Seiten

Dienstag, 17. Juni 2014

Trotzdem (Seifen Nr. 79 bis 81)

Es ist ganz entschieden die Zeit der Rosen. Auf unserer Fahrt in den Odenwald und zurück begleiteten uns die blühenden Büsche der Heckenrosen am Straßenrand, grüßten Gartenrosen huldvoll nickend über die Zäune, in allen Farben und Formen. Das hat so etwas Wonnig-Üppiges, Verschwenderisches an sich. Aber zurzeit ist alles so. Die Nächte sind kurz und warm und nicht zum Schlafen gemacht, die Glühwürmchen kariolen liebestrunken schwankend durch unseren Garten, dazu der volle Mond – also genau die richtige Zeit für einen Post mit Weihnachtsseifen; denn auf die eine oder andere Weise muss man sich ja ablenken. Aber im Ernst, nach so einer langen Blogpause könnt ihr wirklich nicht lauter jahreszeitlich passende Berichte von mir erwarten. Ich bin da ziemlich in Verzug geraten.






Also zu den Weihnachtsseifen. Ich habe gleich drei Rezepte gesiedet und mit verschiedenen, weihnachtstauglichen ÄÖ beduftet.

Zuerst eine Nelkenseife. O ja, ich weiß, am Nelkenöl scheiden sich die Geister, aber ich liebe den Duft, auch wenn er dem Seifenleim so einheizt, dass man Angst um seine Seifenformen haben muss. In dieser Seife habe ich ihn mit Orangenöl bitter kombiniert.

250g Kokosfett
50g Sheabutter
30 Chips weißes Bienenwachs
250g Distelöl
100g Mandelöl
30g Sojacreme
30g Zucker in der Lauge
6% Überfettung
(27.10.2013)

Nette cremefarbene Seifchen sind das geworden.




Aber nicht alle haben einen weihnachtlichen Anstrich. Es gibt auch Nelkenhäschen.



Das passt zwar wie die Faust aufs Auge, aber mir ist das wurscht. Ich mag die dicken Hasen trotzdem.
Natürlich durften auch lecker nach "Weihnachtsgewürz" (ÄÖ-Mischung von Behawe) duftende Seifen nicht fehlen, nach folgendem Rezept gesiedet:


250g Kokosfett
245g Olivenöl
255g Distelöl (ölsäurereich)
100g Sheabutter
50g Stearin
100g Mandelöl
100g Sojacreme
40g Zucker in der Lauge
5-6% Überfettung
Duft: Weihnachtsgewürz (ÄÖ-Mischung Behawe)
Farbe: Rot und Grün (Behawe)
(27.10.2013)

Das Rot ist wie üblich orange geworden und das Grün ist etwas zu dunkel ...





... aber die Blasengel und die hüpfenden Rentiere oder Rehe oder Gazellen finde ich trotzdem recht ansprechend. Zu guter Letzt bin ich am 10. November nochmals an den Siedetopf geeilt, um folgende Ingredienzien zu verseifeln:


250g Kokosfett
250g Distelöl (ölsäurereich)
100g Sheabutter
200g Mandelöl
30 Chips weißes Bienenwachs
50g Sojacreme
30g Zucker in der Lauge
6% Überfettung
Farbe: Rot von Behawe
Duft: ÄÖ Limette, Orange (süß), Orangenblüte, Litsea cubeba, Mandarine grün, Nelke

Und die Seife gefällt mir so richtig gut (gar nichts mit "trotzdem"). Sie sieht aus wie Marmor oder eine Kamee. 




Und der Duft war einfach himmlisch. Ich sage "war", weil mir alles, jedes einzelne Seifenstück entrupft worden ist. Ich werde aber versuchen, dieses feine Seiflein zu reproduzieren. Ich muss damit ja nicht bis Weihnachten warten.
Bis dahin werde ich mir statt der Seifenhüpfer eben die Rehe in unserem Garten ansehen.




