So ein Fleißbildchen ist was Feines. Es beweist dir klar, dass du die Erwartungen erfüllt hast (deine oder die der anderen?). Aber wer, so wie ich, mit seinen Wichtel- und Themenseifen im Rückstand ist, darf kaum eines erwarten (eine Runde Mitleid - ooh - aber nicht von mir!). Aber es gibt ja nicht nur Seifen, ab und zu kann man auch mal was anderes machwerkeln. Ich habe mir z.B. vorgenommen - zuzeiten als das Jahr noch jung, unschuldig und hoffnungsfroh war - bis Jahresende 24 Paar Socken zu stricken. Bisher bin ich bei Paar Nummer 8. Und das ist aus dicker Wolle (um dein Ziel zu erreichen, wirst du wohl für die Sieben Zwerge stricken müssen. Die haben kleine Füße, sonst - adieu Fleißbildchen).
Aber immerhin war die Filznadel nicht untätig. Das ist Filzseife Nummer 3 mit einem schon herbstlichen Eichblattmotiv:
Und auch wenn ich nicht so fleißig war, wie ich gerne wollte, waren und sind es andere für mich. Diese schöne, elaborierte Aschenputtelseife ist der Beitrag von SchwesterEster für unseren Märchenseifenschieber. Da ist alles drin: Linsen, Tauben, ein selbstgenähter Wendekittel mit Sternenkleid (ob vom Bäumchen oder aus der Nuss oder von SchwesterEster weiß ich nicht), und die drei Nüsse aus der tschechischen Filmversion fehlen auch nicht. Man beachte vor allem den durchsichtigen Tanzschuh aus Transparentseife - handgeschnitten! Für weitere Bilder guckst Du da.
SchwesterEster bekommt auf jeden Fall einen Zehnerpack Fleißbildchen.
Fleißig waren auch meine Kampfklöpplerinnen wieder. Sie haben neue Seifen gebaut. Aber ich weiß nicht, wie ich sie dazu bringen soll, ihre Seifen nicht immer auf Zwergengröße herunterzusäbeln. Mädels, sage ich, die Stücke sollten ohne Lupe zu erkennen sein. Aber was hilft's? Habt ihr schon mal mit einer Mauer gesprochen, ich meine mit der unverputzten, besonders tauben Seite?
Nehmt das Eiswürfelherz (was für ein blödes Wort) als Vergleichsgröße.
Und noch was Fleißiges: Ein wahres Heinzelmännchen ist bei uns eingezogen. Aber, psst, hier schläft es, nicht wecken. Sonst rennt es wieder durch die ganze Wohnung und saugt alles ein, was es findet.
Ein absolut, geniales Teil! Gestern musste ich es aus einem Berg von Bildchen freischaufeln. Ich war gelb vor Neid.
Und übrigens: Aus der rosafarbenen Wolle habe ich für Amelie noch Pulswärmer (chen) gestrickt. Schade, dass die Rosaphobikerin die wohl nie zu Gesicht bekommen wird. Die Tränen würden ihr kommen.
Ob sie Amelie gefallen, kann ich nicht sagen. Sie ist zwar schon da, aber noch nicht ganz von dieser Welt und für Mode interessiert sie sich noch nicht wirklich. Aber auch mir reicht es jetzt mit dieser quietschrosa Wolle. Ich stricke zur Abwechslung mal Socken aus hellbrauner Tweedwolle - das volle Gegenprogramm. Vielleicht gibt's ja dafür mal ein Bildchen oder zwei oder zehn. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben.
miscellanea
Samstag, 11. August 2012
Montag, 6. August 2012
Rose (Seife Nr. 53)
Eigentlich wollte ich am 2. August ja eine Dornröschenseife sieden, mit so richtig prinzessinnenfeinen Inhaltsstoffen wie Seide, Arganöl, Sheabutter etc. Und duften sollte sie himmlisch nach Rosen. Und ja, ganz klar, die Farbe Rosa sollte auch dabei sein. Wie gesagt - all das sollte und ist irgendwie auch, aber nicht so, wie ich wollte.
