Dies ist mal ein trauriges Seifchen (hat wohl über Raum und Zeit zu lange mit Marvin auf Squornhöllisch Zeta geplauscht).
Dabei hatte ich es mir so hübsch vorgestellt. Dunkelgrün und zartgelb marmorierte Kugeln vor einem blauen Hintergrund über einer sanft geschwungenen, hellbraunen Fläche. Und was ist herausgekommen? Oben Würgsgrün, unten Staubbraun und dazwischen ...
Dabei hatte ich mir ein so tolles Thema vorgenommen, den Planeten Magrathea mit seinen beiden Sonnen. Und was habe ich fabriziert? Spinatknödel mit Mozzarella, statt Soulianis und Rahm, wie deprimierend. Marvin hätte seine helle Traurigkeit. Vielleicht sollte ich ihm die Seifen widmen.
Die Zutaten für den Seifenmarvin:
Kugeln aus Bierseife beduftet mit PÖ Sex on the Beach
150g Kokosfett
150g Palmfett
100g Sheabutter
200g Rapsöl
200g Olivenöl
Lauge berechnet auf 0-1% ÜF
Nach einigem Rühren: 50g Jojoba- und Mandelöl für eine ÜF von 6-7%
Salz, Zucker
Beduftet mit: PÖ Frank'n'Myrrh
Gefärbt mit: Kakao, Blaupaste, Einleger: Tannengrün
Irgendwie ist alles grundlegend schief gegangen (wie anscheinend bei der gesamten Konstruktion des Universums). Schon als ich die Einlegerkugeln rollen wollte, sind sie zerbröselt, und richtig rund wollten sie sich auch mit Hilfe von Wasser nicht drehen lassen. Der Duft hat mit der Blaupaste kurzen Prozess gemacht. Und zu allem Überfluss habe ich die Einleger zwischen den Himmel und die Planetenoberfläche gepappt, anstatt zuerst etwas von der ungenügend gefärbten Himmelspampe auf die braune Planetenpampe zu streichen (Sonnen scheinen im allgemeinen über einem Planeten und liegen nicht faul auf seiner Oberfläche herum, tss). Ich weiß nicht, wo ich in dem Augenblick meine Gedanken hatte. Nach dem Aufschneiden hüpfte mir auch noch ein Teil der Einleger entgegen. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Auch ich würde schnellstmöglich aus so einer trübseligen Umgebung flüchten. Das Schönste an der Seife ist tatsächlich der hellbraune Teil. Und das ist wirklich deprimierend. Jetzt bleibt mir nur noch die Hoffnung, dass die Seife wenigstens gut pflegt.
Hier, wenn auch nur widerwillig, ein Bild:
Es ginge ja noch, wenn ich wenigstens behaupten könnte, dass die Einleger zwei Planeten darstellen sollen, die irgendein Frood auf Magrathea für einen reichen Fuzzy gebaut hat, aber Slartibartfaß würde so etwas doch nie zulassen, oder doch?
Ich jedenfalls werde diese Seife mit einem PAL-Feld versehen. Für mich ist sie ab heute ein Problem anderer Leute und somit unsichtbar. Vielleicht versuche ich ja bei Seife Nr. 42 mein Glück nochmals mit Magrathea.
So, genug gejammert! Der Seifenleim hat nämlich auch noch für für ein paar Einzelformen gereicht. Und die gefallen mir ganz gut:
Ein paar fette Hasen, das ist doch gleich ein anderer Anblick als flüchtende Spinatknödel.
Ich werde jetzt zum Trost noch ein bisschen Bloghüpfen. Und ihr passt schön auf, dass ihr immer wisst, wo euer Handtuch ist. Das stärkt nämlich, wie allseits bekannt, den guten Ruf.
