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Freitag, 16. September 2011

Brennendes Herz und Rosenbeet (Seifen Nr. 21 und 22)

Am Donnerstag abend habe ich noch zwei Seifen produziert. Ich wollte gerne stark kontrastierende Farben (in schrillen Kombinationen), ja warum nicht, ausprobieren und bin auf Grünblau, Blaupaste und Brilliantrosa und Rot verfallen. Folgendes Rezept habe ich damit gefärbt:


500g Kokosfett
250g Palmfett
140g Kakaobutter
10g Bienenwachs
200g Erdnussöl
200g Rapsöl
350g Olivenöl
150g Mandelöl
Geplante ÜF 5-6%
Beduftet mit PÖ: Herbs Ex und Kräuterwiese
Gefärbt mit: Grünblau, Blaupaste, Brilliantrosa und Rot
Zwei x 320g Wasser mit je zwei Esslöffeln Meersalz für die Lauge


Wie aus der Angabe für die Wassermenge zu erkennen, habe ich den Seifenleim für zwei Seifen geteilt. Ein Teil duftet nach Herbs Ex, der andere nach Kräuterwiese (hmm, lecker, lecker, alle beide). Da ich beim letzten Mal feststellen musste, dass Blaupaste doch recht farbkräftig ist, habe ich dieses Mal für die Seife in der Blockform weniger genommen, mit dem Effekt, dass es nur mehr als blasses Zartlila durch die Seife geistert und zwischen Grünblau und Brilliantrosa ein Mauerblümchendasein fristet. Trotzdem bin ich mit dem Brennenden Herz ganz zufrieden, und die Seife riecht so gut nach Herbs Ex!








Für das Rosenbeet kamen Grünblau, Blaupaste - wieder höher dosiert - und Rot zum Einsatz. Die Seife duftet nicht nach Rosen, sondern nach dem PÖ Kräuterbeet. Von einem Untergrund aus Blau und Grün sollten sich zartrote Rosen abheben. So war es geplant. Ich musste leider feststellen, dass meine bildhauerischen Fähigkeiten dem Sujet in keiner Weise angemessen sind, wie sich auf den Bildern unschwer feststellen lässt.






Besonders ansprechend finde ich dieses Mal die zarte Farbe des ungefärbten Seifenleims. Schade, dass er wahrscheinlich nachdunkeln wird:




Aus den Resten beider Seifenleime habe ich noch Miniguglhupfe gegossen. Die werde ich irgendwann noch mit Seifensahne verzieren:




Wenn man allerdings ganz zufällig an den Rosenbeet-Seifen vorbeigeht und gerade nicht an Rosen denkt und aus dem Augenwinkel einen Blick auf die Seifen erhascht, dann kann es sein, dass für einen kurzen Augenblick der Eindruck eines Rosenbeets vor dem inneren Auge erscheint. So flüchtig wie Seife: Etwas Wasser und alles löst sich auf in bunten Schaum.
 - Wie bin ich jetzt darauf gekommen, ich glaube, ich bin etwas abgeschweift. Was soll's.
Ich jedenfalls gehe jetzt eine Runde segeln, auf der Kunissa, auf dem Ammersee.



miscellanea

Mittwoch, 14. September 2011

Was alles in eine Woche Urlaub passt - Rundreise

Vom vierten bis neunten September waren wir wieder einmal unterwegs: Die BuGa in Koblenz rief, Burg Eltz und das Lahntal lockten, und wir kamen.
Anreise nach Koblenz am Sonntag - die Hölle! Wir haben für 50km auf der A3 zweieinhalb Stunden gebraucht. In unserem Hotel, dem Forsthaus Remstecken, musste man uns aus dem Auto kratzen, aber wir konnten uns dann bei leckerem Essen erholen.
Am nächsten Tag haben wir ausgiebig "bugiert". Geschlagene achteinhalb Stunden lang, haben wir uns auf der BuGa alles angesehen, was wir in dieser Zeit schaffen konnten, mit ein paar Pausen selbstverständlich, aber nicht sehr langen. Natürlich sind wir auch mit der Seilbahn über den Rhein geschwebt.
Hier ein paar Bilder:
In Form geschnittene Bäume vor der Residenz:




