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Samstag, 24. April 2021

Affenfürzchen (Seife Nr. 119)

Wer immer das Seifenparfum "Monkey Farts" erfunden hat, weiß nicht, was er in meinem ohnehin manchmal etwas schlagseitigen Hirn angerichtet hat. Ich habe ewig lange darüber gebrütet, wonach das - ich meine das - riechen könnte. Jedenfalls wird es kaum nach Grapefruit, Kokos und Vanille etc. duften, wie der Hersteller es für das Parfümöl verspricht.
Üerntwie ist das alles nicht so recht appetitlich. Deshalb habe ich beschlossen, den Gedanken daran an eine Seife zu heften, die so duftet, wie ich es mag, in der Hoffnung, die Denkfahne möge an dieser Seife hängen und schließlich bei ihr zurückbleiben. Dann müsste ich mich nicht mehr damit beschäftigen. Soweit der Plan.

Am 18.10.2020 habe ich also folgende Ingredienzien verseifelt, ganz ohne PÖ "Monkey Farts", dafür aber mit Banane, Honig und Joghurt und dem PÖ "Honig-Milch". Die Seife duftet sehr lecker!

125g Schmalz
125g Kokosfett
250g Distelöl (ölsäurereich)
135g Erdnussöl
115g Mandelöl
100g Lanolin
50g Sheabutter

Ein bisschen Zucker für den Leim ist auch hineingewandert und - wie oben erwähnt - Banane, Honig und Joghurt. 

Und so sehen die Seifen aus - affenbraun - logisch, bei den Zutaten!

Gestempelt, sogar mit Banane, aber dieser
mentale Hautgout!

Engelchen und Schweinchen - die einen
gänzlich unverdächtig, die anderen, hmm?

Sie macht auch reichlich Schaum, schön weich und cremig, wie ich das mag. 
Aber aus dem Schaum steigt wieder und wieder wabernd der Gedanke. Der feine Duft umschmeichelt meine Nase und lässt mich schaudernd an einen anderen, mir zum Glück unbekannten - äh - Duft denken.
Ich werde die Seifen wohl verschenken müssen.
Da hilft alles nichts.
Bääh!

miscellanea

Mittwoch, 21. April 2021

Ostern und Dr. Who (Seife Nr. 121)

Kinder, wie die Zeit vergeht! Ostern kündigte sich an, stand vor der Tür und wuuusch! ist es schon wieder vorbei. Meine armen Osterseifchen sind also - kaum aus den Formen geschlüpft - schon wieder ganz altmodisch. Wie es aussieht, kann ich bald anfangen, meine Erntedankwichtelseife zu sieden. Und um die Ecke lugen schon meine Weihnachtsformen. Ich habe sie ganz deutlich gesehen. Da bin ich mir sicher. Aber als ich genauer geschaut habe, waren sie - hüpfschepper - wieder in ihren Schrank geschlüpft. Na sowas!
Jedenfalls habe ich am 5. März wieder einmal geseifelt, eine Soleseife diesmal mit einer gesättigten Solelauge, ein bisschen Puderzucker für die Fließfähigkeit und sogar ein bisserl Farbe, aber dazu später. Erst mal das Rezept:

250g Kokosfett
250g Schweineschmalz
250g Olivenöl
250g Mandelöl

Gesättigte Solelauge, Puderzucker, verschiedene blaue Farben für einen Teil des Seifenleims
Duft: PÖ Lemon Verbena (den mag ich so gerne!)

Folgendes mehr oder minder österliche Getier schlüpfte aus den Formen:

Die Osterfrösche erklären dem Osterhasen,
was sie gerne in ihren Nestern hätten 

Stolzierende Osterhähne ...

... aber das Osterhuhn ist eher von dem goldenen
Ei fasziniert, kein Wunder!

Osterhäsin mit Ableger

Einen Teil des Seifenleims habe ich blau gefärbt, besser gesagt: Das wollte ich. Aber wie es so geht, ich wollte so, doch die verschiedenen blauen Seifenfarben und Micas, geprüft und reichlich, wenigstens dachte ich das, wollten anders. Statt sattem Blau wurde es eher eine ganz zart lavendelige Tönung.
Für die Grinser war das kein großes Problem. Lachen funktioniert ja in jeder Farbe.