miscellanea
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Donnerstag, 13. Oktober 2011
In Memoriam Oktoberfest oder Pfiadi Wies'n 2011 (Seife Nr. 28)
Das Oktoberfest - es ist vorbei. Schade? Gottseidank? (Aus is und goar is und schee is, dass woar is!) Keine Heerscharen von aufgetrachtelten, mit Flaschenbier vor- und nachgeglühten Leuten mehr im Pendlerzug, deren ganze Lebens- und Liebesgeschichte das gesamte Zugabteil kennt, wenn sie aussteigen und natürlich sowohl die Flaschen als auch den Bierdunst im Zug zurücklassen. Kein Hindernisparcours mehr am Morgen zwischen Müll in Massen, erbrochenen Maßen, zerbrochenen Flaschen, schlafenden Flaschen und den intimeren Hinterlassenschaften von "bsuffane Wagscheidl", die das Klo zu finden nicht mehr imstande waren. Keine böse Überraschung mehr, wenn du etwas in den Abfalleimer des Zugs werfen willst und feststellen musst, dass einer hineingeko... hat. Endlich ist jedes Wies'ndirndl und Wies'ndeandl im Boulevard durchgenudelt worden. Endlich sind die muffigen, da selten getragenen Lederhosen und Dirndl wieder im Schrank verräumt und dem manchmal erstaunten Blick Vorübergehender entzogen, denn - Sie müssen jetzt stark sein, meine Herren - eine kurze Lederhose kleidet nicht jeden Mann, auch wenn sie sich mühelos unter jeder Wampe festklemmen oder mit Hosenträgern über Steckerlwaden baumelnd fixieren lässt. Und auch Sie, meine Damen, sollten wissen, dass Sie eine Aussage machen mit der Art, wie Sie Ihr Dirndl tragen. Ein Dirndl steht zwar nach gängiger Meinung jeder Frau, sofern man nicht einen mit Stickerei und sinnlosen Aufdrucken aufgeträllerten Pseudomehlsack aus der Landhausabteilung für ein solches hält. Aber ein hervorspitzelnder Unterrock besagt genau das: Ich bin spitz wie Nachbars Lumpi. Das sollte man schon wissen, bevor man in sein Dirndl und auf die Wies'n hüpft.
Aber genug geschimpft! Es gibt ja auch eine ganze Reihe properer Lederhosenträger, nach deren strammen Waden man gerne ein bisschen schielt, und ein fesches Dirndl steht wirklich jeder Frau und das in jedem Alter. Meist ist die Stimmung zur Wies'nzeit auch eine freundlich entspannte, aber eben und leider nur meistens.
Ich jedenfalls habe ein bisschen Voodoozauber betrieben und eine Oktoberfestende-Seife gesiedet, in der Hoffnung, dass die Wies'nvorberichterstattung nächstes Jahr nicht schon im März beginnen und niemand auf die Idee kommen möge, das Oktoberfest auf drei Wochen auszudehnen.
Folgende Ingredienzien habe ich verseift:
500g Kokosfett
260g Palmfett
140g Kakaobutter
200g Erdnussöl
200g Rapsöl
360g Olivenöl
140g Mandelöl
3 Scheiben Leberkäs
1 Friteusenfüllung Frittenfett
Geplante ÜF 6-7%
Lauge aus Löwenbräubier mit Brezensalz und Meersalz
Gefärbt mit: bayerischer Himmelsblaupaste, Kakaolebkuchenbraun, Filmrissschwarz und Maiwiesengrün
Beduftet mit Sex on the Wies'n
Bunte Seifenreste zur Verzierung der Einleger habe ich auch noch aufgetrieben
Gesamtfettmenge 1800g, aufgeteilt auf zwei Siedetage:
Erster Teil am 3. Oktober (letzter Oktoberfesttag): Zwei Platten im einmal unterteilten Dividor, eine braune für die Einleger, eine blaue für die blauen Rauten (Blau? Eher ein Türkis. Dafür ist wohl die Bierlauge verantwortlich)
Zweiter Teil am 6. Oktober: Ungefärbter Seifenleim für die weißen Rauten und grüner für die Wies'n
Randbemerkung: Ich werde sicher nie wieder Bier für die Lauge nehmen. Das hat geduftet wie Pferdepipi an einem schwülen Sommernachmittag kurz vor dem Gewitter (das und die Kombination mit Kakao und PÖÖöööh ...).
Am Dienstag war die braune Seifenplatte trocken genug, also habe ich die Einleger ausgestochen und mit den bunten Seifenresten verziert. Für diese Fitzelei habe ich den ganzen Abend gebraucht. Ich dachte, das geht hopphopp, aber dem war nicht so.
Nachdem ich am Donnerstag die Lauge für den grünen und den ungefärbten Teil der Seife angesetzt hatte, habe ich die blaue Seifenplatte in Rauten geschnitten. Ich dachte das geht hopphopp ...