Dabei hatte ich so ein schönes Rezept (eher ein krummes):
8g Palmkernfett
192g Palmfett
50g Kakaobutter
100g Sheabutter
20g Arganöl
250g Mandelöl
220g Erdnussöl
20g Aloe Vera Gel
Geplante ÜF: 6-7%
Seide für die Lauge
Gefärbt mit: Dark Pink und Rosa Tonerde
Beduftet mit: Rosenöl
Entstanden ist eine Seife, die ganz sicher nicht als Kandidatin für den Ugly Soap Contest im Seifentreff infrage kommt. Aber nein, mein Dornröschen ist es auch nicht geworden.
Ich kann mir nicht denken, was der Seife an dem Namen nicht gefallen hat, dass sie nicht so gelingen wollte, wie ich mir das vorgestellt hatte. War es die Verkleinerung am Ende oder der stachelige Anfang des Namens "Dornröschen"? Ich weiss es nicht und sie hat es mir nicht gesagt. Sie schmollt rosenduftend und schweinchenrosa gefleckt vor sich hin.
Ich gebe ja zu, dass ich vielleicht nicht zwei verschiedene Rosatöne gleichzeitig hätte einsetzen sollen. Und vielleicht hätte ich auch nicht sooo viel rosafarbenen Leim anrühren müssen. Und ja doch, eventuell wäre es hilfreich gewesen, noch mehr flüssige Öle zu nehmen, anstatt in einen Seifenleim mit einer erklecklichen Menge fester Fette auch noch 20ml Rosenöl zu kippen; und zwar nur zum ungefärbten Teil, der sich dann rasend schnell verdickte, während die rosa Partien schön flüssig blieben und alles zusammen eine fatale Ähnlichkeit mit Vanillepudding und Himbeersoße annahm. Zugegeben, ich hätte vielleicht meine zusätzlichen Formen nicht kurz vor dem Seifeln wieder zur Seite räumen sollen, dann hätte ich nicht wahllos die Schildkrötenform grabschen müssen, um den widerspenstigen Seifenleim in eine annehmbare Form zu zwingen, sondern hätte gleich die besser passende Wellenform gefunden, die ich mir eigentlich bereitgelegt hatte.
So habe ich hier auch wunderbar gelungene Vanillepudding-Himbeersoßeschildkröten, die vollkommen der Natur gemäß nach Rosen duften (wage niemand, etwas anderes zu behaupten!).
Aber ich kann mir jetzt schon vorstellen, was mit Dornröschen falsch gelaufen ist. Eine Prinzessin verlangt Aufmerksamkeit und Hingabe, Kratzfüße und Hofknickse. Sie möchte gebeten werden. Na gut, soll sie haben. Es gibt immer einen nächsten Versuch, und dann werde ich mich einen Abend lang nur ihr widmen. Und vielleicht kann ich dann ein Dornröschen hervorlocken, wie es mir vorschwebt. Mal sehen.
miscellanea
Dabei hatte ich so ein schönes Rezept (eher ein krummes):
8g Palmkernfett
192g Palmfett
50g Kakaobutter
100g Sheabutter
20g Arganöl
250g Mandelöl
220g Erdnussöl
20g Aloe Vera Gel
Geplante ÜF: 6-7%
Seide für die Lauge
Gefärbt mit: Dark Pink und Rosa Tonerde
Beduftet mit: Rosenöl
Entstanden ist eine Seife, die ganz sicher nicht als Kandidatin für den Ugly Soap Contest im Seifentreff infrage kommt. Aber nein, mein Dornröschen ist es auch nicht geworden.
Ich kann mir nicht denken, was der Seife an dem Namen nicht gefallen hat, dass sie nicht so gelingen wollte, wie ich mir das vorgestellt hatte. War es die Verkleinerung am Ende oder der stachelige Anfang des Namens "Dornröschen"? Ich weiss es nicht und sie hat es mir nicht gesagt. Sie schmollt rosenduftend und schweinchenrosa gefleckt vor sich hin.
Ich gebe ja zu, dass ich vielleicht nicht zwei verschiedene Rosatöne gleichzeitig hätte einsetzen sollen. Und vielleicht hätte ich auch nicht sooo viel rosafarbenen Leim anrühren müssen. Und ja doch, eventuell wäre es hilfreich gewesen, noch mehr flüssige Öle zu nehmen, anstatt in einen Seifenleim mit einer erklecklichen Menge fester Fette auch noch 20ml Rosenöl zu kippen; und zwar nur zum ungefärbten Teil, der sich dann rasend schnell verdickte, während die rosa Partien schön flüssig blieben und alles zusammen eine fatale Ähnlichkeit mit Vanillepudding und Himbeersoße annahm. Zugegeben, ich hätte vielleicht meine zusätzlichen Formen nicht kurz vor dem Seifeln wieder zur Seite räumen sollen, dann hätte ich nicht wahllos die Schildkrötenform grabschen müssen, um den widerspenstigen Seifenleim in eine annehmbare Form zu zwingen, sondern hätte gleich die besser passende Wellenform gefunden, die ich mir eigentlich bereitgelegt hatte.