Die Grinser grinsen auch in pastelligem
Lavendel. Nichts verdirbt denen die gute Laune!

Aber! Ein großes Aber! Ich hätte für meine Film- und Fernsehwichtelseife im Seifentreff ein schönes, sattes Blau benötigt, ein Tardisblau sozusagen. Doch es hat nicht sollen sein. Meine Tardisseife ist, nun ja - lavendelfarben. Seufz!

Was für ein schönes Blau ...

... und sein Schatten!

Was kann da passiert sein? 
Reste von Partikelströmen aus dem Ewigen Krieg?
Einmal zu oft von den Daleks beschossen worden?
Den weinenden Engeln wieder einmal in die Quere gekommen?
Oder vom Pting angeknabbert und von dessen Gift entfärbt worden?
Der Möglichkeiten sind unendlich viele, wenn man mit dem Doktor unterwegs ist.

Und wir Normalsterblichen werden es niemals wissen.

In diesem Sinne

miscellanea

Sonntag, 31. Januar 2021

Frau Böhm - Lavendelseife (Seife Nr. 118)

Zu meiner Grundschulzeit - damals haben wir das noch "Volksschule" genannt, so kurz nach dem Siebenjährigen Krieg - hatte ich eine Lehrerin, die ich sehr gerne mochte. Und sie mochte mich. Sie war das, was man wohl als richtiges ostpreußisches Schulfräulein bezeichnen könnte, und sie gab mir manchmal in der großen Pause eines ihrer Leberwurstbrote, die besten, die ich in meinem ganzen Leben gegessen habe! Ich höre euch schon feixen. Ja, ja! Aber das war nicht der Grund für meine Zuneigung, obwohl ich mich natürlich schon anfüttern lasse, so ab und an, wenn der Lockstoff stimmt. Nein. Sie hatte Geduld genug, meine neugierigen Fragen - und davon hatte ich immer eine ganze Menge - zu ertragen und zu beantworten. Das macht nicht jede Lehrerin.
Aber das alles ist lange vorbei und eigentlich wollte ich dieser Seife gar keinen anderen Namen geben als nur "Lavendelseife". Aber unser Geruchssinn, der älteste Sinn, den wir haben, hat mir beim Fotografieren, so eingehüllt in den Duft meiner Seifen, plötzlich meine alte Lehrerin vor Augen gestellt, wie sie mir ein frisch nach Lavendel duftendes, perfekt gebügeltes weißes Taschentuch reicht, weil ich mir im Pausenhof das Knie ein bisschen lädiert hatte. Damals "reichte" man noch Taschentücher, keine Tempos. Und ein Pflaster wurde für den kleinen Kratzer auch als unnötig erachtet. 
Jedenfalls habe ich mich entschlossen, der guten Seele meiner Grundschulzeit diese Seife zu widmen. 

Am 30.07.2020 wanderten folgende Zutaten in den Seifentopf:
125g Olivenöl
125g Mandelöl
125g Schweineschmalz
125g Kokosfett

Den Duft habe ich aus den ÄÖ Lavendel Barreme, Lavandin Grosso und Verbene gemischt. 
Ein Löffelchen Puderzucker für einen flüssigeren Seifenleim kam noch dazu, obwohl das bei der Fett- und Ölkombination nicht wirklich nötig gewesen wäre.
Gefärbt ist das Ganze mit Seifenfarbe von Sensory Perfection: Blau, Rot und Grün. Von keiner der Farben sieht man etwas. Nun gut, Rot und Blau sollten und haben auch Violett ergeben, ein nettes dazu.


Aber das Grün ist vollständig verschwunden. 
Nach all den Seifensiederjahren kann ich noch immer keine Seifen färben.
Eigentlich hätte das ein Topfswirl werden sollen. Es sieht aber eher ein bisschen aus wie Sternennebel. Obwohl - auch nicht wirklich. Aber ich habe mindestens so viele Luftblasen eingerührt, wie es Sterne in unserer Galaxis gibt. Das macht mir keiner so schnell nach.