Aber einige Drohungen gegen den Wittelsbacherknilch später, der die Frechheit besessen hat, den Grafen von Bogen ihr Rautenwappen wegzunehmen, statt sich für eine schlichte, einfarbige Fahne (am besten in Rot!) zu entscheiden, ist es mir doch gelungen, eine halbwegs an ein Rautenmuster erinnernde Verteilung der blauen Seifenstücke im Dividor zu erzielen, mit dem weißen Seifenleim aufzufüllen und die Trennstäbe vorsichtig aufzusetzen. Dieses Mal habe ich tatsächlich eine Spritze gefunden. War das ein Gemansche!
Dagegen war es dann fast ein Kinderspiel die Einleger einigermaßen mittig zu platzieren und mit dem grünen Seifenleim einzugießen. Dann ab zum Schwitzen in den Ofen! Ich habe an dem Abend tatsächlich gleich noch eine Seife gemacht, darüber aber mehr im nächsten Post.
Die Seife ist noch immer recht weich. Aber ich war so ungeduldig und wollte wissen, wie sie geworden ist. Nach dem Schneiden und Hobeln sieht meine Oktoberfestseife jetzt so aus:
Es gibt Lebkuchenherzen ...
... und herzige Dirndl ...
... natürlich kernige Lederhosen ...
... und ein Münchner Maskottchen ist auch dabei - Waldi, der Dackel:
Weil's so schön war, hier nochmals alle zusammen:
Aus den Resten sind noch zwei Drachenseifen entstanden:
Und für solche Winzseifen hat es auch noch gereicht:
Inzwischen ist auch jede Anrüchigkeit verflogen. Die Seife duftet sehr lecker.
Hm, ich weiß nicht, ob ich das so sagen darf, aber ich hege eine Hoffnung: Vielleicht kaufen ja die Chinesen das Oktoberfest ...
miscellanea
260g Palmfett
140g Kakaobutter
200g Erdnussöl
200g Rapsöl
360g Olivenöl
140g Mandelöl
3 Scheiben Leberkäs
1 Friteusenfüllung Frittenfett
Geplante ÜF 6-7%
Lauge aus Löwenbräubier mit Brezensalz und Meersalz
Gefärbt mit: bayerischer Himmelsblaupaste, Kakaolebkuchenbraun, Filmrissschwarz und Maiwiesengrün
Beduftet mit Sex on the Wies'n
Bunte Seifenreste zur Verzierung der Einleger habe ich auch noch aufgetrieben
Gesamtfettmenge 1800g, aufgeteilt auf zwei Siedetage:
Erster Teil am 3. Oktober (letzter Oktoberfesttag): Zwei Platten im einmal unterteilten Dividor, eine braune für die Einleger, eine blaue für die blauen Rauten (Blau? Eher ein Türkis. Dafür ist wohl die Bierlauge verantwortlich)
Zweiter Teil am 6. Oktober: Ungefärbter Seifenleim für die weißen Rauten und grüner für die Wies'n
Randbemerkung: Ich werde sicher nie wieder Bier für die Lauge nehmen. Das hat geduftet wie Pferdepipi an einem schwülen Sommernachmittag kurz vor dem Gewitter (das und die Kombination mit Kakao und PÖÖöööh ...).
Am Dienstag war die braune Seifenplatte trocken genug, also habe ich die Einleger ausgestochen und mit den bunten Seifenresten verziert. Für diese Fitzelei habe ich den ganzen Abend gebraucht. Ich dachte, das geht hopphopp, aber dem war nicht so.
Nachdem ich am Donnerstag die Lauge für den grünen und den ungefärbten Teil der Seife angesetzt hatte, habe ich die blaue Seifenplatte in Rauten geschnitten. Ich dachte das geht hopphopp ...
Aber einige Drohungen gegen den Wittelsbacherknilch später, der die Frechheit besessen hat, den Grafen von Bogen ihr Rautenwappen wegzunehmen, statt sich für eine schlichte, einfarbige Fahne (am besten in Rot!) zu entscheiden, ist es mir doch gelungen, eine halbwegs an ein Rautenmuster erinnernde Verteilung der blauen Seifenstücke im Dividor zu erzielen, mit dem weißen Seifenleim aufzufüllen und die Trennstäbe vorsichtig aufzusetzen. Dieses Mal habe ich tatsächlich eine Spritze gefunden. War das ein Gemansche!
Dagegen war es dann fast ein Kinderspiel die Einleger einigermaßen mittig zu platzieren und mit dem grünen Seifenleim einzugießen. Dann ab zum Schwitzen in den Ofen! Ich habe an dem Abend tatsächlich gleich noch eine Seife gemacht, darüber aber mehr im nächsten Post.