Maria Kunigunde von Sachsen (1740-1826), die Schwester des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus auf einem Plakat vor der Residenz: 




Die gute Frau hat tatsächlich ein Occhischiffchen in der Hand. Wie damals üblich, ist es von enormer Größe (ein Frivolitäten-Flugzeugträger sozusagen):




Die Festung Ehrenbreitstein, auf der der Hauptteil der BuGa zu sehen ist:




In der Gondel schwebten wir vorbei am Deutschen Eck auf die Festung:




Auf der Festung gab es allerhand zu sehen. Metallene Torbögen, die Rheinburgen symbolisieren ...



... ein Fraueken Pis ...



... Blumen, Blumen, Blumen ...














... Kräuterwiesen ...




... und Rosen. Hier, wunderschön und duftend, eine für alle: "Gruß an Coburg":




Am nächsten Tag ging es dann ab ins Moseltal und zur Burg Eltz. Weil wir am Tag vorher noch nicht genug gehatscht waren, sind wir zu Fuß auf die Burg gegangen. Diese Burg ist ein Traum: Seit 33 Generationen im Besitz einer Familie und wunderbar instandgehalten. 




Weil auch das Auto noch Bewegung brauchte, haben wir eine Spazierfahrt zur Burg Pyrmont (die geschlossen war - Gottseidank) und nach Kastellaun (da war zum Glück eine hervorragende Pizzeria geöffnet) gemacht. Zurück in Remstecken habe ich kaum mehr mein Bett gefunden, so müde war ich.
Am Dienstag war das Lahntal an der Reihe. Das war wie eine Schnitzeljagd: Eine Strecke das romantische Tal entlang kurven, Burg erspähen, Burg anfahren, aus dem Auto springen (wir hatten ja die Tage vorher kaum Bewegung!), Burgberg erklimmen, Burg umrunden und besichtigen, vom Burgberg absteigen, ins Auto hüpfen, das romantische Tal entlang kurven, Burg erspähen usw. ... Statt "Burg" kann wahlweise auch "Kloster" oder "Städtchen" eingesetzt werden. 


Burg Nassau von unten ...




... und Blick aus einem Turmfenster auf das bewaldete Lahntal:




In Kloster Arnstein ist uns dieser berühmte lächelnde Engel begegnet:




Und auch hier wieder der Blick über den Märchenwald:




Limburg ist eine ganz reizende Stadt mit vielen Fachwerkhäusern ...





... und urigen Wirtshäusern. In diesem hier, dem "Burgkeller" kann man ganz besonders gut speisen:




Ganz zum Schluss den Limburger Dom haben wir dann nur noch à la banause besichtigt: 




Rein in den Dom, für sehr schön befunden, Samson fotografiert, raus aus dem Dom, ins Auto und ab in den Odenwald (ist ja auch der nächste Weg) und mit Freundinnen diniert. Geschlafen wurde in Darmstadt (ein bisschen Auto fahren ab und zu, kann ja nicht schaden).
Am anderen Morgen hatte ich zwar nicht wirklich Lust auf Bewegung, aber Urlaub ist Urlaub und muss ausgenützt werden. Also haben wir die Grube Messel besichtigt, aber nicht wie das viele Besucher machen, so kurz mal von oben reinschauen und dann ein schneller Galopp durchs Besucherzentrum, nein, nein. Wir hatten einen eineinhalbstündigen (geplant war eine Stunde, aber etwas Bewegung kann - wie gesagt - nie schaden, besonders wenn man schon tagelang nur herumgesessen hat) geführten Spaziergang durch die Grube, das heißt: Einmal runter bis zum Grund und wieder herauf, dazwischen allen verfügbaren Fossilien persönlich die tote Pfote / Flosse oder den Blattstiel etc. schütteln und - nicht zu unterschätzen - ein kluges Gesicht zu den Erklärungen machen (versuchen, ein solches zu machen, versuchen). 
Wenn man so drinsteht, sieht die Grube ja wenig spektakulär aus, und es gab auch eine Zeit, da wollten Ignoranten sie einfach als Müllkippe nutzen:




