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Freitag, 6. März 2015

Einmal Winter und zurück

Wir haben uns wieder einmal herumgetrieben, zwar nicht gerade kürzlich, aber Anfang Januar waren wir unterwegs in Linz und dann im Waldviertel. Warum? Nachdem der Winter bei uns wieder bis nach Weihnachten so untätig gewesen ist, wollten wir richtigen Winter für echte Männer (grrrrr). Darum.
Natürlich war es zuhause dann mit dem nachweihnachtlichen Schnee auch ganz nett. 

Winterwonderland in Bavaria
Besonders weicher Sitz gefällig?
Im Winterschlaf

Wir haben uns aber trotzdem auf den Weg gemacht. Erste Station war die schöne Stadt Linz.

Näher am Dom hätten wir wohl kaum schlafen können,
außer wir hätten im Schlafsack vor dem Portal kampiert.
Anatomisch unmöglicher Engel im
Alten Dom
Noch Weihnachten oder schon Fasching?
Nein, eindeutig noch Weihnachten!
Das Ars Electronica Center:
Eine schöne Art den Tag zu verbummeln

Nachdem wir am letzten Tag noch den Pöstlingberg, auch schon mit ordentlich viel Schnee, besichtigt hatten, ...

Von unten nach oben:
Der fromme Pilgerblick, wie erwünscht
Von oben nach unten:
Ein Versprechen von noch mehr Schnee
Ein Märtyrer leidet still und friert geduldig
Drinnen wieder so ein armer, sich windender Drache ...
... fix und routiniert erlegt vom Hl. Georg.
Der muss nicht einmal mehr hinsehen.

... sind wir weiter ins Waldviertel gefahren, und es begann zu schneien und zu schneien. Es hörte gar nicht mehr auf. Anderntags lag der Schnee fast knietief und pulvrig zu unseren Füßen, besser um unsere Füße und Unterschenkel, und das war auch gut so; denn nach unserer abenteuerlichen Fahrt über Berg und Tal auf vereisten Straßen mit einem Topping aus Schnee und einem angenehm behaglichen Abend, sowie einem luxuriösen Frühstück in Österreichs erstem Faulenzerhotel ging es ab auf die Piste, aber nicht mit Skiern, sondern mit Schlitten und Hunden. Ihr lest ganz richtig: Wir haben uns als Musher versucht. 

Das Wetter war traumhaft!
Na ja, wenn Engel reisen ...
... tanzt sogar der Schnee.

Das hättet ihr mal sehen sollen: Ein Haufen Wahnsinniger, die keuchend hinter Schlitten mit je zwei lachenden Huskies her den Berg hinauf hecheln, nur um dann bei der Talfahrt reihenweise kopfüber in den Schnee zu purzeln. Denn diese Hundchen sind natürlich nicht dumm. Die ziehen nur, was sich auch leicht ziehen lässt. Das heißt, dass sie bergauf mit tatkräftiger Beinarbeit des Möchtegern-Schlittenführers rechnen. Und bergab wissen sie genau, wann es Zeit ist, aus der Spur zu gehen, um ihren Pseudo-Jack-London, der das Bremsen vergessen hat, kurz einmal samt Schlitten überholen und in den Schnee plumpsen zu lassen, nur um dann locker weiterzutraben, verfolgt von einem verzweifelten Schneemann, der sie wieder einfangen will. Kurz - Es war herrlich vergnüglich. Wie sagt man so schön? Eine Mordsramasuri. Und ich muss gestehen: Es hat auch mich in den Schnee geköpfelt, und der Schlitten wäre mir fast entkommen, aber nur fast, ich habe gekeucht wie eine alte Lokomotive, als ich hinter meinen Hunden den Berg hinaufgestapft bin, aber ich hätte trotzdem gute Lust es nächstes Jahr mit der nächsten Stufe, einem Schlitten mit vier Hunden, zu probieren. Es hat einfach zu viel Spass gemacht!
 
Sooo - wo bleibt der nächste Schneetaucher?

Und das Waldviertel ist wirklich schön. Auch und gerade in der Zeit nach Dreikönig, wo die Weihnachtsurlauber wieder weg und die Faschingsurlauber noch nicht da sind. Skifahrer sind da, logisch, aber im Grunde ist es eine recht "untouristische" Zeit. Es gibt keine Großstädte, aber einige nette beschauliche Städte, eine schöne, waldbuckelige Landschaft, in Schnee und manchmal etwas winterliche Düsternis gehüllt, wie im Bayerwald, eine Gegend, um auszuspannen.

Wald, Schnee, Bergbuckel ...
... kann man davon jemals genügend Fotos haben?