So habe ich hier auch wunderbar gelungene Vanillepudding-Himbeersoßeschildkröten, die vollkommen der Natur gemäß nach Rosen duften (wage niemand, etwas anderes zu behaupten!).
Aber ich kann mir jetzt schon vorstellen, was mit Dornröschen falsch gelaufen ist. Eine Prinzessin verlangt Aufmerksamkeit und Hingabe, Kratzfüße und Hofknickse. Sie möchte gebeten werden. Na gut, soll sie haben. Es gibt immer einen nächsten Versuch, und dann werde ich mich einen Abend lang nur ihr widmen. Und vielleicht kann ich dann ein Dornröschen hervorlocken, wie es mir vorschwebt. Mal sehen.
miscellanea
Dienstag, 31. Juli 2012
Sommerblues (Seife Nr. 52)
Ich habe mir wieder ein Babassuschätzchen geseifelt. Allein, wie dieses Öl schon beim Erwärmen duftet: Nussig, schokoladig - zum Fressen!
Ich habe es aber nicht gefuttert, sondern ganz brav folgende Zutaten verseift:
400g Babassuöl
200g Mandelöl
250g Erdnussöl
Geplante Überfettung: 6-7%
1 El. Meersalz für die Lauge
Das gibt eine schöne weiße Seife. Für die Farbe habe ich die Boesnerpigmente Cutipp lindgrün, violett und rot verwendet, die mir SchwesterEster aus dem Seifenforum netterweise in ihr Märchenschieberpaket gepackt hat. Der weiße Seifenleim duftet nach einem meiner Lieblings-PÖ: Torso. Das hatte ich glücklicherweise zur Hand, weil mir alprinceton in Upflamör ein Fläschchen davon geschenkt hat. Vielleicht sollte ich mich einmal mit einem Hut an die Straßenecke setzen, um mein chronisch mangelernährtes Konto ein bisschen aufzufüttern (bloß nicht! Sonst kommst du noch mit lauter Siedezutaten nach Hause!).
Ich denke aber, dass ich die Farben ein wenig zu knapp dosiert habe. Denn eigentlich wollte ich ein fröhliches, kräftigbuntes Sommerseifchen rühren. Aber beides, die Marmorierung wie die Farbe, sind ein bisschen schwach, eher wie eine Erinnerung: Zart, schön und fern. Ein bisschen Blues eben. Das könnte doch glatt auf diesen Sommer passen. Kaum da der Kerl, schon wird er uns wieder untreu und schwirrt ab.
Für ein Wellenstück hat der Seifenleim auch noch gereicht:
Wie singt Ella Fitzgerald so anrührend - Sie meint natürlich nicht den Sommer, sondern ihren untreuen Knilch: "Am I blue? Am I blue? Ain't these tears in my eyes tellin' You ... But now he's gone and we're through. Am I blue."
Gut, dass ich den Herbst ohnehin viel lieber mag, als den Sommer. Und in meine geplante Herbstseife werde ich so viel Farbe mischen, dass der Schaum seifenblasenbunt wird. Nix mehr mit Blues!
miscellanea
Ich habe es aber nicht gefuttert, sondern ganz brav folgende Zutaten verseift:
400g Babassuöl
200g Mandelöl
250g Erdnussöl
Geplante Überfettung: 6-7%
1 El. Meersalz für die Lauge
Das gibt eine schöne weiße Seife. Für die Farbe habe ich die Boesnerpigmente Cutipp lindgrün, violett und rot verwendet, die mir SchwesterEster aus dem Seifenforum netterweise in ihr Märchenschieberpaket gepackt hat. Der weiße Seifenleim duftet nach einem meiner Lieblings-PÖ: Torso. Das hatte ich glücklicherweise zur Hand, weil mir alprinceton in Upflamör ein Fläschchen davon geschenkt hat. Vielleicht sollte ich mich einmal mit einem Hut an die Straßenecke setzen, um mein chronisch mangelernährtes Konto ein bisschen aufzufüttern (bloß nicht! Sonst kommst du noch mit lauter Siedezutaten nach Hause!).