Die Seife ist noch immer recht weich. Aber ich war so ungeduldig und wollte wissen, wie sie geworden ist. Nach dem Schneiden und Hobeln sieht meine Oktoberfestseife jetzt so aus:
Es gibt Lebkuchenherzen ...
... und herzige Dirndl ...
... natürlich kernige Lederhosen ...
... und ein Münchner Maskottchen ist auch dabei - Waldi, der Dackel:
Weil's so schön war, hier nochmals alle zusammen:
Aus den Resten sind noch zwei Drachenseifen entstanden:
Und für solche Winzseifen hat es auch noch gereicht:
Inzwischen ist auch jede Anrüchigkeit verflogen. Die Seife duftet sehr lecker.
Hm, ich weiß nicht, ob ich das so sagen darf, aber ich hege eine Hoffnung: Vielleicht kaufen ja die Chinesen das Oktoberfest ...
miscellanea
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Gestatten, Putzig! (Seife Nr. 27)
Seit zwei Wochen geht es bei mir in der Arbeit ziemlich rund. Ich habe mir zwar die Zeit nehmen können zum Seifeln, aber die Muße, alles in einigermaßen lesbarer Form zu posten, hatte ich nicht. Und am letzten Wochenende hatten wir auch noch Freizeitstress (wie gräßlich!). Wir waren nämlich faulenzen in Bad Windsheim mit seinem wunderbaren Freilandmuseum. Und am Sonntag haben wir noch in Lichtenau Station und einen Spaziergang rund um die Festung gemacht. Es war ein stimmungsvoller und sonniger Herbsttag, eigentlich zu schön für die recht düstere Geschichte dieser Burg:
Jedenfalls haben wir uns an diesem Wochenende gut erholt.
Schon eine ganze Zeit lang liebäugle ich mit der Herstellung von Putzseife. Es sammelt sich ja auch eine Menge an Seifenschnipseln an, die nicht schön genug sind, um in einer weiteren Seife verbraten zu werden. So habe ich also am 1. und 2. Oktober dem Drang nachgegeben und eine Menge an Energie und Zeit aufgewendet, um meine Seifenschnipsel auf 0% Überfettung zu bringen und auszusalzen.
Und das hat richtig Spass gemacht; vor allem weil es so gut duftet. Ich mag diesen Geruch nach warmer Kernseife, Schmierseife riecht auch so, so sauber. Ich hätte stundenlang vor dem Topf stehen und im Seifenschleim rühren können. Und als dann beim Aussalzen der Seifenkern jedesmal wieder etwas heller wurde, war das schon faszinierend. Zum Schluss habe ich noch ein bisschen ÄÖ Lavendel und ein paar Gramm Zitronensäure in die Seife gekippt. Die Pampe wurde dann - zugegebenermaßen mit etwas härteren Methoden - in ein paar hübsche Formen gepresst (auch Putzseife möchte schön aussehen). Und das ist dabei herausgekommen:
Vorstufe - Der bräunliche Putzglibber:
Und das Endprodukt - Schöne weiße Putzseife!
Mein Gewissen ist zwar nicht ganz rein wegen der gewaltigen Energieverschwendung beim Brutzeln meiner ach so sauberen Putzig (reinster IKEA-Sprech), aber nach einer Woche Bedenkzeit habe ich es sofort wieder getan (Arrgghh!). Ich habe meine für Schrubbsäcke vorgesehenen Seifenschnipsel (-krümel, -brocken, -abschnitte, -reste und -späne) in Wasser aufgelöst, nachverseift und ausgesalzen. Ich kann es nicht lassen. Davon müsst ihr aber keine Bilder gucken (noch nicht, hähä).
miscellanea
Ich liebe solche moosbewachsenen Mauern:
Jedenfalls haben wir uns an diesem Wochenende gut erholt.
Schon eine ganze Zeit lang liebäugle ich mit der Herstellung von Putzseife. Es sammelt sich ja auch eine Menge an Seifenschnipseln an, die nicht schön genug sind, um in einer weiteren Seife verbraten zu werden. So habe ich also am 1. und 2. Oktober dem Drang nachgegeben und eine Menge an Energie und Zeit aufgewendet, um meine Seifenschnipsel auf 0% Überfettung zu bringen und auszusalzen.