Und soll ich euch was sagen? Es hat richtig gut getan, einmal wieder im Schnee herumzutollen. So ein schönes Wintergefühl hatte ich schon mehrere Jahre nicht mehr. Ich bin eben ein Vierjahreszeitenmensch; und ein bisschen Schnee im Genick macht mir nichts aus und wieder mehr Lust auf Sommer oder besser erst mal auf den Frühling, der schon schelmisch um die Ecke schielt.

miscellanea

Sonntag, 28. Dezember 2014

Parade

"Ja, is denn heid scho Weihnachtn?" Nein Franzl, Weihnachten ist schon vorbei. Und es war ein schönes Fest nach einer sehr geschäftigen Adventszeit. Vielleicht habe ich ja zwischen den Jahren noch ein bisschen Muse, darüber zu berichten. Aber auf jeden Fall muss ich euch alle meine Plätzchen - geschenkte und selbst gebaute - zeigen. Diese hübsch verpackten und leckeren Teile stammen aus dem Plätzchentausch im Seifenforum. Schickst Du zehn Päckchen Plätzchen einer Sorte weg und zurück kommen zehn verschiedene Sorten, dank zweier rühriger Organisatorinnen. Danke nochmals, ihr Fleißigen!

Liebevoll eingepackt

Und auf dem Teller haben sie sich auch gut gemacht, aber nur kurz (ganz kurz). Dann waren die meisten futsch.

Und liebevoll ausgepackt

Selbst habe ich natürlich auch gebacken - Lebkuchen ...

Herzerl und Scheiben im Reigen

... in allen möglichen und unmöglichen Formen. Eigentlich sind es Honigkuchen mit Mandeln und anderen Schleckerzutaten angereichert. Aber das ist den Elchen ...

Besuch aus dem Hohen Norden

... und den Füchsen schnurzpiep. Sie sind immerhin in weihnachtlicher Mission unterwegs, undercover ...


Ein Fuchs im Lebkuchenwald

... oder gestylt:

Weihnachtsboten mit Schleife und Päckchen

Auf dem Weg zur Gebäckschüssel: Butterteigplätzchen. Im Weihnachtsverkehr kommen da nur die Hüpfer und Fliegeriche weiter. Für alle anderen heißt es warten. Und der Dackel macht sowieso alles anders.


Das Kamel hält den ganzen Verkehr auf
Da geht Waldi lieber eigensinnig in die Gegenrichtung

Allerorten Engerl, christliche Symbole und Grußbotschaften, aber auch ganz normales Getier verleiht den Springerle, vulgo Marzipan, scharfe Form. 


Geflügelte Boten und Glückwünsche


Sie hat die Haare schön, aber einen sehr
strengen Gesichtsausdruck. Was das
Jesuskind wohl angestellt hat?

Uups! Falsche Jahreszeit, falsches Fest?

Ich habe mich wirklich bemüht, wenigstens einmal alle Sorten auf einem Teller zu versammeln, aber auch hier fehlt etwas, nämlich die Haferflockenplätzchen.


Aber schließlich haben es (fast) alle auf den Teller geschafft

Doch was soll's? Es war schön, das Haus wieder einmal voller Besuch zu haben, so viele Freunde und Verwandte, dass wir kaum alle am Tisch Platz gefunden haben. Wir haben geplauscht und gelacht und unter dem Christbaum Geschenke ausgepackt. Und wir haben geschlemmt, wie man es nur an Weihnachten tut. Zum Glück, sonst würden wir alle nicht mehr durch die Türen passen. So soll Weihnachten sein: Fröhlich und ein bisschen (sehr) chaotisch. Ich hoffe, auch bei euch, meine lieben LeserInnen war Weihnachten schön und entspannt. 

2. Weihnachtstag, vormittags

Im Trubel sind ein paar Weihnachtsgrüße unerledigt geblieben. Sie müssen noch nachgeholt werden. Aber damit befinde ich mich in guter Gesellschaft; denn auch das weiße Weihnachtswetter hat sich um zwei volle Tage verspätet. Trotzdem schön.


2. Weihnachtstag, nachmittags:
Die weiße Weihnacht ist angekommen.
War wohl mit dem ICE unterwegs.

Und was lernen wir daraus? Es muss nicht alles perfekt sein, um als gelungen in Erinnerung zu bleiben, wenigstens in meiner.


miscellanea

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Bunte Haarseife (Seife Nr. 92)

Ja, so geht die Zeit dahin. Das Jahr ist vorbeigezischt, gerade dass ich noch die Monatsnamen entziffern konnte! Die Seife, die ich euch heute zeige, kann ich fast schon anwaschen, da sie bereits am 25. Oktober entstanden ist. Dabei habe ich das Gefühl, dass ich sie erst gestern fabriziert habe. Das Rezept:

46g Cameliaöl
71g Jojobaöl
300g Distelöl (ölsäurereich)
200g Kokosfett
215g Palmkernfett
Überfettung: 4-5%
Ein Prischen Salz für die Lauge und Puderzucker dazu
Sie duftet nach den ÄÖ Mandarine (grün), Orangenblütenöl, Litsea cubeba
Gefärbt ist sie mit Farben von VvW: Chambray, Apple, Fuchsia, Cowslip

Der Seifenleim blieb recht lange flüssig und das musste auch sein; denn ich habe zuerst etwas blauen Seifenleim in die Form gefüllt und die anderen Farben dann mit einer ziemlich großen Spritze in das Blau gespritzt, um diese schneckenförmigen Wirbel zu produzieren. 


Das hat recht gut funktioniert, ... 