Das Musterchen der Einlegematte gefällt mir dafür richtig gut.


Und zwei Chamäleons sind auch noch entstanden. Bei denen ist vom Topfswirl fast überhaupt nichts durchgekommen. Aber Albinochamäleons hat auch nicht jeder.




Wenn ich bedenke, dass ich heute bis auf ca. drei Jahre genau in dem Alter bin, in dem Frau Böhm damals war, und wie uralt sie mir damals vorgekommen ist ...
Manchmal frage ich mich, wo meine Gedanken so hinwandern, wenn ich sie lasse. Wer weiß, vielleicht finde ich sie irgendwann gar nicht wieder. Wie beunruhigend!
Und dann bin ich wohl wirklich alt.

In diesem Sinne

miscellanea
 


Sonntag, 31. Mai 2020

Scarface (Seife Nr. 117)

Der Titel sagt ja schon alles und die Bilder tun ein übriges. Meine armen Fröschlein haben alle mehr oder weniger tiefe Narben auf dem Körper und im Gesicht. Da mögen sie noch so schön duften, da mag man argumentieren, dass nach dem dritten Mal Händewaschen ja sowieso niemand mehr das Motiv erkennen kann, aber das ist alles wurscht! Jetzt, vor dem Anwaschen müssten sie glänzen und hübsch aussehen und das ist definitiv nur eingeschränkt der Fall. Grummel!

Verseift wurden am 21.04.2020 folgende Zutaten:
250g Kokosfett
100g Distelöl (ölsäurereich)
100g Erdnussöl
40g Mandelöl
10g Bienenwachs (gelb)
Salz für die Lauge, Puderzucker für die Fette und grüne Seifenfarbe
Duft: Lemon Verbena

Das kundige Seifensiederauge hat bei dem Rezept natürlich sofort erkannt, warum diese Seife hier - im Gegensatz zu ihrer unmittelbaren Vorgängerin - so schnell angedickt hat: Das Bienenwachs.

Armer Froschkönig! So wird keine Prinzessin
ihn küssen
Dass es so viel ausmacht, damit hatte ich nicht gerechnet. Doch ich konnte die Seife gar nicht so schnell in die Formen klatschen, wie sie aushärtete. Definitiv Frösche von der ganz schnellen Truppe!
Die beiden sind auf der Suche ...
... nach einem schöneren Ort.
Wie es scheint, gefällt ihnen die
Tulpenwiese.
Ich muss zugeben - auch wenn es etwas sehr gebrizzelt hat - ich habe einen Erlösungsversuch unternommen und meine Hüpferlinge, die gekrönten und ungekrönten, geküsst. Es hat nix gebracht, entweder weil ich keine Prinzessin bin, oder vielleicht wirkt der Zauber bei Seifenfröschen einfach nicht. Und mal weiter gedacht: Egal wie oft ich mit den Froschprinzen gebadet hätte, die Narben hätten sich nicht verwaschen. Arme Prinzen (oder auch nicht ;-)). 
Ich glaube, das passt schon so. Da nehme ich doch lieber die Seifenprinzen, äh -frösche mit in die Dusche.

In diesem Sinne

miscellanea

Montag, 11. Mai 2020

ZinnZahn oder der weiche Frühling (Seife Nr. 116)

Was macht Homo saponifer im Frühling? Genau. Er dehnt sich und streckt sich nach dem Winterschlaf und lässt sich die warme Sonne auf den Pelz brennen. Ah, nein, das war es nicht, was ich sagen wollte. Das war wohl eher der innere Faulpelz. Nein, er geht hinaus und stiehlt den Bienen die schönsten Löwenzahnblüten unter dem stachelbewehrten Hintern weg, dann greift er sich seine Seifensiedesachen und baut eine Löwenzahnseife. Das ist ja quasi eine Instinkthandlung.
Aber - Instinkte sind manchmal nicht sehr verlässlich. Die Femina saponifera, die bei diesen Seifen am Werk war, hat sich ein Rezept zusammengemischt, das, beginnend mit der mittleren Altsteinzeit, bis zur römischen Eroberung Galliens flüssig geblieben ist. Wenn du mal so einen Seifenleim haben möchtest, gelingt er garantiert nicht.