Aber sie ist nicht umsonst ein Welterbe der Unesco. Die Fossilien, die hier gefunden wurden und noch werden, sind von großer Bedeutung für die Paläontologie. Ich wollte der Grube schon lange einen Besuch abstatten. Diese Fossilien aus dem Eozän so nahe zu sehen, ist sehr beeindruckend.





Nach dem Aufstieg aus der Grube (ein wenig Bewegung ab und an tut ja gut) ein kleiner Spaziergang um einen nahegelegenen See und ein Käffchen (dem Himmel sei Dank, nicht im Stehen oder Gehen) und ab zur nächsten geführten Tour, diesmal durch das Besucherzentrum. Die Bezeichnung ist eigentlich irreführend. Denn in Wirklichkeit handelt es sich um ein sehenswertes kleines Museum. Danach ging es zurück in den Odenwald (auch das Auto braucht mal Auslauf). Dort gab es Futter und einen netten Spieleabend. Geschlafen wurde wieder in Darmstadt.
Am nächsten Morgen nach einem feinen Frühstück in einem kleinen Café ging es - nach Frankfurt zu Bösner, damit die Kreativmaterialien nicht ausgehen (als ob da in den nächsten 325 Jahren auch nur die geringste Gefahr bestünde). Und weil wir in dem Geschäft doch ein bisschen herumgelaufen waren und nun das Auto wieder bewegt sein wollte, steuerten wir Miltenberg an. Doch dort haben wir uns nur einmal die Straße entlanggeschleppt und unsere Leiber dann in ein Lokal mit gutem Essen verfrachtet. Aber das Städtchen ist sehr sehenswert:




Danach war dann endgültige Heimfahrt angesagt. Da auf der A3 wieder Stehempfang war, haben wir einen kreativen Heimweg (unter Inkaufnahme eines geringfügigen Umwegs von gefühlten 783km über Wertheim, Tauberbischofsheim, Wladiwostok, Bad Mergentheim, bei Crailsheim auf die A6 und danach auf die A9) genommen (wie gesagt, auch Autos wollen bewegt werden). Um zwölf Uhr nachts waren wir dann endlich zuhause, todmüde und urlaubsreif, aber sehr zufrieden mit unserer Rundreise.
Nachtrag: Falls jemandem der Gedanke gekommen sein sollte, der, wie ich zugeben muss, auch mir durch den Kopf geschlichen ist, dass nämlich ein ruhiges Wochenende ohne Autofahrt und Geländemarsch angezeigt gewesen wäre, so muss ich darauf hinweisen, dass aus diesem Plan leider nichts geworden ist. Am Sonntag war Klöppelfest in Abenberg und ich hatte versprochen hinzufahren, was ich in Begleitung einer meiner Klöppeldamen auch getan habe (man möchte doch hin und wieder auch mal aus dem Haus kommen). Es war aber so blutig heiß, dass die Besucher des Festes sich von Schattenfleck zu Schattenfleck schleppen mussten, um nicht unterwegs zu verdorren wie Ötzi. Trotzdem haben wir es genossen, unterstützt von diversen Kaffees in kalter und warmer Form und anderen Leckereien. Natürlich habe ich mich auch hier wieder mit einer gewissen Menge an unbedingt notwendigen Klöppelmaterialien eingedeckt. Wozu ist man denn ein JuS? Gegen sieben Uhr abends war ich wieder zuhause und ziemlich bratfertig (eher durchgebraten). Ich habe mir doch glatt den dritten Sonnenbrand in diesem Regensommer geholt.
Am Montagmorgen - glaubt es oder nicht - ist mir mein Büro wie eine Oase der Ruhe vorgekommen. Und das, meine Lieben, will schon etwas heißen.