Ich denke aber, dass ich die Farben ein wenig zu knapp dosiert habe. Denn eigentlich wollte ich ein fröhliches, kräftigbuntes Sommerseifchen rühren. Aber beides, die Marmorierung wie die Farbe, sind ein bisschen schwach, eher wie eine Erinnerung: Zart, schön und fern. Ein bisschen Blues eben. Das könnte doch glatt auf diesen Sommer passen. Kaum da der Kerl, schon wird er uns wieder untreu und schwirrt ab.
Für ein Wellenstück hat der Seifenleim auch noch gereicht:
Wie singt Ella Fitzgerald so anrührend - Sie meint natürlich nicht den Sommer, sondern ihren untreuen Knilch: "Am I blue? Am I blue? Ain't these tears in my eyes tellin' You ... But now he's gone and we're through. Am I blue."
Gut, dass ich den Herbst ohnehin viel lieber mag, als den Sommer. Und in meine geplante Herbstseife werde ich so viel Farbe mischen, dass der Schaum seifenblasenbunt wird. Nix mehr mit Blues!
miscellanea
Begegnungen
Ich habe letzte Woche ein bisschen Kleinkram fertiggestellt und ein bisschen unterwegs war ich auch am Wochenende, und dazu kam Überraschungsbesuch und eine Begegnung der dritten oder vierten Art hatte ich auch. Das kam so: Diese Babyschuhe habe ich für Amelie gestrickt, damit sie warme Füsse hat, wenn sie diese Welt betritt.
Als ich den ersten Schuh fertig hatte, sah ich ihn mir an und - ich saß gerade im Zug - überlegte so bei mir, ob er nicht so ganz eventuell, vielleicht eine Spur zu 90er-Jahre-disco sein könnte. Da sagte die Frau, die mir gegenübersaß, plötzlich: "Also das können Sie einem Kind heute nicht mehr schenken. Dieses Rosa! Das ist ja so geschmacklos. Meinen Kindern hätte ich so etwas nicht angezogen." Sprach's und schaute wieder aus dem Fenster. Nach einer Minute Schockstarre kam mir eine etwas lahme Erwiderung über die Lippen, aber trotzdem hatte sie mir die Freude an den schrillen Schühchen zunächst verdorben. Ich will ja keinen Designpreis damit gewinnen. Das ist einfach ein netter Gag, weiter nichts. Und warme Hinterpfoten machen sie auch. Mein widerständiger Geist hat den Sieg davongetragen, und damit es auch richtig kracht, habe ich aus der übrigen Wolle gleich noch Socken, Paar Nr. 7, gestrickt, mit einer puscheligen Sollknickstelle:
Zu meiner großen Befriedigung kann ich sagen, dass schon zwei Leutchen dieses Paar Socken haben wollten. Und obwohl ich extra langsam gestrickt habe, bin ich dem rosahassenden Alien nicht mehr begegnet.
Wahrscheinlich hätte Sockenpaar Nr. 6 eher Zustimmung gefunden:
Ganz jemand anderem, nämlich unserem Überraschungsbesuch, sind wir am Freitag Abend begegnet. Dieses entzückende, milchbäuchige Miezenbaby hat bei unseren Müllcontainern herumgejammert.
Ein so zutrauliches und wohlerzogenes Katzenkind! Und leider, ja wirklich leider, hatte die Suche nach ihrem Dosenöffner Erfolg. Diesen Schnurrsack hätten wir glatt behalten. Aber am Sonntag Abend musste (konnte, durfte) das Miezchen wieder nach Hause. Ach, ja!!
Am Sonntag waren wir noch auf Besuch im Vorwald, Grillen, Ratschen, Baby besichtigen und Spazierengehen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich diese Landschaft liebe (so ein oder zwei Mal, eigentlich dauernd)?
Der Hafer raschelt und wispert schon, wenn der Wind darübergeht.
Es gibt zwar noch viele bunte Blumen auf den Wiesen, so wie diese hübschen Nelken:
Aber eigentlich ist schon die Zeit der blassen Doldenblüten.
