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Samstag, 30. Mai 2015

94

Ich kann auch knapp, wenigstens was Titel betrifft. Dieser hier ist so kurz, weil das Behandelte zwar Seife Nr. 94 hätte werden sollen, aber ich weiß ja nicht so recht ... Ich liebe eigentlich alle meine Seifenkinder, auch die hässlichen, krummen, schiefen. Aber mit diesem - muss ich gestehen - tue ich mich schwer.

Ich hatte keine rechte Lust auf Fotos

Vielleicht unauffällig in eine Ecke geschoben 

Oder von weit oben fotografiert - Hilft alles nichts!

Angefangen mit dem Geruch. Wie kann eine Mischung von Pfefferminze und Lavendel nur so aufdringlich "duften"? Ich habe schon Badekugeln mit dem Gemisch beduftet und es roch herrlich. Aber mit dieser Seife könnte man glatt Wühlmäuse aus den Beeten vertreiben. Was sage ich - wahrscheinlich würden sich auch die Pflanzen mit hochgezogenen Wurzeln schleunigst vom Acker machen.
Eventuell rührt das auch daher, dass praktisch mit dem Ausformen schon die Ranz eingesetzt hat, quasi direkt vor meinen Augen.

Seifensieders Not und Plage: Ranz

Dann die Konsistenz: Nicht wirklich glatt und seifig. Nein, ein bisschen nasse Kreide, reichlich Sodaasche; geschwitzt hat sie ebenfalls. Üppig. Also auch die haptischen Qualitäten - mehr als fragwürdig.

Nein, leider keine feine Rügener Schreibkreide

Und erst die Optik: Nun gut, viereckig ist ja an und für sich ganz nett. Aber seht ihr flachen Warzen obenauf? Ja? 

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, sagt man.

Das sind die Abdrücke einer von mir mit äußerster Sorgfalt erstellten Silikonmatte. Bloß erkennt man nicht, was es darstellen soll. Eigentlich erkennt man sehr wenig. Genauer gesagt: Gar nichts. Dabei habe ich mir soooolche Mühe gegeben. Lauter verschiedene Münzen, liebevoll geputzt und platziert. Aber ich hätte es mir denken können. Die Einzelheiten auf den Münzen sind viel zu fein, um auf einer Seifenoberfläche richtig zur Geltung zu kommen, noch dazu auf schweißenden Bröselbrocken wie diesen. Da müsste schon ein ganz glattes, hartes Seiflein her.

Man muss schon genau schauen, um Details zu sehen

Den Rost oder was auch immer es sein mag, sieht
man sehr viel leichter als die arabische Schrift

Und eine der Münzen hat mit dem Silikon "reagiert", wenn man das überhaupt so sagen kann. Entweder Rost oder ... Ranz? Jedenfalls bäh und für Seifen nicht nutzbar. Schade um das schöne Silikon.
Das Rezept an sich scheint mir in Ordnung zu sein (250g Babassuöl von Martin, 500g ölsäurereiches Distelöl, beduftet mit ÄÖ Pfefferminze und Lavandin, gesiedet am 20. November). Ich wollte einfach noch ein schönes Seiflein (ach ja) sieden und dann eine Pause einlegen. Zum einen, weil - wie oft im Winter und im Frühjahr - in der Arbeit immens viel zu tun ist, zum anderen, weil wir endlich unseren Seifenvorrat verwaschen müssen, Seifen, die nicht schön genug sind, um sie zu verschenken und natürlich auch die Favoriten (Herzeboppele), von denen ich mich nicht trennen konnte. Aber wie dem auch sei - alle, alle müssen sie im Schaum vergehen. Vielleicht klappt es ja wieder mit Nummer 95.

miscellanea

Freitag, 6. März 2015

Einmal Winter und zurück

Wir haben uns wieder einmal herumgetrieben, zwar nicht gerade kürzlich, aber Anfang Januar waren wir unterwegs in Linz und dann im Waldviertel. Warum? Nachdem der Winter bei uns wieder bis nach Weihnachten so untätig gewesen ist, wollten wir richtigen Winter für echte Männer (grrrrr). Darum.
Natürlich war es zuhause dann mit dem nachweihnachtlichen Schnee auch ganz nett. 

Winterwonderland in Bavaria
Besonders weicher Sitz gefällig?
Im Winterschlaf

Wir haben uns aber trotzdem auf den Weg gemacht. Erste Station war die schöne Stadt Linz.

Näher am Dom hätten wir wohl kaum schlafen können,
außer wir hätten im Schlafsack vor dem Portal kampiert.
Anatomisch unmöglicher Engel im
Alten Dom
Noch Weihnachten oder schon Fasching?
Nein, eindeutig noch Weihnachten!
Das Ars Electronica Center:
Eine schöne Art den Tag zu verbummeln

Nachdem wir am letzten Tag noch den Pöstlingberg, auch schon mit ordentlich viel Schnee, besichtigt hatten, ...