... bis der Leim andickte und sich statt hübscher Wirbel, weniger hübsche, dafür umso größere Löcher im Seifenleim bildeten, was ich natürlich erst nach dem Anschneiden entdeckt habe. 




Kurzerhand habe ich entschieden, dass Klaus Seifenkobold nicht dort einziehen darf. Das sind nämlich Drachenfenster und keine Widerrede!



Leider hat die Seife sehr stark gegelt - na gut, ich gebe zu, dass ich ihr ein bisschen zu heftig eingeheizt habe. Auch hat jedes von mir wieder einmal eingerührte Luftlöchlein Sodaasche angesetzt. Trotz all ihrer Schönheitsfehler gefällt mir die Seife mit ihren bunten Kringeln. Mit dem Restleim habe ich noch Elefantenförmchen gefüllt.


Diese Seifen sind glatt und hübsch, hatten aber auch keine so heftige Gelphase.
Und die Farben - sehen die nicht fast aus wie bei einem Sonnenuntergang?


Hier bricht eine Herbstnacht herein im Bayerischen Wald. Ich liebe dieses Farbenspiel. Nach so vielen hellen und ungefärbten Seifen ist so eine bunte richtig wohltuend für das Gemüt. Gerade richtig für die dunkle Jahreszeit.

miscellanea


Montag, 10. November 2014

Die alte Weide

Direkt am Aufgang zu unserer Wohnung steht eine alte, sehr hohe Weide. Dass es dem alten Baum nicht besonders gut geht, wissen wir schon seit dem Einzug. Aber wir konnten uns nicht überwinden, ihn zurückzuschneiden. So hat er noch im Frühling letzten Jahres ausgesehen:


Aber was sein muss ...
Den dicken, morschen Ast rechts und die dickeren Äste in der mittleren Etage haben wir jetzt weggeschnitten und die Schnittstellen versorgt. Ein trauriger Anblick.


Für den morschen Ast war es aber wirklich höchste Zeit.



Doch wahrscheinlich müssen wir auch die hohe Krone zurücksetzen. Dafür brauchen wir aber einen Profi; denn der Baum ist wirklich riesig und sturmgefährdet. Und egal, wohin die Krone bei einem Sturm stürzt, auf unser Dach oder in das wilde Waldgrundstück nebenan - entweder gibt es Ärger mit dem Besitzer des Wäldchens oder wir müssen das Dach reparieren. Wieder einmal. Also werden wir unserer Weide wahrscheinlich in absehbarer Zeit einen schicken Bubikopf verpassen.


Mir hat der Anfall an Schnittgut auch dieses Mal schon genügt. Weidenzweige - brusthoch auf der Terrasse:




Und trotzdem mochte ich diese Fülle an Rohstoffen nicht einfach durch den Schredder jagen und auf dem Kompost entsorgen. Das erschien mir - lacht mich nicht aus - respektlos gegenüber dem alten Baum. Also haben wir, habe ich "verarbeitet".
Von den Ästen mittlerer Dicke haben wir einen Teil gleich geschnitten und aufgeschichtet. Ich mag es, wie sich die verschiedenen Holzarten auch farblich unterscheiden.


Auch etliche Knoten (Dutzende!) aus Weidenzweigen habe ich zum Trocknen aufgehängt. Nächstes Jahr werden sie zur Hälfte in flüssiges Wachs getaucht - schnelle Kaminanzünder.


Und als Korbflechterin habe ich mich auch versucht. Ich wollte schon immer einmal mit einfachem Gartenschnitt flechten. Bisher habe ich nur einige Male mit gekauften und gewässerten Weiden geflochten, z.B. dieses Blatt:


Also habe ich mir vom Weidenschnitt eine Menge der dünnen und biegsamen Zweige aufgehoben und mich heute daran gemacht einen Holzkorb zu flechten. Einen Schönheitspreis wird er wohl nicht gewinnen, das ist sicher. Aber ich bin ganz zufrieden mit dem, äh, etwas rustikalen Ergebnis. Er soll ja auch nur das Holz neben der Feuerstelle zusammenhalten.


So ungewässert sind die Weidenzweige recht spröde. Bei den scharfen Knicken am Rand sind viele gebrochen. Und beim Griff musste ich schummeln. Auch mit den dünnsten Trieben konnte ich ihn nicht umflechten. So habe ich einfach Sisalschnur genommen.


Ein paar besonders saftige Zweige habe ich mir auch noch zur Seite gelegt. Die werde ich schälen und die Rinde trocknen für Weidenrindentee.
So war ich heute Abend ganz zufrieden mit mir, auf eine wohl etwas archaische Weise (archaisch - passt perfekt zu dir): Nützliche Dinge geerntet, hergestellt, eingelagert und somit vorgesorgt für schlechtere und gute Tage. Dazu dann am Feuer gesessen und Gedanken gesponnen. Das haben schon die Altvorderen in der Steinzeit so gemacht.
Feuervögel ...


... oder Engel?


Nein, eine Hand, die eine Flamme hält.


Was für ein befriedigender Tag! Und mit so einfachen Dingen erreicht.

miscellanea
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