Und das hat richtig Spass gemacht; vor allem weil es so gut duftet. Ich mag diesen Geruch nach warmer Kernseife, Schmierseife riecht auch so, so sauber. Ich hätte stundenlang vor dem Topf stehen und im Seifenschleim rühren können. Und als dann beim Aussalzen der Seifenkern jedesmal wieder etwas heller wurde, war das schon faszinierend. Zum Schluss habe ich noch ein bisschen ÄÖ Lavendel und ein paar Gramm Zitronensäure in die Seife gekippt. Die Pampe wurde dann - zugegebenermaßen mit etwas härteren Methoden - in ein paar hübsche Formen gepresst (auch Putzseife möchte schön aussehen). Und das ist dabei herausgekommen:
Vorstufe - Der bräunliche Putzglibber:
Und das Endprodukt - Schöne weiße Putzseife!
Mein Gewissen ist zwar nicht ganz rein wegen der gewaltigen Energieverschwendung beim Brutzeln meiner ach so sauberen Putzig (reinster IKEA-Sprech), aber nach einer Woche Bedenkzeit habe ich es sofort wieder getan (Arrgghh!). Ich habe meine für Schrubbsäcke vorgesehenen Seifenschnipsel (-krümel, -brocken, -abschnitte, -reste und -späne) in Wasser aufgelöst, nachverseift und ausgesalzen. Ich kann es nicht lassen. Davon müsst ihr aber keine Bilder gucken (noch nicht, hähä).
miscellanea
Mittwoch, 28. September 2011
Coco de Mer - Salzseife (Seife Nr. 24)
Die Vorstellung pfundweise Salz in eine Seife zu kippen und trotzdem eine gute Seife zu bekommen, hat mich fasziniert, seit ich mit dem Seifensieden angefangen habe. Jetzt hat es aber doch bis letzten Freitag gedauert, bis ich endlich einmal eine Salzseife fabriziert habe.
Ich wollte es schön luxuriös. Deshalb habe ich mir dieses Rezept zurecht gebastelt:
200g Olivenöl
100g Rapsöl
100g Sheabutter
200g Kokosfett
Lauge berechnet auf 3%ÜF
20g kosmetisches Arganöl und 10g Jojoba zum Überfetten, das erhöht die ÜF auf 8%
200g Wasser
Gefärbt mit: Grünblau und Blaupaste
Beduftet mit PÖ: Torso
Und natürlich 600g feines Meersalz
Der Seifenleim war richtig schön unkompliziert. Nach Zugabe der Lauge habe ich mit dem Stabmixer erst gerührt, bis alles homogen war. Dann erst habe ich das Jojoba- und das Arganöl in die Seife gekippt, beduftet und gefärbt, das Salz zugegeben und noch etwas weitergerührt. Ich wollte bloß ein bisschen Blau und ein bisschen grün, wie Meer eben, keine kräftigen Farben. Die Seifen haben sich ganz gut ausformen lassen und sind schön glatt, aber noch erstaunlich weich. Sie duften ganz hervorragend nach "Torso".
Ich bin schon sehr gespannt auf das Waschgefühl.
Und hier noch ein kleiner Nachtrag zu meiner Honsei Oliso-Seife. Den Seifenleim, der nicht mehr in die Blockform gepasst hat, habe ich in Blütenformen gegossen.
Diese Einzelstücke haben nicht gegelt, aber sie sind jetzt auch nicht heller als die Stücke vom Block. Alle sind inzwischen beige mit zarten Kakaoschlieren - und das bei der schwarzbraunen Lauge. Ich verstehe es nicht, aber sie gefallen mir gut (wahrscheinlich war die Macht mit ihnen).
miscellanea
Ich wollte es schön luxuriös. Deshalb habe ich mir dieses Rezept zurecht gebastelt:
200g Olivenöl
100g Rapsöl
100g Sheabutter
200g Kokosfett
Lauge berechnet auf 3%ÜF
20g kosmetisches Arganöl und 10g Jojoba zum Überfetten, das erhöht die ÜF auf 8%
200g Wasser
Gefärbt mit: Grünblau und Blaupaste
Beduftet mit PÖ: Torso
Und natürlich 600g feines Meersalz
Der Seifenleim war richtig schön unkompliziert. Nach Zugabe der Lauge habe ich mit dem Stabmixer erst gerührt, bis alles homogen war. Dann erst habe ich das Jojoba- und das Arganöl in die Seife gekippt, beduftet und gefärbt, das Salz zugegeben und noch etwas weitergerührt. Ich wollte bloß ein bisschen Blau und ein bisschen grün, wie Meer eben, keine kräftigen Farben. Die Seifen haben sich ganz gut ausformen lassen und sind schön glatt, aber noch erstaunlich weich. Sie duften ganz hervorragend nach "Torso".