Und das ist am 20.04.2020 in den Seifentopf gewandert:

250g Schweineschmalz
200g Mandelöl
50g Jojobaöl

Zwei Handvoll frische Löwenzahnblüten (nur die gelben Blütenblätter)
Getrocknetes und gemahlenes Zinnkraut
Salz für die Lauge, etwas Zucker für den Leim, ein bisschen Cowslip zur Intensivierung der gelben Farbe und Goldmica
ÄÖ Verbene als Duft

Ja, und dann habe ich gerührt und gerührt; denn ich wollte marmorieren. Aber der Seifenleim wollte das nicht.
Herausgekommen ist dann das:


Hübsch gelb und zartgrün ...

... mit ein bisschen Geschnörkel
obendrauf

Eine Seife, so weich, dass ich die Hobelreste noch in Formen pressen konnte. Mal sehen, ob sie halten oder zerbröseln, wenn ich sie anwasche.


Dotterfarbener Seifenpresskuchen

Aus den Resten sind noch Aufleger entstanden:


Die Bremer Stadtmusikanten - Seifenschmuck

Die Ränder der Aufleger habe ich noch nicht geputzt, weil die Seife einfach noch zu weich war.

Wir werden nur besondere
Seifen schmücken! Murr!

Dass ich aus dem Block überhaupt Seifen schneiden konnte, gleicht einem Wunder. Der Seifenblock war nämlich nicht nur weich wie gekochter Dotter, sondern auch so mürbe. Er ist beim Ausformen zerbröckelt.


Armer, geschundener Block!

Inzwischen ist die Seife ausgehärtet. Sie ist hübsch und glatt und duftet verführerisch.
Wäre ich beim Rühren, beim Eingießen der beiden Seifenleime und dann beim Ausformen geduldiger gewesen, hätte das ein wahres Prachtstück werden können. Aber Geduld - nein, Geduld ist nicht meine große Stärke.
Ich habe mal einen Spruch gelesen: Herr, gib mir Geduld! Aber sofort!
Ich weiß nicht, von wem der stammt. Aber er könnte glatt als Überschrift über diesem Post stehen.

miscellanea

Samstag, 29. Februar 2020

Latschenkiefer-Wasser - Probe (Seifen Nr. 109 und 115)

Gut, dass ich, was Fehlschläge beim Seifeln betrifft, abgehärtet bin. Die dritte Seife vom 10.11.18 war nämlich ein arger Reinfall. Ich habe Latschenkieferwasser aus Österreich als Laugenflüssigkeit genommen. Und dieses Experiment ist gründlich schief gegangen. Wenn ich jemals Spontanranz erlebt habe, sofern es das überhaupt gibt, dann war das hier der Fall.
Verseift habe ich folgende Zutaten:

250g Distelöl
70g Babassuöl
180g Schweineschmalz

66g NaOH
170g Latschenkiefer-Wasser
6-7%
Keine Farbe
Kein Duft

Der Seifenleim wurde in nette Formen gegossen und sauber mit Küchenkrepp abgedeckt.
Und am nächsten Abend gehe ich meine neuen Seifen besichtigen und - würgs - die Latschenkieferseife hat verdächtig nach Ranz gerochen. Das gibt es doch eigentlich gar nicht. Kann das so schnell gehen? Ich habe die Seifen ausgeformt und zum Reifen ausgelegt. Der schlechte Geruch hat mit jedem Tag zugenommen und tatsächlich waren nach einer Woche die typischen gelblich-braunen Verfärbungen der Ranz erkennbar. In dieser Intensität habe ich das noch nicht erlebt. Die einzige Lösung: Ab in die Tonne damit.

Das Thema hat mir aber keine Ruhe gelassen. Eine Freundin hat mir das Latschenkiefer-Wasser aus dem Urlaub mitgebracht. Dort, wo sie in Urlaub war, machen sie damit anscheinend Seife und verkaufen diese. Vielleicht hat die Seife ja geranzt, weil ich etwas falsch gemacht habe.
Also auf ein Neues! Ich habe mich entschlossen, nochmals mit einer kleinen Fettmenge einen Versuch zu wagen. Mehr als schiefgehen kann es ja nicht.