Ja wirklich, die gehen da seelenruhig spazieren und fressen unsere Himbeersträucher oder wonach es sie sonst noch gelüstet. Empörend! Ich finde sie aber trotzdem niedlich. Die Rehe natürlich, nicht die abgenagten Sträucher.

miscellanea

Freitag, 6. Juni 2014

Frühlingsbilder


Wie schreibt Wilhelm Busch so schön? „Eins, zwei, drei - im Sauseschritt, eilt die Zeit, wir eilen mit." Ich bin in diesem Frühjahr so recht und schlecht mitgestolpert, von Eilen keine Spur und trotzdem ist - hoppzack - mittlerweile sogar schon Ostern lange vorbei. Die letzte Osterdekoration ist endlich abmarschiert ins Depot. Tschüs, bis nächstes Jahr!


Und die Kuchenhasen hatten sich zum Schluss auch nichts mehr zu sagen.


Der Bursche mit dem blauen Band hüpft mittlerweile mit einem Fuß schon im Sommer herum und hat längst die kahlen Anfänge ...



... die weißen Blüten ...




... und auch das dominante Gelb der Rapsfelder hinter sich und nur ein paar Fotos übrig gelassen, wenn auch diese friedlichen Abendbilder hier ein bisschen täuschen. 



An diesem Hang hat nämlich am 12. September 1504 die blutigste Schlacht des Landshuter Erbfolgekrieges stattgefunden, eine der letzten Ritterschlachten. 


Und ja, Kaiser Maximilian I., der letzte Ritter, hat auch mitgetan (lauter letzte Menschen und Dinge. Das passt so gar nicht zum Frühling). Die Massengräber für die Gefallenen sind noch heute in diesem Wald erkennbar, für den, der unbedingt danach suchen möchte. Mir wäre es genug, wenn sich in dieser ruhigen und liebenswerten Landschaft nie mehr etwas Dramatischeres ereignen würde als solche abendlichen Wolkenspiele. 



Es genügt ja schon das Echo, das aus den Tiefen der Zeit nachklingt.


Es gibt natürlich auch Neuanfänge, wozu wäre denn sonst der Frühling da. Also haben wir – kaum dass ein Jahr vergangen ist – unser Versprechen eingelöst: Die Birke steht seit Ende Februar an ihrem neuen Platz im Garten, hier noch unbelaubt, gleich nach dem Pflanzen:



Inzwischen ist sie hübsch und prächtig grün. Der froschige alte Miesepeter darf natürlich nicht fehlen. 



Und weil er jetzt gar nichts mehr zu nörgeln hat, ist seine Laune noch einen Tick schlechter geworden. Manchen Leuten kann man eben nichts recht machen!


Unser niegelnagelneuer Hummelkasten - hier kurz, bevor er an seinen Standplatz im Garten gekommen ist - hatte vorübergehend eine Mieterin gefunden, allerdings nicht ganz aus der gewünschten Zielgruppe – zu viele Beine und zu wenige Flügel, eindeutig! Wir haben sie deshalb – mit aller gebotenen Vorsicht natürlich – entmietet.


Obwohl wir sogar zum Kidnapping gegriffen haben, um eine Hummelkönigin, irgendeine, egal ob mit gelbem, weißem oder orangefarbenem Hintern, für die hölzerne Prachtresidenz zu interessieren ...




... nisten die Hummeln derweil lieber wie gewohnt in den alten Mauselöchern der Böschung. Da ist es wohl auch sicherer. Hoffentlich! Und Hauptsache sie sind überhaupt da.
In unserem Garten wuchert und blüht alles, besser gesagt, es wächst uns über den Kopf. Aber dieses Jahr haben wir wenigstens ein bisschen Muße alles zu genießen, z.B. diese etwas altmodische Rose mit Riesenblüten. Aus gelbrosa Knospen ...



... entwickeln sich Blüten mit einem Durchmesser von ca. 15 Zentimetern, mit zurückgeschlagenen Blütenblättern.



Letztes Jahr hat sie nur schwach geblüht. Das macht sie dieses Jahr mit geradezu lasziver Üppigkeit wieder wett:



Mit ähnlicher Überfülle hat uns unser Holunderbusch vor dem Balkon bedacht. Ungefähr hundert Blütendolden haben wir entweder in Form von Hollerkücheln gefuttert ...




