Unsere ersten Segelversuche haben wir auf der hübschen Kunissa vom MTV Dießen gemacht. Aber für so popelige Jungmatrosen wie uns wird natürlich kein H-Boot zum Üben bemüht. Nein, so ein Segelkurs kommt mit einfacheren Vollkunststoffbooten aus. Aber zum Lernen war unser robustes Schiffchen wunderbar.
Die ganze Atmosphäre in dieser alten Segelschule ist einfach nett. Alte Holzstege, alte hölzerne Bootshäuser, und ganz oben im Haupthaus wohnt den Sommer über einer der Bootsführer, damit immer jemand ein Auge auf die Boote und die Anlage haben kann.
Aber nicht nur ein Aufpasser wohnt da. Auch andere Mitbewohner haben sich eingefunden.
Die kleinen Rauchschwalben sahen am Montag proper und fertig aus und am Dienstag hatten sie das Nest schon verlassen und bettelten ihre Eltern von der Stange neben dem Nest her an.
Wenn wir dann am Abend erhitzt und müde unser Boot am Anleger vertäut, Segel und Schoten verräumt und aufgewickelt - pardon, aufgeschossen - hatten, sind wir noch ein bisschen in Dießen herumgewankt, haben mit Freunden gefuttert oder sind lahm und müde in unsere Betten gefallen. Mich jedenfalls haben nicht einmal die regen Glühwürmchen, die ich sonst so romantisch finde, wach gehalten. Ich habe sogar im Schlaf noch Kurse und Segelstellungen überprüft und korrigiert.
Dießen ist ein ruhiges Örtchen und hat ein veritables Münster vorzuweisen, das wir aber am Abend nur mehr von außen besichtigen konnten.
Eine besonders fromme Perspektive vor der Westfassade ...
... und eine schöne, zierliche Pforte:
Jedenfalls ist die Umgebung des alten Augustiner-Chorherrenstifts sehr malerisch. Es gibt eine Winterkirche - St. Stephan - im alten Traidkasten, die in ihren Proportionen fast romanisch wirkt ...
... mit einer ausdrucksvollen Maria auf der Flucht ...
... und einen Innenhof mit Kreuzwegfiguren von Josef Kaindl und Tausenden von Rosen.
Für weitergehende Besichtigungen und Entdeckungstouren waren wir einfach zu müde. Aber am letzten Abend haben wir noch dem heiligen Berg der Bayern - Andechs - einen Besuch abgestattet, aber nicht um den berühmten Reliquienschatz zu besichtigen und Geist und Seele zu stärken, sondern wir waren rein auf leibliche Genüsse wie Schweinshaxe und das berühmte Bier aus. So haben wir unseren Segelurlaub gemütlich ausklingen lassen. Nach diversen Wenden, etlichen Kurskorrekturen und einem perfekten Aufschießer in der heimatlichen Garage sind wir todmüde, aber zufrieden mit uns in unsere Kojen gesunken. Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn wir Segel setzen.
miscellanea
Liebe Petra, ein herrlicher Bericht über Euer Ansegeln...ich als alter Bootszwerg habe mich köstlich gefreut und erinnere mich gerade an meine Motorbootprüfung, wo ich einigen Kollegen heimlich die geforderten Knoten geknüft habe.....Habe dieses Wochenende gefühlte 1000 Brötchen aufgeschnitten, auf einem großen Mittelalterfest..
AntwortenLöschenund freue mich auf Dich ganz bald in Upflamör
Ich habe jetzt auch schmunzeln müssen bei Deinen Bericht aber ich hab' Dich jetzt auch ein bissi beneidet. Bin schon als Kind gesegelt und hatte auch ein eigenes Boot und dann später hab' ich mich halt doch für's Reiten entschieden - beides geht nicht.
AntwortenLöschenUnd das wo wir doch so einige Seen vor der Haustür haben ... Würde mir auch mal wieder Spaß machen ...
Liebe Grüße
Liebe Petra, wenn ich das so lese, stelle ich fest, dass du sehr viel gelernt hast (theoretisch). Und dass du trotzdem noch Zeit gefunden hast zu fotografieren !!!! Das kannst nur du.
AntwortenLöschenSchöne Grüße vom strengen "Segeldrachen"