Von unten nach oben:
Der fromme Pilgerblick, wie erwünscht
Von oben nach unten:
Ein Versprechen von noch mehr Schnee
Ein Märtyrer leidet still und friert geduldig
Drinnen wieder so ein armer, sich windender Drache ...
... fix und routiniert erlegt vom Hl. Georg.
Der muss nicht einmal mehr hinsehen.

... sind wir weiter ins Waldviertel gefahren, und es begann zu schneien und zu schneien. Es hörte gar nicht mehr auf. Anderntags lag der Schnee fast knietief und pulvrig zu unseren Füßen, besser um unsere Füße und Unterschenkel, und das war auch gut so; denn nach unserer abenteuerlichen Fahrt über Berg und Tal auf vereisten Straßen mit einem Topping aus Schnee und einem angenehm behaglichen Abend, sowie einem luxuriösen Frühstück in Österreichs erstem Faulenzerhotel ging es ab auf die Piste, aber nicht mit Skiern, sondern mit Schlitten und Hunden. Ihr lest ganz richtig: Wir haben uns als Musher versucht. 

Das Wetter war traumhaft!
Na ja, wenn Engel reisen ...
... tanzt sogar der Schnee.

Das hättet ihr mal sehen sollen: Ein Haufen Wahnsinniger, die keuchend hinter Schlitten mit je zwei lachenden Huskies her den Berg hinauf hecheln, nur um dann bei der Talfahrt reihenweise kopfüber in den Schnee zu purzeln. Denn diese Hundchen sind natürlich nicht dumm. Die ziehen nur, was sich auch leicht ziehen lässt. Das heißt, dass sie bergauf mit tatkräftiger Beinarbeit des Möchtegern-Schlittenführers rechnen. Und bergab wissen sie genau, wann es Zeit ist, aus der Spur zu gehen, um ihren Pseudo-Jack-London, der das Bremsen vergessen hat, kurz einmal samt Schlitten überholen und in den Schnee plumpsen zu lassen, nur um dann locker weiterzutraben, verfolgt von einem verzweifelten Schneemann, der sie wieder einfangen will. Kurz - Es war herrlich vergnüglich. Wie sagt man so schön? Eine Mordsramasuri. Und ich muss gestehen: Es hat auch mich in den Schnee geköpfelt, und der Schlitten wäre mir fast entkommen, aber nur fast, ich habe gekeucht wie eine alte Lokomotive, als ich hinter meinen Hunden den Berg hinaufgestapft bin, aber ich hätte trotzdem gute Lust es nächstes Jahr mit der nächsten Stufe, einem Schlitten mit vier Hunden, zu probieren. Es hat einfach zu viel Spass gemacht!
 
Sooo - wo bleibt der nächste Schneetaucher?

Und das Waldviertel ist wirklich schön. Auch und gerade in der Zeit nach Dreikönig, wo die Weihnachtsurlauber wieder weg und die Faschingsurlauber noch nicht da sind. Skifahrer sind da, logisch, aber im Grunde ist es eine recht "untouristische" Zeit. Es gibt keine Großstädte, aber einige nette beschauliche Städte, eine schöne, waldbuckelige Landschaft, in Schnee und manchmal etwas winterliche Düsternis gehüllt, wie im Bayerwald, eine Gegend, um auszuspannen.

Wald, Schnee, Bergbuckel ...
... kann man davon jemals genügend Fotos haben?

Und soll ich euch was sagen? Es hat richtig gut getan, einmal wieder im Schnee herumzutollen. So ein schönes Wintergefühl hatte ich schon mehrere Jahre nicht mehr. Ich bin eben ein Vierjahreszeitenmensch; und ein bisschen Schnee im Genick macht mir nichts aus und wieder mehr Lust auf Sommer oder besser erst mal auf den Frühling, der schon schelmisch um die Ecke schielt.

miscellanea

Sonntag, 28. Dezember 2014

Parade

"Ja, is denn heid scho Weihnachtn?" Nein Franzl, Weihnachten ist schon vorbei. Und es war ein schönes Fest nach einer sehr geschäftigen Adventszeit. Vielleicht habe ich ja zwischen den Jahren noch ein bisschen Muse, darüber zu berichten. Aber auf jeden Fall muss ich euch alle meine Plätzchen - geschenkte und selbst gebaute - zeigen. Diese hübsch verpackten und leckeren Teile stammen aus dem Plätzchentausch im Seifenforum. Schickst Du zehn Päckchen Plätzchen einer Sorte weg und zurück kommen zehn verschiedene Sorten, dank zweier rühriger Organisatorinnen. Danke nochmals, ihr Fleißigen!

Liebevoll eingepackt

Und auf dem Teller haben sie sich auch gut gemacht, aber nur kurz (ganz kurz). Dann waren die meisten futsch.

Und liebevoll ausgepackt

Selbst habe ich natürlich auch gebacken - Lebkuchen ...

Herzerl und Scheiben im Reigen

... in allen möglichen und unmöglichen Formen. Eigentlich sind es Honigkuchen mit Mandeln und anderen Schleckerzutaten angereichert. Aber das ist den Elchen ...