Für den Sommer war's das. Die Blumenpracht wird erst im Herbst nochmals auftrumpfen.
miscellanea
Als ich den ersten Schuh fertig hatte, sah ich ihn mir an und - ich saß gerade im Zug - überlegte so bei mir, ob er nicht so ganz eventuell, vielleicht eine Spur zu 90er-Jahre-disco sein könnte. Da sagte die Frau, die mir gegenübersaß, plötzlich: "Also das können Sie einem Kind heute nicht mehr schenken. Dieses Rosa! Das ist ja so geschmacklos. Meinen Kindern hätte ich so etwas nicht angezogen." Sprach's und schaute wieder aus dem Fenster. Nach einer Minute Schockstarre kam mir eine etwas lahme Erwiderung über die Lippen, aber trotzdem hatte sie mir die Freude an den schrillen Schühchen zunächst verdorben. Ich will ja keinen Designpreis damit gewinnen. Das ist einfach ein netter Gag, weiter nichts. Und warme Hinterpfoten machen sie auch. Mein widerständiger Geist hat den Sieg davongetragen, und damit es auch richtig kracht, habe ich aus der übrigen Wolle gleich noch Socken, Paar Nr. 7, gestrickt, mit einer puscheligen Sollknickstelle:
Zu meiner großen Befriedigung kann ich sagen, dass schon zwei Leutchen dieses Paar Socken haben wollten. Und obwohl ich extra langsam gestrickt habe, bin ich dem rosahassenden Alien nicht mehr begegnet.
Wahrscheinlich hätte Sockenpaar Nr. 6 eher Zustimmung gefunden:
Ganz jemand anderem, nämlich unserem Überraschungsbesuch, sind wir am Freitag Abend begegnet. Dieses entzückende, milchbäuchige Miezenbaby hat bei unseren Müllcontainern herumgejammert.
Ein so zutrauliches und wohlerzogenes Katzenkind! Und leider, ja wirklich leider, hatte die Suche nach ihrem Dosenöffner Erfolg. Diesen Schnurrsack hätten wir glatt behalten. Aber am Sonntag Abend musste (konnte, durfte) das Miezchen wieder nach Hause. Ach, ja!!
Am Sonntag waren wir noch auf Besuch im Vorwald, Grillen, Ratschen, Baby besichtigen und Spazierengehen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich diese Landschaft liebe (so ein oder zwei Mal, eigentlich dauernd)?
Der Hafer raschelt und wispert schon, wenn der Wind darübergeht.
Es gibt zwar noch viele bunte Blumen auf den Wiesen, so wie diese hübschen Nelken:
Aber eigentlich ist schon die Zeit der blassen Doldenblüten.
Für den Sommer war's das. Die Blumenpracht wird erst im Herbst nochmals auftrumpfen.
miscellanea
Sonntag, 22. Juli 2012
Sie kann's einfach nicht lassen
Nein, das kann sie nicht. Jedes Wochenende woanders: Den ersten Julisamstag in Rust verjuchtelt und letztes Wochenende mit der Selbsthilfegruppe der anonymen Seifensüchtigen in Upflamör versiedet, verratscht, verschöpft, verschachtelt und verdreht. Ähm, ja.
Das Treffen begann schon mit einer sehr verräterischen Vorstellungsrunde (Namen von der Redaktion geändert): "Hallo, ich bin die Johanna und ich bin seifensüchtig." "Und ich heiße Martina und habe zuhause 5000 Seifen im Keller." "Ja, ich bin Linda und habe die Sache, denke ich, im Griff" ... Nun, Seifensüchtige waren wie immer in Upflamör genau an der richtigen Stelle, und jemand der schon ein paar Tausend Seifen hat, braucht sicher noch ein paar Dutzend mehr, und wer wen im Griff hatte, der Virus die Süchtigen oder umgekehrt, war an diesem Wochenende auch grad wurscht.
Natürlich haben wir wieder mit Sannyas nach ihren Rezepten geseifelt, diesmal eine Seife mit frischer Avocado und Aloe Vera (Seife Nr. 50) und eine Verlaufsschichtseife oder Schichtverlaufsseife (Seife Nr. 51). Na ihr wisst schon, man färbt 300g des Seifenleims in einer Farbe, gießt 200g in die Form, rührt in den Rest 200g des ungefärbten Seifenleims, gießt wieder 200g davon in die Form, aber vorsichtig, damit die untere Schicht so wenig wie möglich gestört wird. Dadurch wird jede Schicht ein wenig blasser als die vorhergehende, Farbverlauf eben.
