegen aus - und meinen Geist auf Wanderschaft geschickt, so weit der faule Kerl sich eben von der Liege wegbequemen wollte. Und natürlich habe ich - wie ihr soeben leidvoll erfahren habt - eine unzählige Menge Fotos mitgebracht. Seid froh, dass ich dieses Jahr zu krank war, um nochmals hinzufahren, sonst müsstet ihr euren Jahresurlaub nehmen, um diesen Post zu lesen. Bin ich nicht gut zu euch? Und wie viele Einheiten gutes Karma bringt mir das jetzt? Hm ...

miscellanea

1 Kommentar:

  1. Ich war damals auf der Expo in dem Pavillon, ein wunderbarer Ort der Erholung. Selbst damals als es ein unglaubliches dort war.
    Danke für die Erinnerung
    Liebe Grüße, die Marina

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Ich freue mich über euere Kommentare. Danke, dass ihr euch die Zeit dafür nehmt :-)))

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