Ich bin schon sehr gespannt auf das Waschgefühl.
Und hier noch ein kleiner Nachtrag zu meiner Honsei Oliso-Seife. Den Seifenleim, der nicht mehr in die Blockform gepasst hat, habe ich in Blütenformen gegossen.
Diese Einzelstücke haben nicht gegelt, aber sie sind jetzt auch nicht heller als die Stücke vom Block. Alle sind inzwischen beige mit zarten Kakaoschlieren - und das bei der schwarzbraunen Lauge. Ich verstehe es nicht, aber sie gefallen mir gut (wahrscheinlich war die Macht mit ihnen).
miscellanea
Dienstag, 27. September 2011
Reste sind doch das Beste (Seifen Nr. 25 und 26)
Ich weiß, ich weiß, der Spruch stammt von einer großen Buchhandelskette, aber er passt hier einfach so gut. Ich hatte so viele schöne bunte Seifenreste gesammelt und wollte sie zu etwas Schönem verarbeiten. Und Moppelinas Seifensahne mit bunten Seifenspänen aus dem NSF hat mir so gut gefallen, dass ich meine bunten Reste zusammengesucht und am Samstag auch solche Seifen produziert habe. Die Whipped habe ich im Prinzip ganz so gemacht, wie von Moppelina beschrieben:
620g Palmfett
310g Kokosfett
70g Olivenöl
Die Lauge habe ich schon am Freitag Abend angerührt und auf 0% ÜF berechnet. Nachdem ich sie in die geschlagenen Fette gerührt hatte, habe ich noch 60g Jojobaöl dazugegossen, um eine Überfettung von 6-7% zu bekommen. Beduftet ist das Ganze mit PÖ Torso.
Der Leim hat für zwei Seifen gereicht. In den einen Block kamen nur die ganz bunten Schnipsel. In den anderen habe ich abwechselnd Streifen meiner Zisiseife, die vom Zuschneiden übrig waren und die ich eingeweicht hatte, und Seifensahne geschichtet.
Die beiden Seifen sehen so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe. Ich hoffe aber, sie sind stabil und brechen nicht. Denn da sie nicht gelen durften, wegen der Whipped, könnte es sein, dass die Einleger und Schnipsel sich nicht richtig mit dem weißen Seifenleim verbunden haben. Die bunten Schnipsel hätte ich in die Seifensahne rühren können, aber ich wollte nicht, dass sie zu klein werden. Deshalb habe ich auch diese Seife geschichtet. Das könnte sie instabil machen. Jedenfalls geht die etwas rustikale Optik klar auf das Konto der Schichtmethode.
Hier die Seife mit den orangefarbenen Einlegern ...
... und hier die mit den bunten Schnipseln:
Mal sehen, ob die Seifen auch schwimmen können.
Und sollte sich tatsächlich jemand fragen, wo denn Seife Nr. 24 abgeblieben ist - die kommt im nächsten Post.
miscellanea
620g Palmfett
310g Kokosfett
70g Olivenöl
Die Lauge habe ich schon am Freitag Abend angerührt und auf 0% ÜF berechnet. Nachdem ich sie in die geschlagenen Fette gerührt hatte, habe ich noch 60g Jojobaöl dazugegossen, um eine Überfettung von 6-7% zu bekommen. Beduftet ist das Ganze mit PÖ Torso.
Der Leim hat für zwei Seifen gereicht. In den einen Block kamen nur die ganz bunten Schnipsel. In den anderen habe ich abwechselnd Streifen meiner Zisiseife, die vom Zuschneiden übrig waren und die ich eingeweicht hatte, und Seifensahne geschichtet.
Die beiden Seifen sehen so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe. Ich hoffe aber, sie sind stabil und brechen nicht. Denn da sie nicht gelen durften, wegen der Whipped, könnte es sein, dass die Einleger und Schnipsel sich nicht richtig mit dem weißen Seifenleim verbunden haben. Die bunten Schnipsel hätte ich in die Seifensahne rühren können, aber ich wollte nicht, dass sie zu klein werden. Deshalb habe ich auch diese Seife geschichtet. Das könnte sie instabil machen. Jedenfalls geht die etwas rustikale Optik klar auf das Konto der Schichtmethode.
Hier die Seife mit den orangefarbenen Einlegern ...