Meiner Avocadoseife habe ich farblich ein wenig zu sehr mit "Forest Green", vulgo "Waldgrün" nachgeholfen. Trotzdem finde ich sie sehr schön. Und sie duftet fein nach Orangenöl süß und bitter, Tangarine und Orangenblütenöl. Die Seifen sind dieses Mal geradezu bereitwillig aus den Formen geschlüpft, so als wüssten sie, dass nach zwei Wochen dringend wieder ein Post fällig ist und ich Bilder brauche, zum Angeben natürlich, wozu sonst.
Und hier sind meine waldgrünen Avocadoschätzchen:
Niedlich behoste Miezen, sich sonnend:
Göttliche Willendorferinnen - man beachte den künstlerisch wertvollen Farbkontrast zu Tischdecke und Abendbrot-Tomaten:
Wilde Amerikaner
Friedliche Tauben und ein Steinbockerl - Das ist natürlich nur für mich!
Und - Plastik-Puddingbecher. Auf diesem Foto kommt die Farbe der Wirklichkeit am nächsten, mehr kann man dazu nicht sagen:
Eine Seifenform für Grobmotoriker - definitiv.
Die Schichtseife duftet farbkonträr und intensiv nach Lavendel, Lavandin, Amyrisöl, Bergamotte-Minze und Verbene. Aber das ist mir egal. Mir gefällt die sonnige Färbung mit "Sunset Yellow" auch mit einer lecker-lavendeligen Duftnote.
Eine kleine Kakaoader habe ich auch noch hineinpraktiziert. Und aus dem hellen Restleim ist noch eine etwas farblose Dahlie entstanden. Sieht aber doch hübsch aus.
Die Seife hatte eine Nacht lang Zeit für die Gelphase, da wollte sie aber nicht so recht. Erst als ich sie aufgeschnitten in meinem huschelig warmen Auto Richtung Heimat kutschiert habe, ist ihr so richtig heiß geworden. Als ich zuhause angekommen bin, war auch sie mit Gelen fertig.
Natürlich musste auch dieses Mal wieder eine Graupappeschachtel her. Das ging aber erstaunlicherweise ganz ohne Rumpelstilzcheneinlage meinerseits ab (ommm).
Die Schachtel ist übrigens mit dem Londoner U-Bahn- und Nahverkehrsplan bezogen. Ich bin so stolz auf mich! Und soo froh, dass Andrea Seifenzwerg mich überredet hat.
Doro hätte mich zum Perlendrehen gar nicht überreden müssen. Aber jedesmal wenn ich mich dem Perlenbrenner näherte, sass da schon jemand, oder ich musste dringend einem anderen Vergnügen nachgehen - Essen, Schachtel basteln, Seifeln, Papierschöpfen, Schiffchenspitze erklären, ratschen, Kaffeetrinken. Aber in der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich mir den Brenner doch noch erobert. Und das ist dabei herausgekommen:
Ich mag es, wenn die Perlen so ein bisschen (sehr) unregelmäßig sind (Doro schaut schon immer ganz mitleidig).
Dank Angelika habe ich auch eine ganz neue Verpackungsidee entdeckt. Praktischerweise habe ich gleich ein Ansichtsexemplar als Vorlage bekommen. Ab jetzt müssen sich Plastikwasserflaschen sehr vor mir hüten, wenn sie ihre Bodenständigkeit behalten wollen.
Marlene und ich haben am Samstag noch einen kleinen Workshop im Workshop veranstaltet - Papierschöpfen. Bevor ich mit Erklären fertig war, hatten sich schon alle auf die Schöpfbutten geworfen, Marlene und mir die Schöpfrahmen entrupft und in Nullkommanix stapelten sich ganze Berge von frisch geschöpftem Papier. Bevor meine Schöpfrähmchen sich selbständig gemacht haben, ist es mir noch knapp gelungen, selbst ein Kuvert und eine Karte mit Serviettenmotiven zu schöpfen.
Sogar die bunte Pulpe hat noch Abnehmer gefunden. Ich glaube, es gibt seit letztem Samstag ein paar Papierschöpfinfizierte mehr (hehe). Das haben wir gut gemacht, Marlene.
Ach, es war wieder schön in Upflamör! Ich freue mich schon auf Upf7 im nächsten März.