miscellanea

Sonntag, 11. September 2011

Verwandlung - Haferseife mit Potential (Seife Nr. 20)

Ich hatte Lust auf ein Experiment und deshalb habe ich am Freitag vor einer Woche eine Haferseife nach folgendem Rezept gemacht:

200g Kokosfett

200g Palmfett
100g Sonnenblumenmargarine
300g Olivenöl
150g Rapskernöl
50g Sojaöl
Beduftet mit PÖ: Hafer-Milch-Honig
Teilweise gefärbt mit Kakao
Lauge mit Hafergetränk (Wasser, Meersalz, Hafermehl)
3 El. Honig
Eine Handvoll Haferkleie zum Bestreuen des Backblechs


Die Lauge hat etwas gewöhnungsbedürftig geduftet. Aber als alle Ingredienzien zusammengerührt waren, war auch das Gemüffel weg. Der Seifenleim wurde auf ein Backblech gegossen, das mit Haferkleie bestreut war. Ich habe Seifenleim zurückbehalten und mit Kakao gefärbt. Damit wurde die Oberfläche des Leims beträufelt und marmoriert, wie üblich wieder locker aus dem Handgelenk und unsystematisch, aber ich war mit dem Ergebnis doch zufrieden. Nun, das Gewurbel hätte sich auch nicht in richtige Marmorierung verwandelt, wenn ich nicht zufrieden gewesen wäre. Ich bin nicht Hermine Granger (Jetzt hast du aber alle "nicht" für diesen Post in zwei Sätzen verbraucht). 




Mit dem restlichen kakaofarbenen Leim habe ich noch drei Herzen gegossen. Sie haben sich am anderen Morgen wunderbar aus der Form drücken lassen.



Wie üblich, habe ich das Blech mit der Seife zum Durchgelen in den Backofen gestellt. Mit dem Honig und dem Haferwasser wäre das wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen. Die Seife wäre auch ohne Warmstellen durchgeglüht.
Von Anfang an hatte ich die Absicht, die Seife wie eine Biskuitroulade aufzurollen. Und ich dachte, dass sie vielleicht am nächsten Morgen noch weich genug sein könnte; aber am Morgen war sie schon zu fest. Ich konnte sie noch stürzen, aber nicht mehr aufrollen. Deshalb habe ich sie wieder in den Ofen geschoben und bei 60°C wieder weich werden lassen. Dabei ist sie wohl zu heiß geworden und hat sich teilweise getrennt. Sie hat eine Menge ölige Flüssigkeit abgesondert. Ich habe sie trotzdem aufgerollt. Experiment ist Experiment. Ausgekühlt und geschnitten hat sie genauso ausgesehen, wie ich sie mir vorgestellt hatte:





Gestern habe ich sie - bis auf zwei Belegexemplare - zerbröckelt ...




... und im Ofen bei knapp 100°C weich werden lassen, weil die Seifenmasse nicht homogen war. Die Roulade hat zwar hübsch ausgesehen, aber die einzelnen Seifenbestandteile waren nicht mehr richtig verbunden. Und eine Seife nur zum Ansehen?
Dann habe ich etwas Wasser und zwei Esslöffel Fett - Mandelöl und Kokosfett gemischt - dazugegeben, nochmals beduftet, alles mit dem Stabmixer untergerührt, die Masse etwas püriert, auf Würfelformen verteilt und wieder in den Ofen gestellt. Dort habe ich sie bei 100°C richtig schmelzen lassen, wobei sie wie Kuchen aufgegangen ist und oben eine nette Kruste, aus zerkleinerter Haferkleie, bekommen hat. 