... und hier die mit den bunten Schnipseln:
Mal sehen, ob die Seifen auch schwimmen können.
Und sollte sich tatsächlich jemand fragen, wo denn Seife Nr. 24 abgeblieben ist - die kommt im nächsten Post.
miscellanea
Wenn der Paketbote zweimal klingelt, ...
... dann bringt er meinen Gewinn beim Blog-Geburtstags-Blog-Candy (was für ein Wort!) von Seifenpfote. Dann biegt am Samstag ein Riesenlaster um die Ecke in den Hof und lädt eine Palette mit einem ebenso riesigen Paket aus, das dann gerade noch in den Aufzug passt und von zwei starken Männern zu unserer Tür bugsiert werden muss. Das bedeutet dann auch, drei Stunden genüsslichen Auspackens, begleitet von diversen Ahs und Ohs, und Kaffeekochen und Kuchen bereitstellen, weil die versammelten Nachbarn auch alle den Inhalt des Pakets bewundern wollen und verköstigt werden müssen, ebenso wie die beiden Postler, die natürlich für die Schlepperei entschädigt werden wollen und dringend wissen müssen, was sie denn so mühselig herbeigeschleppt haben. Das heißt dann auch, dass ein Zimmer der Nachbarwohnung angemietet werden muss, um die Leckereien und Seifen zu horten, bis sie zu gegebener Zeit ihrer Bestimmung zugeführt werden. Was für ein schöner Samstag.
Hier ein paar Bilderchen meiner Schätze:
Leckere selbstgemachte Marmelade, Senf, Chutney, Likör ...
... Körperbutter, Salzseife, Vickyseife - und Putzi. Ich wusste gar nicht, dass Putzseife so gut riechen kann.
Vielen Dank, Andrea.
miscellanea
Hier ein paar Bilderchen meiner Schätze:
Leckere selbstgemachte Marmelade, Senf, Chutney, Likör ...
... Körperbutter, Salzseife, Vickyseife - und Putzi. Ich wusste gar nicht, dass Putzseife so gut riechen kann.
Vielen Dank, Andrea.
miscellanea
Samstag, 24. September 2011
Honsei Oliso? oder Olive - Sole - Seide - Honig (Seife Nr. 23)
In meiner Seifenkiste habe ich noch schönes dunkelgrünes Olivenöl (gerade noch 890g) gefunden, und weil ich schon lange eine Seife mit Olivenöl als einzigem Fett machen wollte, habe ich mich am Dienstag der Seifensucht hingegeben.
Aber ich kann nun mal das Experimentieren nicht lassen. Und eine reine, ungefärbte, unbeduftete Olivenölseife erschien mir zu langweilig (von Meister Yodahs Weisheit trennen mich Welten). Seide habe ich noch nie verarbeitet, Seide musste also auch in die Seife und zwar ein tüchtiger Fetzen: Sechs Zentimeter über die ganzen 90 Zentimeter Stoffbreite. Dazu noch Lauge aus gesättigter Sole und vier dicke Löffel voller Honig. Der Honig löst sich aber nicht so wirklich gut im kalten Olivenöl, und deshalb habe ich ihn gleich in das Salzwasser für die Lauge gemischt und dann das NaOH dazugetan und dann die Seidenfetzchen ... (Das ist eine dramatische Pause, bitte nicht umschalten!) ... und die Lauge wurde dunkelbraun (ungefähr so wie verbrannte Zwiebeln), fast schwarz und sie begann, sagen wir mal, nicht medizinisch zu riechen, aber auch nicht wirklich unangenehmer als frischer Kompost. Und sie ist zwar heiß geworden, aber auch nicht mehr als üblich (manche Komposthaufen werden wärmer).
Da ich meinen wagemutigen Tag hatte (und nicht Meister Yodahs weise Selbstbeschränkung) habe ich beschlossen, die schwarzbraune Lauge zu benutzen. Sie wurde durch ein Sieb in das Olivenöl gekippt, und dann wurde gerührt und gerührt und gerührt ... Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich habe beschlossen, dass Pudding auch mal dünner ausfallen darf. Da habe ich von dem recht schokoladedunklen Seifenleim etwas abgenommen und mit einem Esslöffel Kakao gefärbt. Der Unterschied zum ungefärbten Teil war marginal. Trotzdem habe ich topfmarmoriert und ab damit in die Kiste und ins Warme. Da es sich um eine Soleseife handelt, habe ich mich mit dem Ausformen und Schneiden beeilt. Aber die Seife war noch sehr weich und ist bis jetzt nicht sehr viel härter geworden. Es ist überhaupt ein wunderliches Seifchen: Beim Ausformen hatte es ein schönes Milchschokoladebraun, aber jedes Mal, wenn ich in die Schachtel geschaut habe, schienen mir die Stücke wieder etwas heller. Keine optische Täuschung: Jetzt sind die Stücke butterkaramellfarben mit zarten Kakaostreifen. Wenn ich morgen schaue, werden mich dann Albinoseifen anblicken? Wer weiß.