Auf dem Heimweg habe ich noch den Bussen besucht, den "Heiligen Berg Oberschwabens".
Ich treibe mich in letzter Zeit auffallend häufig auf heiligen Bergen herum. Ich muss das ganz schön nötig haben. Der Bussen ist jedenfalls ziemlich steil.
Auch die Vorstellung, dass schon Kelten und Römer sich da hinaufgewuchtet haben, hat mich nicht wirklich getröstet. Aber der Anstieg ist kurz und wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Das Innere der Kirche ist 60er-Jahre-modern und kühl und entspricht nicht den landläufigen Vorstellungen einer Wallfahrtskirche.
Ich bin dann noch zur Burgruine aus der Stauferzeit hinüberspaziert und habe den Bergfried erklommen.
Acht lange Jahrhunderte Dienst als Mauerstein zu tun, ist sicher sehr anstrengend. Das hat jedenfalls er mir so erzählt.
Oben dann ein gigantischer Rundumblick und Ruhe. Ich war ganz allein und konnte mich als Ritter und Burgherr auf Wache fühlen. Die einzigen Störenfriede waren allerdings heranziehende Regenschauer.
Ich bin eine ganze Zeit lang dort oben geblieben und habe in die Ferne, nein, in die Weite geschaut, bevor ich mich endgültig auf den Heimweg gemacht habe. Ich finde "Weite" ist ein so viel schöneres Wort als "Ferne".
Die Regenschauer haben mich übrigens erst kurz vor Memmingen eingeholt.
miscellanea
Das Treffen begann schon mit einer sehr verräterischen Vorstellungsrunde (Namen von der Redaktion geändert): "Hallo, ich bin die Johanna und ich bin seifensüchtig." "Und ich heiße Martina und habe zuhause 5000 Seifen im Keller." "Ja, ich bin Linda und habe die Sache, denke ich, im Griff" ... Nun, Seifensüchtige waren wie immer in Upflamör genau an der richtigen Stelle, und jemand der schon ein paar Tausend Seifen hat, braucht sicher noch ein paar Dutzend mehr, und wer wen im Griff hatte, der Virus die Süchtigen oder umgekehrt, war an diesem Wochenende auch grad wurscht.
Natürlich haben wir wieder mit Sannyas nach ihren Rezepten geseifelt, diesmal eine Seife mit frischer Avocado und Aloe Vera (Seife Nr. 50) und eine Verlaufsschichtseife oder Schichtverlaufsseife (Seife Nr. 51). Na ihr wisst schon, man färbt 300g des Seifenleims in einer Farbe, gießt 200g in die Form, rührt in den Rest 200g des ungefärbten Seifenleims, gießt wieder 200g davon in die Form, aber vorsichtig, damit die untere Schicht so wenig wie möglich gestört wird. Dadurch wird jede Schicht ein wenig blasser als die vorhergehende, Farbverlauf eben.
Meiner Avocadoseife habe ich farblich ein wenig zu sehr mit "Forest Green", vulgo "Waldgrün" nachgeholfen. Trotzdem finde ich sie sehr schön. Und sie duftet fein nach Orangenöl süß und bitter, Tangarine und Orangenblütenöl. Die Seifen sind dieses Mal geradezu bereitwillig aus den Formen geschlüpft, so als wüssten sie, dass nach zwei Wochen dringend wieder ein Post fällig ist und ich Bilder brauche, zum Angeben natürlich, wozu sonst.
Und hier sind meine waldgrünen Avocadoschätzchen:
Niedlich behoste Miezen, sich sonnend:
Göttliche Willendorferinnen - man beachte den künstlerisch wertvollen Farbkontrast zu Tischdecke und Abendbrot-Tomaten:
Wilde Amerikaner
Friedliche Tauben und ein Steinbockerl - Das ist natürlich nur für mich!
Und - Plastik-Puddingbecher. Auf diesem Foto kommt die Farbe der Wirklichkeit am nächsten, mehr kann man dazu nicht sagen:
Eine Seifenform für Grobmotoriker - definitiv.
Die Schichtseife duftet farbkonträr und intensiv nach Lavendel, Lavandin, Amyrisöl, Bergamotte-Minze und Verbene. Aber das ist mir egal. Mir gefällt die sonnige Färbung mit "Sunset Yellow" auch mit einer lecker-lavendeligen Duftnote.
