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Mittwoch, 29. Juni 2011

Kringelringel (Seife Nr. 7)

Am Montag abend habe ich noch ein Feierabendseifchen gebaut, eigentlich einen Probepinguin:


470g Mandelöl
30g Sheabutter
500g Kokosfett
Geplante ÜF: 7%
Gesamtfettmenge: 1000g
Gefärbt mit: Indigo, Violett dunkel
Beduftet mit ÄÖ: Lavandin, Lavendel, Amyris, Bergamotte-Minze
Wasser: 335g
Goldglitter


(Was Beduftung und Farbschema betrifft, kann der Probandin eine gewisse Beharrlichkeit attestiert werden. Setzen!)
Erstens wollte ich dieses Rezept von Claudia schon lange ausprobieren, aber ohne die Seidenfasern. Und dann wollte ich einmal versuchen, leicht verwirbelte Schichten zu gießen. Ich wollte wissen, wie das ohne Marmorierung aussieht. Eigentlich sollte dabei zuerst eine wellige weiße Schicht, dann leicht ineinandergestrudelte (Apfelstrudel?) violette und blaue Schichten und abschließend wieder eine wellige weiße Schicht (mit Sahne??) entstehen. Aber „gießtechnisch versagt“ (= Setzen! Sechs!), würde ich sagen. Einige der Seifen sehen aus als hätten sie violett gemusterte Bikinihöschen an. (Nicht nur Höschen, machst Du mal Stielaugen auf die linke Seife!)




Auch die Hälfte des Seifenblocks, die ich quer aufgeschnitten habe, glänzt nicht gerade durch außergewöhnliche Schönheit:




Am hübschesten sind noch die Seifenscheiben von der Oberfläche geworden. Da konnte ich dem Marmoriervirus wieder mal nicht widerstehen



Aber für den eigentlichen Zweck waren die Bikinihöschenseifen bestens geeignet. Sie sind nämlich gestern abend – schwuppdiwupp – zu Einlegern mutiert.
Ich habe die Seifenstücke zuerst in gaaanz dünne Scheiben geschnitten (na ja, immerhin freihand mit dem "Psycho"-Messer) ...



... auf eine Frischhaltefolie etwas Goldpuder gestreut, eine Seifenscheibe daraufgelegt und die Folie darübergeklappt ...



... dann trat das Nudelholz in Aktion, damit die Scheibchen noch dünner wurden und sich schon etwas einrollten und der Glitter richtig festgepresst wurde ...



Manchmal kam erst durch das Ausrollen eine schöne Marmorierung zum Vorschein




Trotzdem wurden auch diese Scheibchen gnadenlos als Einleger verbraten. Ich habe mir überlegt, die Ränder ganz fein auszurollen und vielleicht in kleine Extraschnecken zu drehen, aber das versuche ich beim nächsten Mal. Man könnte auch die durch das Ausrollen zum Halbkreis gebogenen Scheiben schon als Einleger verwenden. Auch eine Idee für ein nächstes Mal. 
Dann eine Runde Wickeln, immer um den Stiel des Kochlöffels herum ...



... und fertig sind die Einlegerröllchen!




Nächster Schritt: Ein hellblauer Seifenleim wird angerührt, mit extra viel Wasser:


250g Kakaobutter
250g Kokosfett
200g Mandelöl
50g Rizinusöl
Gesamtfettmenge: 750g
Geplante ÜF: 7%
Gefärbt mit: Indigo
Beduftet mit ÄÖ: Litsea
Wasser: 300g

Die Tütchen einzugießen, hat mich dann aber an den Rand eines Tobsuchtsanfalls gebracht. Etwas von dem neuen Seifenleim in die Form, die Tütchen hineingestellt und mit der Spritze ...
Ja, die Spritze: Seit Jahren fällt mir mit schöner Regelmäßigkeit beim Öffnen einer bestimmten Schublade jedes Mal eine große Einwegsspritze in die Hände. Egal, ganz egal, was ich suche, ob Schmierzettel, Bastband, Klebestreifen – immer drängt sich diese Spritze nach vorne. Und dieses Mal? Schmierzettel, Bastband, Klebestreifen und – keine Spritze! Nicht mehr auffindbar! Deshalb musste ich den Seifenleim spritzenlos in die Röllchen manschen. Dann die Seifenform kurz aufschlagen, muss ja sein, damit der Leim sich setzt. Bumms, die Tütchen fielen um wie die Zinnsoldaten!  (Meine Liebe, Tütchen r--- man und stellt sie nicht auf) Und meine Laune kippte ebenso schnell. Also grummelnd alle wieder aufgerichtet (fluchend wie ein Fuhrkutscher wäre wesentlich treffender als Ausdruck, hm, ... wie vier bis fünf sehr angesäuerte Fuhrkutscher), Restleim eingegossen – und die frs+-Dinger fangen an zu schwimmen! Schließlich hatte ich sie alle wieder einigermaßen in Reih und Glied stehen und, wie gewollt, in ausreichend nicht-gewollt aussehender Anordnung in die Form sortiert; und dann endlich konnte die Seife im Ofen schlafen gelegt werden. Ach, wer kann ihnen noch böse sein, wenn sie so brav schlafen!



Heute morgen, große Spannung! (Bei wem?) Und hier (Tusch!!) meine Seife. Ist sie nicht schön geworden? (Gääähn, sieht aus wie Graptolithenschiefer, nur bunt). Nur ein Name, der ist mir noch nicht eingefallen, hm.







Nun, ja. Ich musste mich jedenfalls heute bücken, um in den Zug zu steigen, wirklich wahr.

miscellanea

Kommentare:

  1. Also echt, die Idee mit den Rölleken ist klasse. Das heisst zuerst, "mißlungene" Seife machen (kann ich!) dann scheniden und rollen (das wird schwieriger;)

    Mir gefällt sie sehr gut!!!

    LG,

    Dana

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  2. Also mal ehrlich: Du bist echt zu hart mit dir! Ich finde sowohl die erste Seife (was für eine schöne zarte Marmorierung!), als auch die Röllchenseife wunderschön! Deine Methode die Röllekens zu machen hab ich so auch noch nicht gesehen. Ich versuch immer abzuhobeln, was letztendlich mit viel Abfall verbunden ist.
    Liebe Grüße, Anke

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  3. Beide Seifen sind wunderschön geworden.Sie sehen beide sehr zart und edel aus. Übrigens die Idee mit den Röllchen ist toll. Werd ich demnächst mal auspropieren.
    LG
    Verena

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Ich freue mich über euere Kommentare. Danke, dass ihr euch die Zeit dafür nehmt :-)))

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