Nach dem Ausformen habe ich mich noch im Stempeln versucht, und - voilà - hier kommt meine Schokoladen-Hafer-Drachenseife:





Ich habe ein Restchen angewaschen. Sie schäumt richtig schön. Für das erste Mal ist das Aufrollexperiment schon ganz gut gelungen. Aber das nächste Mal werde ich versuchen, gleich beim Abkühlen den richtigen Zeitpunkt zum Aufrollen abzupassen, damit ich die Seife nicht wieder erwärmen muss. Aber wenn es nicht klappt, werden vielleicht noch einige dieser Experimente als wiedergeborene OHP-Seifen in meinem Seifenkörbchen landen. Auch kein schlechtes Ergebnis.


miscellanea

Donnerstag, 1. September 2011

DasBunteChaos - Die Fröhliche aus dem Dividor (Seife Nr. 19)

Ich habe etwas Neues erfunden (und nicht die Schweizärr), den „Chaosswirl“. Und weil er so ungeheuer kompliziert ist, und man dafür zu zweit sein muss, kommt hier das Tutorial dazu:

1. Zuerst braucht man einen brandneuen Dividor von Salina, der eingeweiht werden will. Dann natürlich ein Rezept (mit den unabdingbar krummen Zahlen, „sophisticated“ halt):

230g Kokosfett
250g Palmfett
250g Rapskernöl
250g Erdnussöl
80g Mandelöl
2 El. Meersalz für die Lauge
350 Wasser


Ganz wichtig beim Rezept ist auch, dass man keinesfalls auf den guten Rat der Weisen aus dem NSF hören darf, der da lautet: Viel mehr flüssige als feste Fette und viel Wasser.

2. Man sollte grundsätzlich die Farbzusammenstellung nicht genau planen, sondern einfach nehmen, was in der Farbkiste gerade obenauf liegt. In diesem Fall waren das: Blütenorange, Violett dunkel, Brilliantrosa, Schwarz, Grünblau, Blaupaste. Jede Farbe wurde mit drei Teelöffeln Wasser angerührt. Einen Teil des Seifenleims habe ich ungefärbt belassen.




3. Genauso unentschlossen sollte man beim Blick in das Kistchen mit den ÄÖ sein, etwa so: Ach nein, nicht schon wieder Lavendel, hm Litsea ist immer gut, vielleicht mal Orange bitter dazu, und Ho-Öl habe ich noch nie probiert usw. Die einen ÄÖ muss man großzügig in das Mischgefäß litern, die anderen dafür tropfenweise abzählen. Also das ist ganz besonders wichtig!

DasBunteChaos ist daher beduftet mit: Viel Litsea cubeba und Orange bitter, etwas weniger Tangarine, etwas Zitronenmyrte, nicht ganz so viel Amyris und Bergamotte-Minze, ein paar Tropfen Patchouli, zehn Tropfen Pfefferminze und fünf Tropfen Ho-Öl. Nach der ganzen Mischerei bist du natürlich nasentaub und kannst den Duft gar nicht mehr beurteilen. Damit muss dann eben bis zum Ausformen gewartet werden. Wenn’s dann stinkt, ist es zwar zu spät, um etwas zu ändern, aber Risiko würzt das halbe Leben; die zweite Hälfte wird zum Ausbügeln der Fehler gebraucht.

4. Man nehme diese Kerze, na ja, oder eine, die so ähnlich oder wenigstens nicht ganz anders aussieht.


Sie hat früher mal nach Tanne geduftet, aber das ist für den Erfolg der Seiferei jetzt von maximal peripherer Bedeutung. Diese Kerze muss ungefähr mittig in den Dividor gestellt werden. Keinesfalls genau mittig, sonst wird das nichts!