Besuch aus dem Hohen Norden

... und den Füchsen schnurzpiep. Sie sind immerhin in weihnachtlicher Mission unterwegs, undercover ...


Ein Fuchs im Lebkuchenwald

... oder gestylt:

Weihnachtsboten mit Schleife und Päckchen

Auf dem Weg zur Gebäckschüssel: Butterteigplätzchen. Im Weihnachtsverkehr kommen da nur die Hüpfer und Fliegeriche weiter. Für alle anderen heißt es warten. Und der Dackel macht sowieso alles anders.


Das Kamel hält den ganzen Verkehr auf
Da geht Waldi lieber eigensinnig in die Gegenrichtung

Allerorten Engerl, christliche Symbole und Grußbotschaften, aber auch ganz normales Getier verleiht den Springerle, vulgo Marzipan, scharfe Form. 


Geflügelte Boten und Glückwünsche


Sie hat die Haare schön, aber einen sehr
strengen Gesichtsausdruck. Was das
Jesuskind wohl angestellt hat?

Uups! Falsche Jahreszeit, falsches Fest?

Ich habe mich wirklich bemüht, wenigstens einmal alle Sorten auf einem Teller zu versammeln, aber auch hier fehlt etwas, nämlich die Haferflockenplätzchen.


Aber schließlich haben es (fast) alle auf den Teller geschafft

Doch was soll's? Es war schön, das Haus wieder einmal voller Besuch zu haben, so viele Freunde und Verwandte, dass wir kaum alle am Tisch Platz gefunden haben. Wir haben geplauscht und gelacht und unter dem Christbaum Geschenke ausgepackt. Und wir haben geschlemmt, wie man es nur an Weihnachten tut. Zum Glück, sonst würden wir alle nicht mehr durch die Türen passen. So soll Weihnachten sein: Fröhlich und ein bisschen (sehr) chaotisch. Ich hoffe, auch bei euch, meine lieben LeserInnen war Weihnachten schön und entspannt. 

2. Weihnachtstag, vormittags

Im Trubel sind ein paar Weihnachtsgrüße unerledigt geblieben. Sie müssen noch nachgeholt werden. Aber damit befinde ich mich in guter Gesellschaft; denn auch das weiße Weihnachtswetter hat sich um zwei volle Tage verspätet. Trotzdem schön.


2. Weihnachtstag, nachmittags:
Die weiße Weihnacht ist angekommen.
War wohl mit dem ICE unterwegs.

Und was lernen wir daraus? Es muss nicht alles perfekt sein, um als gelungen in Erinnerung zu bleiben, wenigstens in meiner.


miscellanea

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Bunte Haarseife (Seife Nr. 92)

Ja, so geht die Zeit dahin. Das Jahr ist vorbeigezischt, gerade dass ich noch die Monatsnamen entziffern konnte! Die Seife, die ich euch heute zeige, kann ich fast schon anwaschen, da sie bereits am 25. Oktober entstanden ist. Dabei habe ich das Gefühl, dass ich sie erst gestern fabriziert habe. Das Rezept:

46g Cameliaöl
71g Jojobaöl
300g Distelöl (ölsäurereich)
200g Kokosfett
215g Palmkernfett
Überfettung: 4-5%
Ein Prischen Salz für die Lauge und Puderzucker dazu
Sie duftet nach den ÄÖ Mandarine (grün), Orangenblütenöl, Litsea cubeba
Gefärbt ist sie mit Farben von VvW: Chambray, Apple, Fuchsia, Cowslip

Der Seifenleim blieb recht lange flüssig und das musste auch sein; denn ich habe zuerst etwas blauen Seifenleim in die Form gefüllt und die anderen Farben dann mit einer ziemlich großen Spritze in das Blau gespritzt, um diese schneckenförmigen Wirbel zu produzieren. 


Das hat recht gut funktioniert, ... 



... bis der Leim andickte und sich statt hübscher Wirbel, weniger hübsche, dafür umso größere Löcher im Seifenleim bildeten, was ich natürlich erst nach dem Anschneiden entdeckt habe. 




Kurzerhand habe ich entschieden, dass Klaus Seifenkobold nicht dort einziehen darf. Das sind nämlich Drachenfenster und keine Widerrede!



Leider hat die Seife sehr stark gegelt - na gut, ich gebe zu, dass ich ihr ein bisschen zu heftig eingeheizt habe. Auch hat jedes von mir wieder einmal eingerührte Luftlöchlein Sodaasche angesetzt. Trotz all ihrer Schönheitsfehler gefällt mir die Seife mit ihren bunten Kringeln. Mit dem Restleim habe ich noch Elefantenförmchen gefüllt.


Diese Seifen sind glatt und hübsch, hatten aber auch keine so heftige Gelphase.
Und die Farben - sehen die nicht fast aus wie bei einem Sonnenuntergang?


Hier bricht eine Herbstnacht herein im Bayerischen Wald. Ich liebe dieses Farbenspiel. Nach so vielen hellen und ungefärbten Seifen ist so eine bunte richtig wohltuend für das Gemüt. Gerade richtig für die dunkle Jahreszeit.

miscellanea


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