Am 25.02.2020 habe ich aus 
250g Babassuöl
250g Olivenöl
eine kleine Menge Seifenleim angerührt mit 160g Latschenkieferwasser und 72g NaOH. Beduftet wurde das Ganze mit Kiefernnadelöl und ganz leicht gefärbt mit grüner Seifenfarbe.

Und so sieht die Seife aus, frisch aus dem Tiefkühler:




Die für dieses Rezept perfekt passende Form habe ich im Seifentreff beim Seifenformenwanderpaket ertauscht.

Noch duftet die Seife frisch nach Kiefernnadelöl.
Noch ist sie tiefgefroren ...

miscellanea

Nachtrag am 31.01.2021:
Die Seifen sind nachgedunkelt. Aber sie haben gehalten. Inzwischen sind sie fast vollständig verwaschen.


Ich werde trotzdem kein Latschenkieferwasser mehr als Laugenflüssigkeit benutzen. Denn die Seifen haben eine etwas klebrige, unangenehme Haptik entwickelt, auch wenn sie nicht ranzig geworden sind und bis zum Schluss ein bisschen nach Latschenkiefer geduftet haben.

Freitag, 3. Januar 2020

Indische Blumenseife (Seife Nr. 112)

Im Seifentreff haben wir wieder einmal Seifen verschoben. Diesmal zum Thema "Seifen(duft)-Rezepte aus alter Zeit". Es war eine Freude, all die schönen, an historischen Rezepten orientierten Seifen zu sehen. Organisiert wurde das Ganze von Eva Schaumzwerg. Danke, Eva, für diese schöne Aktion!

Am 02.06.2019 habe ich meine Schieberseife, etwas abgewandelt, nach dem Rezept der Indischen Blumenseife vom Aromatischen Blog gesiedet.
Das Rezept ist ein bisschen unheimlich, weil die schiere Menge der verwendeten Ätherischen Öle normalerweise für die fünf- bis sechsfache Menge Seife reicht, wenigstens mir.

Auf 1,5kg Gesamtfettmenge plus 500g Lauge habe ich genommen:

40g Lavendelöl
40g Bergamotteöl
20g Geraniumöl
30g Patchouli
2g Vetiveröl
30g Moschus
8g Kassiaöl 
10g Zedernöl

600g Distelöl
150g Avocadoöl
150g Jojobaöl
300g Babassuöl
200g Sheabutter
100g Lanolin

Einfaches, destilliertes Wasser und 150g Salz für die Lauge

Und so sieht die Hübsche aus:


Der Duft ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Die meisten Teilnehmerinnen am Seifenschieber haben ihn für gut befunden. Und die Leute, denen ich sonst ein Stück der Seife gegeben habe, waren zum Teil richtig begeistert. Also liegt es vielleicht an mir, dass ich den Geruch des Seifchens als unharmonisch und ein bisschen stechend empfinde.



Auch die Mischung von Lanolin als Seifenfett mit Patchouli als Duft könnte dafür verantwortlich sein, dass die Seife "meichelt".


Aber was soll's - Hauptsache, meine Seifenschieberkolleginnen finden die Seife wohlduftend oder wenigstens benutzbar.



Schön verpackt ist sie wenigstens. Ich habe mich jedenfalls bemüht.


Als kleines Goodie habe ich noch Geschenkanhänger mitgeschickt. Ein kleiner Hinweis, dass die Seife auch weitergegeben werden kann.



Wer weiß, vielleicht findet eines der Stücke nach vielen Jahren den Weg wieder zu mir. Ich werde sie auf jeden Fall sofort am Geruch erkennen. Definitv!


Natürlich hat die Seife auch mehr als zügig angedickt. Mit Swirlen war nix. Das Muster der Seifen ist der berühmte "Schnell-in-die-Form-klatschen-bevor-sie-hart-wird-Swirl", den jede von euch kennt. Ist auch manchmal ganz schön im Ergebnis.