5. Als nächstes wird der Seifenleim insgesamt beduftet. Dann werden sechs Rührbecher mit den vorbereiteten Farben beimpft, der Seifenleim aufgeteilt, gestabmixert, fertig. Jetzt kann gegossen werden (könnte!). Und da wird es wirklich schwierig, weil das Timing eben haargenau stimmen muss. Zuerst braucht man nämlich eine Spanne Zeit, in der man unentschlossen der tiefen philosophischen Frage nachgeht, mit welcher Farbe um Himmels Willen denn begonnen werden soll. Dann sollte man aber doch entschlossen zur Lieblingsfarbe greifen (blau, blau, blau) und mit dem Gießen beginnen. Zu diesem Zeitpunkt ist schon nur mehr der ungefärbte Leim wirklich flüssig und erzeugt beim Gießen das Sternmuster, das sich ein geradlinig denkender Seifensieder (fantasieloser Pedant, Anleitungsfetischist, fader Konformist!) eventuell vorgestellt haben könnte. Wir streben das nicht an (Fuhuchs – Trauben – hoooch, tralala). Zu diesem Zeitpunkt kommt die zweite Person ins Spiel. Obligatorisch! Besonders geeignet ist eine Nachbarin, die frischen Zwetschgenkuchen vorbeibringt und ein Schwätzchen halten will. Aber auch andere Möglichkeiten sind denkbar, die ich hier nicht im Detail ausführen will (Ja, vielleicht könnte auch Johnny Depp vorbeikommen, der dir seinen Piratensäbel zeigen will, oder Marylin Monroe als Sugar Kowalczyk ... oder die GEZ ...). Wie dem auch sei, stellt man beim Weitergießen jetzt unweigerlich fest, dass der Seifenleim sich nur mehr unter Mühe aus den Bechern schütteln lässt. Es muss sogar geräumt werden, mit Teigschaber, Löffel, Schneeschaufel etc. Von der Kerze wird die bunte Pampe sich nur mehr in größeren Batzen lösen, die satt platschend im ebenfalls bunten – und keinesfalls sternförmig verteilten – Seifenleim versinken. Auf diese Weise ist der schwarze Seifenleim gänzlich ins Nirwana entschwunden. Sind nur mehr Reste in den Bechern, kann die Kerze mit einem saftigen Schmatzen aus der – nicht ganz, aber fast – mittigen Position im Dividor entfernt werden. Der verbleibende Krater wird mit den Resten des Seifenleims befüllt, wobei man feststellt, dass nur mehr Grün, wahlweise und nach Geschmack auch jede andere Farbe, in nennenswerter Menge vorhanden ist, weshalb ein mittleres Seifenstück recht einfarbig ausfallen wird.

6. Nach Einsetzen der Trennwände – schon etwas mühsam – und Auflegen des Deckels wird der Dividor in den Backofen verbracht, bei fast 50°C. Nachdem man zwanzig Mal den Backofen geöffnet, den Deckel vom Dividor abgehoben und nachgesehen hat, ob denn die Seife schon anders aussieht, als zehn Minuten davor, was nie der Fall ist, kann der Backofen ausgeschaltet werden und man selbst zu Bett gehen, um seinen Bandscheibenvorfall zu pflegen, den man sich beim dauernden Nachschauen geholt hat. Zum Trost kann eventuell der Zwetschgenkuchen von der Nachbarin gegessen (oder Captain Sparrows Säbel bewundert, MM’s Hauch von Spitzenkleid, hm eher dessen Inhalt, angestarrt oder das Formular der GEZ ausgefüllt) werden.

7. Am nächsten Tag – Überraschung, Überraschung! Es ist Seife geworden, bunte Seife, bunte und duftende Seife, wunderbar bunte und herrlich orangig-zitronig duftende Seife etc. etc.
Um die Bandscheibe (etwas verrutscht nach der Nacht mit Johnny Depp, Sugar Kane und dem Formular von der GEZ) sowie den angeschlagenen Magen (der die Nacht mit dem Zwetschgenkuchen verbringen musste) zu schonen, verschiebt man die Fotosession um zwei Tage von Dienstag auf Donnerstag. Aber dann sollte man sich keinerlei Zwang mehr auferlegen und eine Menge schlechter Fotos machen (und auch posten). Hier kommt also DasBunteChaos aus dem Dividor:





(Da sowohl Sugar als auch Jack und das Formular nach der Nacht etwas derangiert waren, wird hier auf eine Ablichtung verzichtet. Es gibt genügend Bilder im Internet)

So, ich wünsche euch viel Spass beim Nachmachen!

miscellanea
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