Eine kleine Kakaoader habe ich auch noch hineinpraktiziert. Und aus dem hellen Restleim ist noch eine etwas farblose Dahlie entstanden. Sieht aber doch hübsch aus.
Die Seife hatte eine Nacht lang Zeit für die Gelphase, da wollte sie aber nicht so recht. Erst als ich sie aufgeschnitten in meinem huschelig warmen Auto Richtung Heimat kutschiert habe, ist ihr so richtig heiß geworden. Als ich zuhause angekommen bin, war auch sie mit Gelen fertig.
Natürlich musste auch dieses Mal wieder eine Graupappeschachtel her. Das ging aber erstaunlicherweise ganz ohne Rumpelstilzcheneinlage meinerseits ab (ommm).
Die Schachtel ist übrigens mit dem Londoner U-Bahn- und Nahverkehrsplan bezogen. Ich bin so stolz auf mich! Und soo froh, dass Andrea Seifenzwerg mich überredet hat.
Doro hätte mich zum Perlendrehen gar nicht überreden müssen. Aber jedesmal wenn ich mich dem Perlenbrenner näherte, sass da schon jemand, oder ich musste dringend einem anderen Vergnügen nachgehen - Essen, Schachtel basteln, Seifeln, Papierschöpfen, Schiffchenspitze erklären, ratschen, Kaffeetrinken. Aber in der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich mir den Brenner doch noch erobert. Und das ist dabei herausgekommen:
Ich mag es, wenn die Perlen so ein bisschen (sehr) unregelmäßig sind (Doro schaut schon immer ganz mitleidig).
Dank Angelika habe ich auch eine ganz neue Verpackungsidee entdeckt. Praktischerweise habe ich gleich ein Ansichtsexemplar als Vorlage bekommen. Ab jetzt müssen sich Plastikwasserflaschen sehr vor mir hüten, wenn sie ihre Bodenständigkeit behalten wollen.
Marlene und ich haben am Samstag noch einen kleinen Workshop im Workshop veranstaltet - Papierschöpfen. Bevor ich mit Erklären fertig war, hatten sich schon alle auf die Schöpfbutten geworfen, Marlene und mir die Schöpfrahmen entrupft und in Nullkommanix stapelten sich ganze Berge von frisch geschöpftem Papier. Bevor meine Schöpfrähmchen sich selbständig gemacht haben, ist es mir noch knapp gelungen, selbst ein Kuvert und eine Karte mit Serviettenmotiven zu schöpfen.
Sogar die bunte Pulpe hat noch Abnehmer gefunden. Ich glaube, es gibt seit letztem Samstag ein paar Papierschöpfinfizierte mehr (hehe). Das haben wir gut gemacht, Marlene.
Ach, es war wieder schön in Upflamör! Ich freue mich schon auf Upf7 im nächsten März.
Auf dem Heimweg habe ich noch den Bussen besucht, den "Heiligen Berg Oberschwabens".
Ich treibe mich in letzter Zeit auffallend häufig auf heiligen Bergen herum. Ich muss das ganz schön nötig haben. Der Bussen ist jedenfalls ziemlich steil.
Auch die Vorstellung, dass schon Kelten und Römer sich da hinaufgewuchtet haben, hat mich nicht wirklich getröstet. Aber der Anstieg ist kurz und wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Das Innere der Kirche ist 60er-Jahre-modern und kühl und entspricht nicht den landläufigen Vorstellungen einer Wallfahrtskirche.
Ich bin dann noch zur Burgruine aus der Stauferzeit hinüberspaziert und habe den Bergfried erklommen.
Acht lange Jahrhunderte Dienst als Mauerstein zu tun, ist sicher sehr anstrengend. Das hat jedenfalls er mir so erzählt.
Oben dann ein gigantischer Rundumblick und Ruhe. Ich war ganz allein und konnte mich als Ritter und Burgherr auf Wache fühlen. Die einzigen Störenfriede waren allerdings heranziehende Regenschauer.
Ich bin eine ganze Zeit lang dort oben geblieben und habe in die Ferne, nein, in die Weite geschaut, bevor ich mich endgültig auf den Heimweg gemacht habe. Ich finde "Weite" ist ein so viel schöneres Wort als "Ferne".
Die Regenschauer haben mich übrigens erst kurz vor Memmingen eingeholt.
miscellanea
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