Nur die Endstücke verraten die Eile. Aber waschen kann man sich auch damit.
Und das ist die große Stärke dieser Seife. Sie ist wunderbar pflegend, ein richtiges Schätzchen.

Vielleicht probiere ich das Rezept noch einmal, irgendwann.
Aber ohne Lanolin.
Vielleicht auch ohne Patchouli.
Vielleicht auch ohne Moschus.
Vielleicht nehme ich von den restlichen Duftölen auch nur die Hälfte.
Und damit es nicht so andickt, auch kein Babassuöl ...
;-)

In diesem Sinne

miscellanea


Sonntag, 1. Dezember 2019

Osterseife (Seife Nr. 111)

Osterseife. Bei mir wie Weihnachtsseife: Weiß, in Formen gegossen, fast immer die gleichen, fad. Na, ganz so schlimm ist es nicht. Sie sind ja auf ihre eigene Weise ganz hübsch. Nur habe ich dieses Mal bei meiner am 24.03.2019 gesiedeten Fast-Schönheit tatsächlich aufgeschrieben, wonach sie geduftet hat. Das vergesse ich bekanntlich gerne einmal. Inzwischen ist dieses Wissen aber obsolet. Die Seifen sind nämlich schon bis zum letzten Stück in Schaum aufgegangen. Außer eines der verschenkten Stücke muss noch auf einem Regalbrett in irgendeinem Bad einem traurigen und letztendlich ranzigen und ganz unduftenden Ende entgegendämmern. Das hat keines meiner Seifchen verdient. Auch nicht die unauffälligen.
Die Inhaltsstoffe sind aber sehr pflegend und machen auch einen schönen Schaum, egal wonach der dann duftet oder geduftet hat.

430g Mandelöl
250g Babassuöl
250g Kokosfett
70g Jojobaöl

6-7% Überfettung
PÖ Lavender Bergamot
Offensichtlich keine Farbe, aber Salz für die Lauge
 
Ein bisschen Prahlerei kann nicht schaden:
Schneeweiße Seife!
Brumm! Brumm!
Käfer sind unkaputtbar - nur nicht als Seifen
Tatsächlich eine österliche Form ...
... Schneehäschen.
Sonst wäre der Titel ja eine glatte Themaverfehlung.

Ich weiß nicht. Es scheint so, als könnte ich nur mehr weiße Seifen. Ich muss das mal ändern. Natürlich enthält Weiß alle anderen Farben der Welt. Aber ab und zu sollte man die einmal sichtbar machen. Also gelobe ich hier Besserung. Die nächste Seife wird bunt. Oder vielleicht doch die übernächste?

miscellanea

Mittwoch, 27. November 2019

Weihnachtsspachtelseife (Seife Nr. 110)

Unter meinen Seifensiedesachen finden sich viele schöne Seifenfarben, flüssig und fest. Aber in der letzten Zeit kann ich mich immer weniger dazu entschließen, meinen Seifen ein bisschen Rouge auf die Wangen zu gönnen. Ich stelle die Farben bereit und dann - lasse ich sie weg. Deshalb ist auch diese Weihnachtsseife vom vorigen Jahr nicht grün oder rot oder beides, sondern weiß. Passt ja wenigstens zur Winterszeit. An dem nun schon dreimal erwähnten Vierseifentag am 10.11.18 habe ich auch eine Weihnachtsseife gespachtelt. Mit so viel Babassuöl ist es wahrscheinlich auch kein Wunder, dass die Seife schon andickte, als sie nur das Surren des Pürierstabs hörte. Brummel.
Folgende Zutaten haben sich fast ohne mein Zutun zu Seife Nummer vier des Tages verbunden - magisch:

400g Mandelöl
200g Distelöl
200g Babassuöl
400g Kokosfett

177g NaOH
400g Wasser
6-7% Überfettung
Keine Farbe
Salz für die Lauge

Eine Hälfte des Seifenleims wurde mit dem PÖ Zitrone-Verbene, die andere Hälfte mit der ÄÖ-Mischung Weihnachtsgewürz beduftet. Beide Düfte mag ich besonders gern, und Verbene geht ja nicht nur zu Weihnachten.