... oder zu Holunderblütensirup und -gelee verarbeitet.



Und immer noch ist der Strauch voller Blüten!





Das Geißblatt wollte unbedingt mit ins Bild. Also habe ich ihm den Gefallen getan. Es ist auch zu hübsch!
Natürlich haben wir schon wieder Abende lang am Kamin gesessen und dem Froschkonzert in den Auen zugehört. Ich mag das. Es hat so etwas Beruhigendes. Das hat wohl auch der Feuerdrache gedacht, der seine Schnauze hier aus dem Feuer reckt. Oder vielleicht hat er nur unser Abendessen gewittert. Wer weiß?



Die Einladung zu einer Portion Hollerkücheln hat er aber dankend abgelehnt. Der weiß wirklich nicht, was gut ist!
Soweit zum Frühling.
Es hat sich natürlich noch allerlei anderes getan in den letzten Monaten, sogar ein bisschen in der Seifenküche, und es gibt auch sonst allerhand zu berichten aus meiner Blogpause. Aber davon werde ich nach und nach erzählen.
Jetzt gibt es noch, passend zur Tageszeit ein körniges Nachtfoto vom letzten Vollmond:



Dann werde ich mich auf mein Lager werfen; denn morgen geht es über die Pfingsttage in den Odenwald, Freunde besuchen, Geburtstag feiern, ratschen, faulenzen. Ach ja, vor allem faulenzen. 

miscellanea

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Ein weihnachtliches Wichtelpaket

Ein Wichtelpaket ist bei mir angekommen, von Maren aus dem Seifentreff. Mit viel Liebe gepackt und ausgesucht, lauter schöne Sachen, die mir große Freude bereiten. Das Paket habe ich schon am 22. Dezember ausgepackt, aber erst, nachdem der mir sehr liebe Weihnachtstrubel mit Familie und gemeinsamem Essen vorbei ist, finde ich endlich Zeit mein wunderschönes Wichtelpaket zu würdigen. Meine Wichtelmama hat mir lauter Ahs und Ohs entlockt. Aber seht selbst:
Ein ätherischer Engel aus trockenen Blüten und Blättern. Eine einfache Idee, aber sehr wirkungsvoll:



Selbstgefärbtes Garn aus Schurwolle und Seide in einem zauberhaften Grün. Da hüpfen die Nadeln schon vor lauter Vorfreude:



Schleckereien. Hüftgold kann man nie genug haben. Na ja, wenn es sich bereits an den Hüften angesetzt hat, schon, aber vorher nicht:



Eine tolle Seife, Lippenpflegestift, Ringelblumenkörpermilch, Malvenbalsam:



Eine originelle "Weihnachtskarte", nämlich eine Astscheibe; was für eine nette Idee! Und ein behäkeltes Teelicht:



Ein Halsschmeichler mit einem selbst entworfenen Strickmuster; so etwas könnte ich gar nicht!



Eine selbstgemachte und verzierte Handspindel mit Wolle und Anleitung. Ich habe schon eine recht große Spindel, aber mit der spinne ich noch lauter Regenwürmer. Nun, ich bevorzuge den neudeutschen Begriff "Art Yarn" dafür. Mal sehen, ob ich mit der kleineren Spindel auch ein feineres Garn spinnen kann (feines Seemannsgarn?):



Und etwas, was mein Bastlerherz entzückt, habe ich auch noch ausgepackt - ein Stück getrocknete und bemooste Rinde, einfach wunderschön. Das gibt mir doch gleich Ideen für eine neue Spanschachtelkrippe:



Liebe Maren, ich denke, ich habe Dich als meine Wichtelmama enttarnt. Du hast mir mit jedem Deiner Geschenke eine große Freude gemacht. Vielen, vielen Dank und noch eine gesegnete und frohe Weihnachtszeit!
Mir ist auch ganz weihnachtlich warm ums Herz. Endlich wieder eine bewohnbare und aufgeräumte Bude. Endlich keine Handwerker mehr, wenigstens bis nächstes Jahr. Endlich Ruhe und Frieden. Endlich Weihnachten. Was will man mehr?
Frohe Weihnachten, euch allen!

miscellanea
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...