Einen Teil der Seife habe ich in breitere Stücke geschnitten und diese dann halbiert. Die Stückchen sind hübsch und sehr handlich geworden.
Ich weiß nur nicht, wie ich sie nennen soll, vielleicht Oseihoso (Das ist nicht die Abkürzung für "Ollis Seidenhose steht offen"!) oder Seiso-Oho (laputisch für: Honigsüße Schöne, die seidigen Schrittes dem Meer entsteigt und erbleicht). Vielleicht hat ja jemand einen bodenständigeren Vorschlag für mich. Ich meine, auch eine Seife muss mit ihrem Namen leben, äh, waschen und schäumen können.
miscellanea
Aber ich kann nun mal das Experimentieren nicht lassen. Und eine reine, ungefärbte, unbeduftete Olivenölseife erschien mir zu langweilig (von Meister Yodahs Weisheit trennen mich Welten). Seide habe ich noch nie verarbeitet, Seide musste also auch in die Seife und zwar ein tüchtiger Fetzen: Sechs Zentimeter über die ganzen 90 Zentimeter Stoffbreite. Dazu noch Lauge aus gesättigter Sole und vier dicke Löffel voller Honig. Der Honig löst sich aber nicht so wirklich gut im kalten Olivenöl, und deshalb habe ich ihn gleich in das Salzwasser für die Lauge gemischt und dann das NaOH dazugetan und dann die Seidenfetzchen ... (Das ist eine dramatische Pause, bitte nicht umschalten!) ... und die Lauge wurde dunkelbraun (ungefähr so wie verbrannte Zwiebeln), fast schwarz und sie begann, sagen wir mal, nicht medizinisch zu riechen, aber auch nicht wirklich unangenehmer als frischer Kompost. Und sie ist zwar heiß geworden, aber auch nicht mehr als üblich (manche Komposthaufen werden wärmer).
Da ich meinen wagemutigen Tag hatte (und nicht Meister Yodahs weise Selbstbeschränkung) habe ich beschlossen, die schwarzbraune Lauge zu benutzen. Sie wurde durch ein Sieb in das Olivenöl gekippt, und dann wurde gerührt und gerührt und gerührt ... Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich habe beschlossen, dass Pudding auch mal dünner ausfallen darf. Da habe ich von dem recht schokoladedunklen Seifenleim etwas abgenommen und mit einem Esslöffel Kakao gefärbt. Der Unterschied zum ungefärbten Teil war marginal. Trotzdem habe ich topfmarmoriert und ab damit in die Kiste und ins Warme. Da es sich um eine Soleseife handelt, habe ich mich mit dem Ausformen und Schneiden beeilt. Aber die Seife war noch sehr weich und ist bis jetzt nicht sehr viel härter geworden. Es ist überhaupt ein wunderliches Seifchen: Beim Ausformen hatte es ein schönes Milchschokoladebraun, aber jedes Mal, wenn ich in die Schachtel geschaut habe, schienen mir die Stücke wieder etwas heller. Keine optische Täuschung: Jetzt sind die Stücke butterkaramellfarben mit zarten Kakaostreifen. Wenn ich morgen schaue, werden mich dann Albinoseifen anblicken? Wer weiß.
Einen Teil der Seife habe ich in breitere Stücke geschnitten und diese dann halbiert. Die Stückchen sind hübsch und sehr handlich geworden.
Ich weiß nur nicht, wie ich sie nennen soll, vielleicht Oseihoso (Das ist nicht die Abkürzung für "Ollis Seidenhose steht offen"!) oder Seiso-Oho (laputisch für: Honigsüße Schöne, die seidigen Schrittes dem Meer entsteigt und erbleicht). Vielleicht hat ja jemand einen bodenständigeren Vorschlag für mich. Ich meine, auch eine Seife muss mit ihrem Namen leben, äh, waschen und schäumen können.
miscellanea
Abonnieren
Posts (Atom)