Als Formen hatte ich unter anderem ein hübsches Schnäppchen im Billigladen gefunden: Mit Schokokugeln gefüllte Acryltannenbäume und -sterne.


Die Plastikverpackungen sind teilbar wie z.B. die Acryleier. Und die eine Hälfte ist entweder rot oder grün, die andere durchsichtig. Eine wunderbare Seifenform zu Weihnachten! Die Schokokugeln schmeckten übrigens viel zu süß. Aber was nimmt man fürs Seifeln nicht alles in Kauf. Na ja, das nicht. Ich habe die Schokokugeln in der Teeküche in der Arbeit ausgelegt. Es gibt erstaunlich viele Männer, die nur zu gerne sehr süße Sachen verzehren. Problem gelöst, und jeder ist zufrieden (und mancher ein bisschen dicker). Die Seifentannen und -sterne sind alle schon den Weg alles Seifigen gegangen und wurden verschenkt und dann verschäumt. Also keine Fotos. Ist auch kein Verlust, denn, wie gesagt, bei den letzten Seifen musste ich spachteln. Und das waren eben die Sterne und Tannenbäume. Nur von den kleinen Geschenkchen und den Engeln konnte ich noch Fotos machen, bevor auch die meisten von ihnen an die Waschbeckenränder neuer Besitzer gewandert sind. Aber für einen Gesamteindruck reichen ja auch ein paar wenige Seifen. 
Sie sind halt alle weiß. Dafür aber schön - und mühselig - verpackt.


Mal sehen, ob mir Weihnachten dieses Jahr farbigere Seifen beschert. Aber andererseits - Weiß ist die Farbe des Lichts. Und was würde besser zu Weihnachten passen? Ein paar Goldakzente? Ha! Ich werde meine Weihnachtsseifenproduktion revolutionieren. Es gibt weiße Seifen. Und ich werde sie mit Goldmica bepinseln. Noch ein Problem gelöst. Wie einfach das Leben manchmal ist, wenn man es nicht doppelt nimmt. Ist das nicht schön?

miscellanea

Montag, 4. November 2019

Nachschlag - Ein bisschen mehr von Seife Nr. 114

Nachdem ich mit Müh und Not den mörderischen Festmahlsplänen der menschenfressenden Gruselda entkommen bin, habe ich mir die Seifen angesehen, die sie für nicht schön genug befunden hat, um ihren "Gastbeitrag" zu illustrieren.
Im Gegensatz zu ihr finde die Seifen ganz gelungen. Und außerdem duften sie nach den ÄÖ Verbene und Lavandin, einfach eine unschlagbare Duftkombination.

Meditiert die Königin über die
Zacken, die ihr aus der Krone
gefallen sind, oder über die Zahnlücke
des Berserkers? Gießfehler

Was "Tante Gruselda" in die Seifen gepanscht hat, könnt ihr im vorigen Beitrag lesen. Mich wundert, dass sie nicht Fledermausfett und Fliegenbeine als Schrubbel verseift hat.

Leicht angekreidete Seifen, trotz langer Gelphase

Das Grün des Avocadoöls verliert sich nur langsam.
Fleckig wirken die Alienzikaden noch gruseliger.

Es gibt - dem Himmel sei Dank - auch noch gekaufte Seifenformen mit nicht so gewöhnungsbedürftigen Motiven:

Diese Buben fliegen schon Richtung Weihnachten

Diese fliegen dorthin, wo man ihre Weisheit schätzt

Doch am Schluss wieder eine selbstgemachte Form: Ein Schneckenhaus. Das Motiv erschien mir hübsch, aber wie der menschliche Geist so funktioniert, sehen viele Leute darin eher ein bestimmtes, etwas anrüchiges Emoji. Ich nicht!

Und nein, das ist kein Seife
gewordenes Poop-Emoji.
Das ist eine Schnecke.

Ich finde, es reicht jetzt wieder mit Halloween. Hoffentlich steht Gruselda nicht nächstes Jahr vor der Tür - mit einer Essenseinladung. Was für ein Graus!


miscellanea
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